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Was ist ein Tiny House?

06.07.2021

Ein Tiny House ist, wie der Name schon sagt, ein winziges Haus, das zwischen 15 und 45 m² groß ist. Dabei können sich die Besitzer der kleinen Häuser entscheiden, ob sie ihr Eigenheim auf Rädern oder auf einem festen Grund errichten möchten. Wir haben die besten Tipps zum Bauen, Wohnen und Mieten zusammengestellt und geben einen Überblick über die Kosten und den Energieverbrauch im Tiny House.


Wichtige Infos zum Tiny House

  1. Ein Tiny House ist ein Minihaus, das zwischen 15 und 45 m² groß ist.
  2. Es gibt Tiny Houses auf Rädern und feststehende.
  3. Ein Tiny Haus kostet zwischen 5.000 und 45.000 Euro.
  4. Beim Tiny House steht die Energieeffizienz und der Klimaschutz im Vordergrund.
  5. Das „Tiny House Movement“ ist eine Bewegung, die das minimalistische Leben in kleinen Häusern propagiert.

Was kostet ein Tiny House?

Ein Tiny House kostet je nach Ausstattung zwischen 5.000 und 45.000 Euro. Die Kosten für ein Tiny House setzen sich aus den Ausgaben für das Grundstück, die Anschlussgebühren, die Versorgungstechnik, die Innenausstattung, die Außenanlage und den Baunebenkosten zusammen.

Tiny House Grundstückskosten

Die Grundstückspreise für ein Tiny House in Deutschland sind je nach Region sehr unterschiedlich hoch. In einigen Gegenden sind die Preise so hoch, dass es sich kaum lohnt, ein Tiny House darauf zu errichten, weil die Grundstückskosten die Anschaffungskosten für das Haus übersteigen. Der Grundstückspreis sollte unter 15.000 Euro liegen, damit sich der Kauf lohnt. Bei den Grundstückspreisen handelt es sich um durchschnittliche Kaufpreise pro Quadtratmeter ohne sämtliche Nebenkosten.

Durchschnittliche Tiny House Grundstückspreise
Bundesland Ø Kosten pro 1 m² Grundstückspreis 100 m²
Hamburg 269 € 26.900 €
Berlin 672 € 67.200 €
Bayern 302 € 30.200 €
Baden-Württemberg 175 € 17.500 €
Hessen 163 € 16.300 €
Bremen 137 € 13.700 €
Nordrhein-Westfalen 110 € 11.000 €
Rheinland-Pfalz 118 € 11.800 €
Schleswig-Holstein 95 € 9.500 €
Brandenburg 93 € 9.300 €
Niedersachsen 72 € 7.200 €
Saarland 88 € 8.800 €
Sachsen 64 € 6.400 €
Mecklenburg-Vorpommern 52 € 5.200 €
Thüringen 48 € 4.800 €
Sachsen-Anhalt 31 € 3.100 €
Quelle: Statistisches Bundesamt und CHECK24, Stand: 06.07.2021

Energieeffizienz

Für Tiny House Besitzer steht der Klimaschutz an erster Stelle, deshalb steht beim Bau auch die Energieeffizienz im Vordergrund. Ein Tiny House besteht meistens aus Holz. Damit es wirklich ökologisch ist, sollte regionales Holz verwendet werden. Um die Wärme der Sonne optimal zu nutzen, entscheiden sich viele Bauherren für ein großes Fenster auf der Südseite des Minihauses. Beim energieeffizienten Bauen steht eine gute Dämmung im Vordergrund, um Wärmeverluste zu vermeiden. Die Bauweise mit der höchsten Energieeffizienz ist das Passivhaus. Wer sein Tiny House als Passivhaus baut, spart die meiste Energie. Ein Passivhaus kostet zwar mehr, wird aber auch von der KfW-Bank mit Zuschüssen und günstigen Darlehen unterstützt.

 

Warum ist ein Tiny House klimafreundlich?

Die amerikanische Colby Unversität hat errechnet, dass ein 17 m² großes Tiny House lediglich sieben Prozent der CO2-Emissionen eines 240 m² großen Familienhaus verbraucht. So sparen Tiny House Bewohner rund 11,8 Tonnen CO2 jährlich ein. Wo genau die Bewohner eines Minihauses CO2 einsparen, haben wir im Folgenden aufgelistet:

  • Ressourcenschonende Bauweise aus regionalen Materialien (z.B. Holz).
  • Im Sommer autarke Stromversorgung mit Photovoltaik möglich.
  • Wenig Raum muss nur wenig beheizt werden.
  • Wenige Elektrogeräte benötigen wenig Strom.

 

Energieverbrauch und Stromkosten im Tiny House

In einem Minihaus ist kein Platz für viele Elektrogeräte, deshalb gilt auch hier Reduktion auf das Notwendigste. In der Küche hat meist nur die Minimalausstattung mit kleinen Kühlschrank, Kochfeld mit zwei Platten und kleinformatigen Backofen Platz. Wählen Sie wenn möglich immer die kleinere Variante eines Elektrogeräts  statt Standmixer ein Handmixgerät, statt Staubsauger einen Handstaubsauger. Die Geräte benötigen sowohl weniger Platz als auch Strom, so reduzieren Sie zusätzlich Ihre Stromkosten.

Tipps für die Planung

Mit einem Tiny House müssen Sie nicht nur Ihren Wohnort ändern, sondern auch Ihre Lebenseinstellung. Ab sofort gilt in jedem Lebensbereich – weniger ist mehr. Sie haben zwar Ihr eigenes Häuschen, aber dafür sehr wenig Platz. Wer zu zweit oder sogar als Familie in ein Tiny House ziehen möchte, sollte vorher zumindest schon mal getestet haben, ob das Zusammenleben auf so engem Raum funktioniert. Wir haben Ihnen weitere nützliche Tipps zusammengestellt.

  • Kosten für Baugrund oder Stellplatz sollten nicht die Anschaffungskosten übersteigen.
  • Suchen Sie sich ein Grundstück innerhalb der Gemeindegrenzen, das erhöht die Chance auf eine Baugenehmigung.
  • Zeichnen Sie sich in der Planungsphase den Grundriss des Tiny House in Originalgröße auf dem Boden auf, so können Sie sich den Wohnraum besser vorstellen.
  • Überlegen Sie sich was mit Ihren alten Möbeln, Büchern und Kleidung passieren soll, Sie werden im neuen kleinen Zuhause weniger Stauraum haben.
  • Sie können die Gegenstände, die Sie nicht mit umziehen, verkaufen oder einem guten Zweck spenden.
  • Planen Sie viel Stauraum ein. Verwenden Sie Einbauschränke, ausklappbare Sitzmöglichkeiten und Tische.

Tiny Houses bauen in Deutschland

In Deutschland steckt die Tiny House Bewegung noch in den Kinderschuhen, was vor allem am deutschen Baurecht liegt. Sobald ein Haus dauerhaft bewohnt werden soll, ist es genehmigungspflichtig. Sie müssen bei der Gemeinde, in der Sie Ihr Grundstück gekauft haben, einen Bauantrag stellen. Die Gemeinde legt den Bauantrag anschließend dem Landratsamt vor, das dann den Bau im besten Fall genehmigt. Es gibt bestimmte Mindestanforderungen, die ein Tiny House erfüllen muss, damit es eine Baugenehmigung erhält.

 

Baubestimmungen für ein dauerhaft bewohntes Tiny House

  • Küche und Bad müssen vorhanden sein.
  • Höhe der Aufenthaltsräume beträgt mindestens 2,40 Meter.
  • Fensterlose Bäder und Toiletten sind nur zulässig, wenn eine Lüftung installiert ist.
  • Holzhäuser brauchen Blitzschutzanlage.
  • Breite und Höhe von Treppen, Fenstern, Türen und Fluchtwegen unterliegen den jeweiligen Bestimmungen der Landesbauordnung.

 

Sonderfall Campingplatz: Keine Baugenehmigung nötig

Wenn Sie Ihr Tiny House auf einem Campingplatz aufstellen für den die Wohnnutzung im Bebauungsplan eingetragen ist, benötigen Sie keine Baugenehmigung. Laut Landesverordnung über Camping- und Wochenendplätze gibt es dann aber zwei Auflagen für Ihr Tiny House:

  • Es darf maximal 50 Quadratmeter groß sein.
  • Es darf nicht höher als 3,50 Meter sein. Einige Campingplatzbetreiber lassen allerdings auch Tiny Houses bis 4 Meter Höhe zu, also im Zweifel nachfragen.

Tiny Haus auf Rädern

Sie können Ihr Tiny House auf Rädern als Wohnwagen zulassen oder es als Ladung deklarieren. Um es als Wohnwagen zu deklarieren, gelten folgende Bestimmungen:

  • Ein fest montiertes Tiny House auf einem Anhänger gilt als Fahrzeug und unterliegt den Regeln der Straßenverkehrsordnung (StVO).
  • Sie benötigen eine Zulassung als Wohnwagen.
  • Der Anhänger muss vom TÜV geprüft sein.
  • Das Tiny House auf Rädern darf nicht breiter als 2,55 m und nicht höher als 4 m sein.
  • Das Gewicht darf 3,5 Tonnen nicht überschreiten.
  • Um das Tiny House zu ziehen, benötigen Sie die Führerscheinklasse BE.

 

Tiny House als Ladung

Sie können Ihr Tiny House auch als Ladung deklarieren und benötigen dann keine Zulassung als Wohnwagen. Allerdings ist es bei einer Polizeikontrolle nicht so einfach, die Ladungssicherung zu belegen.  Damit das Tiny House als Ladung zählt, müssen Sie folgende Bestimmungen einhalten:

  • Tiny House muss ohne Werkzeug vom Anhänger abnehmbar sein.
  • Ladungssicherung muss bei Vollbremsung und Ausweichmanövern gewährleistet sein.
  • Die maximale Höhe beträgt 4 m, die maximale Breite 2,55 m.
  • Das maximale Gewicht liegt bei 3,5 Tonnen.
  • Der Führerschein der Klasse BE wird benötigt.

Tiny House mieten

Mittlerweile gibt es in ganz Deutschland auch die Möglichkeit, ein Tiny House als Ferienwohnung zu mieten. In eigenen Dörfern aus Mini-Häusern können sich Urlauber entspannen. Es verbindet die Naturnähe des Campings mit dem Komfort im eigenen kleinen Häuschen zu wohnen. Da für Feriendörfer ein anderes Baurecht gilt, liegen sie manchmal sogar inmitten von Naturschutzgebieten.

Was ist das Tiny House Movement?

Das „Tiny House Movement“ ist eine Bewegung, die 2007 in den USA entstand. Die Bewegung wurde zum einen durch die Finanzkrise ausgelöst, in der sich viele kein großes Haus mehr leisten konnten, zum anderen ist es Ausdruck eines nachhaltigeren Lebens. Auch in Deutschland werden die Mini-Häuser immer beliebter. Deshalb ist das „Tiny House Movement“ nicht nur eine Art günstig zu wohnen, sondern Ausdruck einer minimalistischen Lebensweise, dem sogenannten „Downsizing“ (dt: Reduzierung). Wer auf so wenigen Quadratmetern wohnen will, muss sein Leben komplett entrümpeln und auf das Notwendigste reduzieren.


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