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Gaspreise Stopp bei Nord Stream 2 lässt Gaspreis steigen

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Die Gaspreise am europäischen Gasmarkt haben erneut angezogen. An der niederländischen Gasbörse erreichte der Gaspreis mit 100 Euro pro Megawattstunde ein erneutes Rekordhoch. Grund dafür ist die vorläufige Aussetzung der Zertifizierung der Gaspipeline Nord Stream 2 durch die Bundesnetzagentur.

Nord Stream 2 könnte erst im Sommer 2021 genehmigt werden.
Nord Stream 2 könnte erst im Sommer 2022 genehmigt werden.
Die Genehmigung für die umstrittene Gaspipeline Nord Stream 2 wird sich demnach um mehrere Monate verschieben. Energieexperten gehen davon aus, dass das Genehmigungsverfahren noch bis Sommer 2022 dauern könnte. Dies könnte enormen Einfluss auf die Gasversorgung und die Gaspreise in Europa nehmen. Bisher weist wenig darauf hin, dass Russland seine Gaslieferkapazitäten erhöht, solange Nord Stream 2 nicht genehmigt ist. Russland nutzt augenscheinlich seine Stellung als Gasimporteur aus, um das Genehmigungsverfahren zu beschleunigen. Die Gasknappheit in Europa wird also vorerst weiterhin bestehen. Für Unternehmen, Anleger und Verbraucher*innen heißt das, dass der Gasmarkt weiter angespannt bleibt. Die steigenden Gaspreise könnten zudem zu sogenannten Substitutionseffekten führen. Wenn der Gaspreis überproportional ansteigt, könnten Stromerzeuger ihre Gaskraftwerke zwischenzeitlich mit Öl betreiben. Das hätte wiederum Effekte auf den Ölpreis. Im Gegensatz zum Gasmarkt ist der Ölmarkt jedoch entspannter. Die Internationale Energieagentur prognostiziert sogar ein Ende der Ölpreisrally. Verbraucher*innen bekommen die Gaspreiserhöhungen am Markt bereits zu spüren: Mittlerweile haben 336 Gasgrundversorger ihre Gaspreise erhöht oder Erhöhungen angekündigt.