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Stromerzeugung Die Sommerhitze trifft auch deutsche Stromkonzerne

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Des einen Freud ist des anderen Leid: Schon seit Wochen hält sich der Sommer in Deutschland und scheint sich nun auch auf die großen Stromkonzerne auszuwirken. Noch trotzen viele der Hitze, aber das könnte sich ändern.

Kernkraftwerk am Fluss
Das Kernkraftwerk der E.ON-Tochter PreussenElektra drosselte die Leistung zweier Kernkraftwerke.
Die momentanen hohen Temperaturen in Deutschland haben zur Folge, dass auch in vielen Gewässern die Wassertemperatur steigt. Dies wiederum könnte dazu führen, dass Kraftwerke gedrosselt werden müssen, da sie mit ihrem abgeleiteten Kühlwasser die Gewässer nicht noch mehr aufheizen würden. Zudem erhöht auch zu wenig Strom aus Windkraft die Leistung der Grundlastkraftwerke und aufgrund des anhaltenden Niedrigwassers des Rheins müssen selbst Kohlekraftwerke mit Lieferengpässen rechnen, da die Frachter nicht voll beladen werden können. Allerdings gibt die Bundesnetzagentur Entwarnung: Mit Engpässen in der Stromversorgung rechnet sie bis dato nicht. Bis auf einige Ausnahmen trotzen die Stromkonzerne der Hitze erfolgreich.

Die derzeitige Lage der Stromkonzerne

Der größte Stromerzeuger Deutschlands RWE musste bis jetzt keine Kraftwerke in ihrer Leistung drosseln. Die Kohlekraftwerke werden mit Grubenwasser aus dem Tagebau gekühlt und die Grundlastkraftwerke gleichen die Flaute der Windkraftanlagen aus. Auch nur ein Kraftwerk in Wilhelmshaven des Versorgers Uniper wurde gedrosselt – alle anderen arbeiten in ihrer Produktion normal weiter. Das Kernkraftwerk der E.ON-Tochter PreussenElektra drosselte die Leistung zweier Kernkraftwerke geringfügig, um Umweltschutzauflagen bezüglich der Wassertemperatur gerecht zu werden. Und auch der Versorger EnBW musste lediglich einen Block des Steinkohle-Dampfkraftwerks im Karlsruher Rheinhafen abstellen und das Kernkraftwerk Philippsburg wurde um 10 Prozent in seiner Leistung gedrosselt.

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