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Gaspreise Gaskunden sollen für Flüssiggas-Häfen zahlen

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Deutschland soll nach Plänen von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier Fracking-Gas aus den USA importieren. Dafür müssen deutsche Häfen entsprechend ausgebaut werden. Die Kosten sollen die Gaskunden tragen. Dies berichtet Spiegel online.

Frackinganlage zur Erdgas Förderung in den USA
Fracking-Anlage in den USA.
Die USA haben große Vorräte an sogenanntem Flüssigerdgas (LNG), das durch die umstrittene Fracking-Methode gewonnen wird. Dieses soll nach Europa verkauft werden. Doch bisher gibt es in keinem deutschen Hafen einen entsprechenden Terminal, an dem das Erdgas von den Schiffen aufgenommen und zwischengelagert werden kann, heißt es in dem Bericht des Spiegel.
 

Steigende Gaspreise möglich

Altmaier hat nun eine Verordnung auf den Weg gebracht, die den rechtlichen Rahmen für den Bau der Terminals regeln soll. Darin werden die Gasnetzbetreiber verpflichtet, rechtzeitig Anschlüsse zu den geplanten LNG-Terminals zu bauen. Die Verbraucher dürfen durch die Netzbetreiber an den Kosten beteiligt werden. Konkret heißt das, die Kosten werden teilweise auf die Gaskunden umgelegt – und die Gaspreise steigen. Das Verfahren soll bis zur Sommerpause abgeschlossen sein.

Altmaiers Vorhaben wird von Umweltverbänden heftig kritisiert: „Schmutziges Fracking-Gas importieren und dafür die Gaskunden zahlen lassen – das geht nicht“, erklärt Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe.
 

Deutschland will weniger abhängig von russischem Erdgas werden

Hintergrund für Altmaiers Vorhaben ist dem Spiegel-online-Bericht zufolge die heftige Kritik an der deutch-russischen Gas-Pipeline Nord Stream 2. Deutschland erhöhe so die Abhängigkeit von russischem Erdgas, so die Befürchtung. Auch US-Präsident Donald Trump kritisiert das Projekt heftig. Der Import von us-amerikanischem Flüssigerdgas soll dieser Abhängigkeit entgegenwirken.