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Energiewende Woher kommen Stromreserven nach dem Kohleausstieg?

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In den kommenden Jahren werden immer mehr Kohlekraftwerke abgeschaltet. Viele der Kohlekraftwerke dienen als Reserve für Zeiten, in denen etwa die Erzeugung von Ökostrom aus Wind und Sonne nicht ausreicht. Diese Kraftwerksleistung muss nach dem Kohleausstieg anderweitig bereitgestellt werden.

Kohlekraftwerke müssen nach dem Kohleausstieg durch andere Kraftwerke ersetzt werden.
Nach dem Kohleausstieg müssen andere Kraftwerke als Stromreserven dienen.
Gaskraftwerke bieten sich hier an, denn sie sind viel emissionsärmer als Kohlekraftwerke. Laut der Bundesnetzagentur sollen bis 2030 Gaskraftwerke mit einer Kapazität von 9,4 Gigawatt bereitgestellt werden. Insider der Branche zweifeln allerdings daran, dass es zu den entsprechenden Investitionen kommt. Dies berichtet das Handelsblatt. Denn es ist relativ unsicher, ob Gaskraftwerke Gewinne abwerfen. Bei einem wachsenden Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung kann es sein, dass die Einsatzzeiten für ein Gaskraftwerk auf wenige Stunden im Jahr begrenzt sind. Eine Lösung wäre Experten zufolge, dass auch das Bereithalten von Kapazität vergütet würde. Bisher wirft ein Kraftwerk nur dann Gewinn ab, wenn es tatsächlich Strom produziert.
 

Gaskraftwerke nur ein Zwischenschritt

Es wird jedoch auch davor gewarnt, nur auf Gaskraftwerke zu setzen. „Die Lücke mit Gaskraftwerken zu flicken wäre allenfalls ein Zwischenschritt“, erklärt Catrin Jung, Director Market Development Offshore der Business-Area Wind von Vattenfall, dem Handelsblatt. Es sei aber nicht zielführend, wenn man das Ziel von 80 Prozent Erneuerbaren erreichen will. Auch ein kluger Mix aus Ökostrom könne einen erheblichen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten.