Heizmethoden in der Übersicht

Wie heizt Deutschland?In Deutschland ist die Gasheizung immer noch bei weitem die am meisten genutzte Heizmethode. Dabei gibt es viele verschiedene Heizmethoden, die gerade im Neubau durchaus eine Alternative zum Heizen mit Gas oder Öl sein können. Hier erhalten Sie erste wichtige Informationen über folgende Heizmethoden: 

  • Gasheizung
  • Ölheizung
  • Fernwärme
  • Elektroheizung
  • Wärmepumpe
  • Holzheizung/ Holzpellet-Heizung
  • Blockheizkraftwerk
  • Solarthermie-Heizung

Welche Heizung ist die richtige? Verschaffen Sie sich einen Überblick über Vor- und Nachteile verschiedener Heizungssysteme, Kosten und Fördermöglichkeiten. Vergleichen Sie die Heizsysteme und machen Sie einen Kostenvergleich, um die für Sie beste Heizungsart zu finden!

Gasheizung

Welche Vorteile hat eine Gasheizung?

  • Erdgas ist jederzeit verfügbar und muss nicht nachgefüllt werden.
  • Kein Lagerraum für den Brennstoff nötig.
  • Erdgas hat einen relativ hohen Wirkungsgrad und ist damit vergleichsweise umweltfreundlich (im Heizungsvergleich mit Öl: 12 % weniger Emissionen als Heizöl).

Was sind die Nachteile einer Gasheizung?

  • Gasanschluss nötig, Neuanschluss ans Gasnetz kann teuer sein.
  • Erdgas ist ein fossiler Rohstoff, bei dessen Verbrennung CO2 frei wird.
  • Höherer Verbrauch als bei Pelletheizung oder Wärmepumpe.
  • Heizkosten: Gaskosten sind abhängig von politischen Entwicklungen und schwanken.

Wie hoch sind die Kosten einer Gasheizung?

Die Anschaffungskosten für eine Gasheizung können stark variieren: Ein einfacher Niedertemperaturkessel kostet ca. 1.500 €, Geräte mit Brennwerttechnik beginnen ab ca. 2.200 €. Hinzu kommen evtl. Kosten für Wasserspeicher (800 -1.500 €), Abgasleitung sowie Montage und Inbetriebnahme (ca. 300 €) und die Heizkosten.

Gibt es Fördermöglichkeiten?

KfW und BAFA fördern die Umrüstung der Gasheizung auf effiziente Brennwerttechnik. Außerdem werden Kombinationen mit erneuerbaren Energien gefördert. Näheres zu KfW und BAFA erklären wir Ihnen in unserem Ratgeber Energieeffizient bauen und sanieren.

Tipp
Die Gasheizung kann mit anderen Heizarten kombiniert werden. Um Ihre Gasheizung umweltfreundilcher zu machen, können Sie sie außerdem ganz oder teilweise mit Biogas beheizen.

Ausführliche Informationen zur Gasheizung erhalten Sie in unserem Ratgeber Heizen mit Erdgas.

Ölheizung

Welche Vorteile hat eine Ölheizung?

  • Bei Heizen mit Öl ist kein Anschluss an ein bestehendes Netz notwendig.
  • Kein langfristiger Vertrag für die Lieferung von Heizöl.
  • Eine Ölheizung mit moderner Brennwerttechnik ist sehr effizient, sodass der Verbrauch der Ölheizung relativ gering ist.

Was sind die Nachteile einer Ölheizung?

  • Öl ist ein fossiler Brennstoff.
  • Hoher CO2-Ausstoß.
  • Heizungsvergleich Einfamilienhaus: Der Öltank benötigt viel Platz.
  • Der Heizölpreis unterliegt starken Schwankungen.

Wie hoch sind die Kosten einer Ölheizung?

Die Anschaffungskosten für eine moderne Ölheizung liegen zwischen 5.000 und 15.000 Euro. Hinzu kommen auch hier die Heizkosten. Wie Sie Heizkosten sparen, erfahren Sie in unserem gleichnamigen Ratgeber.

Gibt es Fördermöglichkeiten?

KfW und BAFA fördern die Modernisierung von Heizungsanlagen sowie den Einbau von Kombiheizungen.

Info
Die Energieversorgung mit Öl ist umweltschädlicher als andere Heizmethoden. Wer sich für eine Ölheizung entscheidet, sollte unbedingt auf die effizientere Brennwerttechnik setzen, bei der auch die Wärme aus den heißen Abgasen genutzt wird. Außerdem kann auch die Ölheizung mit anderen Heizmethoden kombiniert werden.

In unserem Ratgeber Heizen mit Öl können Sie sich ausführlich über die Ölheizung informieren.

Fernwärme

Welche Vorteile hat das Heizen mit Fernwärme?

  •     Heizmethode mit hohem Wirkungsgrad (bis zu 90 %).
  •     Keine Wartungskosten.
  •     Relativ konstante Heizkosten (anders als bei Gas und Öl).
  •     Der CO2-Ausstoß ist bei KWK rund ein Drittel niedriger als bei getrennter Wärme- und Stromgewinnung.

Was sind die Nachteile von Fernwärme?

  • Meist begrenzte Anbieter-Auswahl.
  • Hohe Abhängigkeit vom Energieversorger.
  • Nur lohnend in Gebieten, in denen ein Fernwärmenetz vorhanden ist, da über lange Strecken der Wärmeverlust zu groß wäre.
  • Für die Verlegung des Anschlusses dürfen sich keine Hindernisse auf dem Grundstück befinden.

Wie hoch sind die Kosten von Fernwärme?

Die Kosten für die Umstellung auf Fernwärme hängen von vielen Faktoren ab und können somit pauschal nicht angegeben werden. Für den Anschluss ans Netz und den Hausanschluss fallen Kosten an, die viele Versorger in den Preis für Fernwärme miteinberechnen. Die Heizkosten für Fernwärme setzen sich wie der Strom- oder Gaspreis aus Grundpreis und Arbeitspreis sowie oft auch aus einem Dienstleistungspreis für die Messung und Abrechnung zusammen.

Gibt es Fördermöglichkeiten?

Förderprogramme gibt es sowohl von KfW und BAFA als auch von regionalen Fernwärmeversorgern, einigen Ländern und Kommunen.

Elektroheizung

Der Begriff Elektroheizung bezieht sich hier in erster Linie auf mit Wärmestrom betriebene Nachtspeicherheizungen. Es gibt jedoch noch weitere Arten der Elektroheizung, die evtl. als Alternative für eine Nachtspeicherheizung infrage kommen, etwa die Infrarotheizung oder die Teilspeicherheizung.

Welche Vorteile hat eine Elektroheizung?

  • Elektroheizungen benötigen vergleichsweise wenig Platz.
  • Die Zimmer müssen nicht wie bei anderen Heizsystemen mit Heizungsrohren ausgestattet werden.
  • Relativ niedrige Anschaffungskosten, kaum Wartungskosten.
  • Kein Abgaskamin nötig, keine Kosten für einen jährlichen Schornsteinfegerbesuch.

Was sind die Nachteile einer Elektroheizung?

  • Geringe Effizienz, sehr hoher Stromverbrauch (Die Heizkosten sind fast doppelt so hoch wie bei anderen Heizsystemen!).
  • Sehr hoher CO2-Ausstoß.
  • Relativ unflexibel bei Temperaturwechseln.

Wie hoch sind die Kosten einer Elektroheizung?

Eine moderne Nachtspeicherheizung ist relativ günstig in der Anschaffung. Die Kosten variieren je nach Heizleistung zwischen ca. 650 Euro für 1,6 kW und 1.000 Euro für 7 kW. Hinzu kommen Kosten für Installation und Montage. Bedenken sollte man die relativ hohen Heizkosten. Beim Austauch einer alten Nachtspeicherheizung fallen außerdem Entsorgungskosten an sowie evtl. Kosten für die Modernisierung oder Umstellung von Zähler u.a.

Gibt es Fördermöglichkeiten?

KfW und BAFA fördern die Umrüstung alter Nachtspeicheröfen. 

 

Tipp
Auch die Nachtspeicherheizung kann mit anderen Heizarten kombiniert werden. Beachten Sie außerdem, dass es spezielle Ökotarife für Heizstrom gibt!

Ausführliche Informationen zur Elektroheizung erhalten Sie in unserem Ratgeber Nachtspeicherheizung.

Wärmepumpe

Wärmepumpe ist nicht gleich Wärmepumpe. Je nachdem, woher die Energie für den Wärmepumpenstrom gewonnen wird, unterscheidet man zwischen Luftwärmepumpe, Erdwärmepumpe und Wasserwärmepumpe.

Welche Vorteile hat das Heizen mit Wärmepumpe?

  • Sehr hohe Energieeffizienz.
  • Geringe Heizkosten.
  • Geringe Wartungskosten.
  • Klimafreundliche Heizmethode.
  • Eine Wärmepumpe kann auch zum Kühlen genutzt werden.

Was sind die Nachteile einer Wärmepumpe?

  • Relativ hohe Anschaffungskosten.
  • Eine Wärmepumpe benötigt vergleichsweise viel Platz.
  • Evtl. gibt es behördliche Auflagen.
  • Wirtschaftlichkeit muss sehr genau berechnet werden.
  • z.T. Einsatz schädlicher Kühlmittel.

Wie hoch sind die Kosten einer Wärmepumpe?

Die Anschaffungskosten variieren je nach Art der Wärmepumpe. Sie sollten für Pumpe und Installation mit mindestens 12.000 Euro rechnen. Für teure Wasserwärmepumpen können Kosten von rund 25.000 Euro anfallen. Die Heizkosten sind dafür relativ niedrig.

Gibt es Fördermöglichkeiten?

Es gibt verschiedene Förderprogramme für Wärmepumpen, sowohl von KfW und BAFA als auch von örtlichen Energieversorgern. 

In unserem Ratgeber Wärmepumpe erhalten Sie ausführliche Informationen zu Funktion, Installation und Kosten der Wärmepumpe. 

Holzheizung / Holzpellet-Heizung

Welche Vorteile hat eine Holzheizung?

  • Heizen mit nachwachsendem Rohstoff.
  • Nahezu CO2-neutrale Verbrennung.
  • Niedrige und relativ konstante Betriebskosten.
  • Eine Holzheizung kann problemlos mit Solarthermie kombiniert werden.
  • Moderne Holzheizungen haben einen sehr hohen Wirkungsgrad (>90 %).

Was sind die Nachteile einer Holzheizung?

  • Für eine Holzheizung wird viel Platz benötigt, insbesondere wenn es sich um eine Pellet-Zentralheizung handelt.
  • Gut zugänglicher Lagerraum für Pellets notwendig.
  • Hohe Anschaffungskosten.
  • Feinstaubemissionen.

Wie hoch sind die Kosten einer Holzheizung?

Die Kosten für eine Holzheizung inklusive Installation starten bei ca. 9.000 Euro (Holzvergaser). Eine Pelletheizung kostet im Komplettpaket in der Regel zwischen 19.000 und 24.000 Euro, eine Hackschnitzelheizung zwischen 20.000 und 26.000 Euro. Die Kosten variieren je nach Leistung des Heizkessels. 

Gibt es Fördermöglichkeiten?

Die BAFA fördert den Einbau bestimmter Holzheizungen in Bestandsbauten. Von der KfW gibt es darüber hinaus Förderprogramme für die energieeffiziente Sanierung und Modernisierung von Wohnraum. 

Tipp
Eine effiziente Holzheizung eignet sich besonders für den Ersatz einer alten Ölheizung, da in diesem Fall bereits ein Lagerraum für den Brennstoff, also das Öl bzw. die Pellets, vorhanden ist.

Blockheizkraftwerk (BHKW)

Ein BHKW ist eine "stromproduzierende Heizung" und funktioniert wie die Fernwärme mittels Kraft-Wärme-Kopplung. In einem Blockheizkraftwerk wird die Energie dort produziert, wo sie verbraucht wird - dies unterscheidet BHKW und Fernwärme.

Welche Vorteile hat ein BHKW?

  • Ein Blockheizkraftwerk erzeugt Strom und Wärme.
  • Ein Blockheizkraftwerk hat einen hohen Wirkungsgrad von über 90 %.
  • Der CO2-Ausstoß ist bei Kraft-Wärme-Kopplung rund ein Drittel niedriger als bei getrennter Wärme- und Stromgewinnung.
  • Geringer Platzbedarf (ein Blockheizkraftwerk ist meist nur etwas größer als ein Kühlschrank).
  • Überschüssiger Strom kann ins Netz eingespeist werden und wird vergütet.
  • Unabhängigkeit von Energieversorgern.
  • Wertsteigerung für Gebäude.

Was sind die Nachteile eines BHKW?

  • Hohe Anschaffungs- und Wartungskosten.
  • Wirtschaftlichkeit muss genau kalkuliert werden; die Anschaffung eines BHKW lohnt sich erst ab einem bestimmtem Energiebedarf.
  • BHKW werden oft mit fossilen Brennstoffen betrieben (Erdgas oder Heizöl).
  • Kleine, sogenannte Nano-BHKW decken nicht den gesamten Strombedarf, es muss also Strom für die Energieversorgung zugekauft werden.

Wie hoch sind die Kosten eines BHKW?

Die Kosten für ein BHKW für Einfamilienhäuser starten bei rund 10.000 Euro. Je größer die Heizleistung, desto teurer das BHKW. 

Gibt es Fördermöglichkeiten?

Neben KfW und BAFA fördern auch viele Bundesländer diese energieeffiziente Heizmethode.

Weitere Informationen zum Blockheizkraftwerk finden Sie in unserem Ratgeber BHKW & Passivhaus.

Solarthermie-Heizung

Welche Vorteile hat eine Solarthermie-Heizung?

  • Hohe Energieeffizienz.
  • Sehr niedrige Heizkosten.
  • Durch die Nutzung einer regenerativen Energie ist die Solarthermie CO2-neutral und emissionsfrei.
  • Lange Lebensdauer.
  • Kein Lagerraum notwendig.
  • Unabhängigkeit von Energieversorgern.

Was sind die Nachteile einer Solarthermie-Heizung?

  • Eine Solarthermie-Heizung kann nicht den gesamten Wärmebedarf decken, sondern lediglich andere Heizsysteme unterstützen.
  • Richtige Dimensionierung äußerst wichtig.
  • Laufende Stromkosten, da die Solarpumpe elektrisch betrieben wird.
  • Nicht jedes Dach eignet sich zur Installation von Kollektoren und Solarzellen (Größe, Neigung, Ausrichtung).
  • Evtl. Zusatzkosten durch Versicherung der Solaranlage gegen Sturm- und Hagelschäden.

Wie hoch sind die Kosten einer Solarthermie-Heizung?

Für Kollektor und Speicher ist bei 15 m² mit 5.000 € bis 6.000 € zu rechnen. Hinzu kommen etwa 2.000 Euro Installationskosten für die Solaranlage. Kollektoren mit Vakuumröhren sind teurer.

Gibt es Fördermöglichkeiten?

Sowohl BAFA als auch KfW haben Förderprogramm für Solarthermie.

Tipp
Solarthermie-Heizungen eignen sich sehr gut für die Kombination mit einer Wärmepumpe, einer Pellet- oder einer Gasheizung. 

Ausführliche Informationen erhalten Sie in unserem Ratgeber Solarthermie

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