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Mathias Lelievre von ENGIE Impact:
Unternehmen müssen Kohlenstoff wie Bargeld verwalten

09.11.2021
Mathias Lelievre
Mathias Lelievre, CEO ENGIE Impact

CHECK24: Was ist die Idee hinter ENGIE Impact und wer ist Ihre Zielgruppe?

Mathias Lelievre: ENGIE Impact wurde 2019 gegründet, um die Nachhaltigkeitstransformation von Unternehmen, Städten und Regierungen auf der ganzen Welt zu beschleunigen und global eine führende Rolle beim Übergang zu Netto-Null-Emissionen zu übernehmen. Mit Beginn dieses Klima-Jahrzehnts haben sich zahlreiche Unternehmen immer ehrgeizigere Nachhaltigkeits- und CO₂-Reduktionsziele gesetzt, doch diese Ziele sind oft schwer zu erreichen. Tatsächlich zeigen unsere Untersuchungen, dass weniger als 30 Prozent der Unternehmen ihre Kohlenstoffreduktionsziele auch erreichen werden. Um die wirtschaftlichen Interessen mit Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen, müssen Unternehmen von einem lokalen Ansatz zu einem Portfolio-Ansatz übergehen und von isolierten zu integrierten Lösungen wechseln. Genau hier setzen wir an und beraten Unternehmen, die Unterstützung brauchen. ENGIE Impact vereint eine breite Palette an strategischen und technischen Kompetenzen, um Kunden bei der Bewältigung ihrer Nachhaltigkeitsherausforderungen von der Strategie bis zur Umsetzung zu begleiten.

CHECK24: Der Weltklimabericht besagt, dass bereits 2030 eine Erderwärmung von 1,5 Grad erreicht sein wird. Wie beeinflusst diese Prognose Ihre Arbeit?

Mathias Lelievre: Der jüngste IPCC-Bericht bestätigt mit „Alarmstufe Rot für die Menschheit“ die Notwendigkeit sofortiger Maßnahmen gegen den Klimawandel, sowohl auf organisatorischer als auch auf staatlicher Ebene. Das heißt auch, dass wir das Netto-Null-Emissionsziel vorantreiben müssen. Für Unternehmen reicht es nicht länger aus, einen reaktiven Jahresbericht über ihre Kohlenstoffemissionen zu veröffentlichen. Sie müssen Kohlenstoff wie Bargeld verwalten. Diese komplexen Herausforderungen bewältigen Unternehmen nur, wenn sie über ihre eigenen Grenzen hinausdenken und auch die Lieferketten ihrer Produkte und Dienstleistungen einbeziehen. Digitale Lösungen, wie ENGIE Ellipse, unsere Net-Zero-Carbon-Plattform, können Unternehmen dabei helfen, ihre Emissionen in Echtzeit zu verfolgen, datengestützte Dekarbonisierungsstrategien zu entwickeln, Fortschritte aufzuzeichnen und Nachhaltigkeitsinvestitionen zu optimieren. Gemeinsam wollen wir mit Unternehmen das Warum, Wann, Wo und Was einer Netto-Null-Zukunft klären und das gelingt mit Hilfe von datengestützten Entscheidungen und fundiertem Fachwissen.

CHECK24: Bei Ihren Werten führen Sie „mutig“ auf. Wäre „notwendig“ nicht der passendere Ausdruck für Ihre Arbeit?

Mathias Lelievre: Die Arbeit, die wir für unsere Kunden leisten, ist zweifellos notwendig, um die nächste globale Krise, den Klimawandel, zu bewältigen. Es gibt jedoch nicht den einen Weg, der eingeschlagen werden kann, und jede Nachhaltigkeitstransformation ist anders. Die Betonung des Begriffs „mutig“ soll zeigen, dass wir bereit sind, über den Tellerrand hinauszuschauen, um die richtige, maßgeschneiderte Lösung für die spezifischen Nachhaltigkeitsstrategien und -maßnahmen zu finden. Mutig UND notwendig sind in jedem Fall beides passende Ausdrücke für das was wir tun.

CHECK24: Sie nutzen den Begriff „Nachhaltigkeitstransformation“ als Tätigkeitsbeschreibung. Was können wir uns darunter vorstellen?

Mathias Lelievre: Um die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen, müssen die weltweiten Emissionen nach Ansicht des Klimarates der Vereinten Nationen bis 2030 um 45 Prozent und bis Mitte des Jahrhunderts um 90 Prozent reduziert werden. Bislang sind 85 Prozent der Fortune-500-Unternehmen ambitionierte Nachhaltigkeitsverpflichtungen eingegangen, aber nur 30 Prozent sind auf einem guten Weg, diese auch einzuhalten. Eine erfolgreiche Nachhaltigkeitstransformation erfordert ein tiefes Verständnis für technische Lösungen, eine starke Einbeziehung der Stakeholder und eine Reihe von Investitionen, die auf jedes einzelne Unternehmen zugeschnitten sind. Unternehmen wollen Nachhaltigkeit vorantreiben. Die Herausforderung besteht jedoch darin, dass viele dieser Bemühungen bislang isoliert und auf lokaler Ebene durchgeführt wurden. Eine echte Nachhaltigkeitstransformation kann nur dann gelingen, wenn ganzheitlich und programmatisch gehandelt wird und sie auf der Tagesordnung der Führungsebene steht. Sobald Nachhaltigkeit im Kern der Strategie verankert und nicht mehr nur ein Randthema ist, ist eine erfolgreiche Nachhaltigkeitstransformation möglich. Die gute Nachricht ist, dass wir über die Mittel verfügen, Nachhaltigkeit jetzt umzusetzen, indem wir das wirtschaftliche Paradigma und die ökologische Herausforderung miteinander in Einklang bringen. ENGIE Impact hat ein Rahmenwerk mit drei grundlegenden Dimensionen entwickelt, das jedem Unternehmen dabei helfen kann, seine Netto-Null- oder Nachhaltigkeitstransformation zu planen und schnell voranzutreiben:

  • Hebel der Dekarbonisierung, die Unternehmen nutzen (z. B. erneuerbare Energien, Energieeffizienz).
  • Größenordnungen, in denen Unternehmen ihre Abläufe umgestalten (z. B. Lieferketten, CO2-Fußabdruck, Betriebskultur, Ressourcenmanagement).
  • Rahmenbedingungen (z.B. digitale Tools, Kohlenstoffbilanz), die als Grundlage für die Erschließung von Chancen und die Beschleunigung der Dekarbonisierung dienen.
  • Durch ein besseres Verständnis der größten Emissionsquellen werden Unternehmen in der Lage sein, einen Plan für ihre Nachhaltigkeitstransformation zu erstellen und zu verfolgen.

CHECK24: Sie arbeiten mit internationalen Großkonzernen zusammen. Können auch kleine Gewerbe und Privathaushalte von Ihrem Service profitieren?

Mathias Lelievre: Auch für kleine und mittlere Unternehmen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, eine Netto-Null-Transformation zu erreichen. Durch unsere eigenen Erfahrungen bei ENGIE Impact, einem globalen Dienstleistungsunternehmen mit 2.500 Mitarbeitern, haben wir festgestellt, dass viele der Schritte auf dem Weg dorthin im Großen und Ganzen die gleichen sind wie bei größeren Unternehmen: Die Stakeholder aktiv einbeziehen, ein Verständnis für den eigenen Fußabdruck gewinnen, Ziele auf der Grundlage von Daten und wissenschaftlichen Erkenntnissen festlegen und einen positiven Business Case zur Finanzierung dieser Aktivitäten erstellen. Gerade die Unternehmen, deren Budgets etwas knapper sind, wollen ihre Maßnahmen schnell vorantreiben, um sich die finanziellen Vorteile zu sichern. Sie sollten aber keinen der Schritte auf dem Weg auslassen, um sich wirklich sicher für die Zukunft aufzustellen und die Vorteile eines nachhaltigen Unternehmens voll auszuschöpfen. Wenn die Entwicklung von Strategie und Maßnahmen Unternehmen an ihre Grenzen bringt, ist es sinnvoll, externe Experten einzubeziehen. Sie verfügen über das notwendige Fachwissen und den Unternehmen bleibt mehr Zeit für die Umsetzung der Maßnahmen.

CHECK24: Können Sie uns kurz skizzieren wie ENGIE Impact eine Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt?

Mathias Lelievre: Eine Nachhaltigkeitsstrategie muss zwar für jedes Unternehmen individuell angepasst werden, die folgenden Punkte können aber als Kernstruktur genutzt werden. Beziehen Sie Ihre Stakeholder mit ein und holen Sie sich Unterstützung durch die Führungsebene. Vergewissern Sie sich vor der Umsetzung einer Nachhaltigkeitsstrategie, dass Sie die Unterstützung von Stakeholdern und Führungskräften haben. Die Unterstützung der Führungsebene ist nach wie vor ein entscheidender Faktor für eine erfolgreiche Nachhaltigkeitstransformation. Denn ohne diese scheitern 80 Prozent der Projekte. Es ist wichtig, die Unterstützung aktiv einzufordern und zu intensivieren sowie Nachhaltigkeit in bestehende Unternehmensinitiativen einzubetten.

  1. Aktueller Zustand: Erstellen Sie einen Berichtsbogen – Bestimmen Sie Ihren Fußabdruck in Bezug auf die wichtigsten Ressourcen: Energie, Wasser, Abfall und Kohlenstoff. Damit Sie später Fortschritte erkennen können, benötigen Sie den aktuellen Stand als Basis. Unternehmen mit großen und geografisch verteilten Portfolios stehen vor besonderen Herausforderungen. Sie müssen verschiedene Standortbedingungen, Vorschriften, Klimabedingungen, Versorgungsraten und mehr berücksichtigen.
  2. Strategie und Programmentwurf: Erstellen Sie umsetzbare Roadmaps. Eine solide Strategie ist entscheidend, um sicherzustellen, dass Unternehmen ihre Rendite maximieren und sich auf die wesentlichen Geschäftsthemen konzentrieren. Entscheidend für eine erfolgreiche Strategie sind ein solider Business Case, die Unterstützung der Geschäftsführung, klare Ziele und ein detaillierter Plan.
  3. Umsetzung: Sicherstellung einer reibungslosen, fristgerechten Einführung – Festlegen von operativen Prioritäten (z.B.: Zeitrahmen, Projektkosten). Priorisierung der Projekte für eine optimale Rendite. Strukturierung von Lieferantenmeetings und -kommunikation.
  4. Globales Reporting & Analysen: Teilen Sie Ihren Fortschritt und messen Sie, das was wichtig ist. Binden Sie Ihre Mitarbeiter ein, indem Sie die Ergebnisse mit ihnen teilen. Legen Sie Ihre Fortschritte anhand von branchenüblichen Standards offen und erfüllen Sie die Compliance-Anforderungen.
  5. Leistungsoptimierung: Kurskorrektur – Analysieren Sie granulare Daten während der Pilotphasen. Analysieren Sie Trends im gesamten Portfolio. Stellen Sie sicher, dass die Ergebnisberichte künftige Projekte vorantreiben. Passen Sie den Betrieb an die sich weiterentwickelnde Technik an.

CHECK24: Wie lässt sich der Erfolg eines Nachhaltigkeitskonzepts messen?

Mathias Lelievre: Eine genaue Nachverfolgung und Berichterstattung hilft Unternehmen dabei nachzuweisen, dass ihre Nachhaltigkeitsstrategie mit dem richtigen Tempo voranschreitet, ihre Initiativen erfolgreich sind und die Versprechen an die Stakeholder eingehalten werden. Fortschrittliche Analysetools und proaktive Einblicke unterstützen Unternehmen dabei, Chancen zu erkennen, Fortschritte zu verfolgen und die Leistung in den Bereichen Energie, Wasser, Abfall und Kohlenstoffemissionen offenzulegen. Organisationen wie CDP verfolgen beispielsweise stetig die Fortschritte der Nachhaltigkeitsbemühungen von Unternehmen auf der ganzen Welt.

Die einzige Möglichkeit für ein Unternehmen, die Effektivität seiner Nachhaltigkeitstransformation zu messen, besteht darin, eine konsistente und umfassende Analyse der Unternehmensleistung und der sich verändernden Marktbedingungen durchzuführen. Fundierte Entscheidungen werden durch die richtigen Daten und Analysen gestützt und führen zu einem Verständnis darüber, was funktioniert und welcher Schritt der Nächste ist. Mit diesen Erkenntnissen lassen sich Chancen erkennen, die Leistung bewerten und Fortschritte kommunizieren, um auch künftig für Wachstum und Weiterentwicklung zu sorgen.

CHECK24: Herr Lelievre, wir danken Ihnen für das Gespräch.


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