Sie sind hier:

Studie zu Strom- und Gaspreisen Warum Gas teurer werden sollte

|

Gas und andere fossile Brennstoffe sollten teurer werden, Strom dagegen günstiger. Dies fordert der Thinktank Agora Energiewende in der aktuellen Grundlagenstudie „Neue Preismodelle für Energie“. 

Auf Gas werden vergleichsweise wenige Steuern und Umlagen erhoben.
Auf Erdgas werden vergleichsweise wenig Steuern, Abgaben und Umlagen erhoben.
Die Steuerbelastung auf Strom ist viel höher als bei Gas und anderen fossilen Energieträgern. Während Verbraucher pro Kilowattstunde Erdgas im Schnitt 2,2 Cent an Steuern, Abgaben und Umlagen bezahlen müssen, sind es für eine Kilowattstunde Strom 18,7 Cent. Das sind circa 60 Prozent des Strompreises, den Endkunden bezahlen. Beim Heizöl ist der Anteil an Steuern, Abgaben und Umlagen noch geringer als bei Erdgas. Umgerechnet von Liter auf Kilowattstunden fallen lediglich 0,6 Cent pro Kilowattstunde Heizöl an.


Klimafreundlicher Energieverbrauch muss sich lohnen

Dieses Ungleichgewicht muss sich nach Ansicht von Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende, unbedingt aufgehoben werden. Momentan würde klimafreundlicher Energieverbrauch bestraft und klimaschädliches Verhalten belohnt, so Graichen. Die Wärmewende etwa, also die Umstellung der Wärmeversorgung von fossilen Brennstoffen wie Gas auf Ökostrom, könne nur umgesetzt werden, wenn das System der Abgaben und Umlagen auf Energiepreise „vom Kopf auf die Füße gestellt“ werde.
 

Steuersätze auf Strom und Gas unterschiedlich hoch

Graichen betonte, man wolle derzeit noch keinen konkreten Reform-Vorschlag machen, sondern zunächst alle Handlungsoptionen analysieren. Denkbar sind verschiedene Lösungsansätze. Eine Variante wäre die Angleichung der unterschiedlich hohen Steuersätze.