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Biogas: Branche blickt positiv in die Zukunft

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Die EEG-Reform 2016 brachte einige Einbußen für die Biogasbranche mit sich. Dennoch blickt der Fachverbandspräsident Horst Seide im Gespräch mit top agrar.online optimistisch in das Jahr 2017. Dabei setzt er vor allem Hoffnung in die Anschlussregelungen für bestehende Biogasanlagen.

Biogasanlage
Biogas soll wichtigere Rolle im Wärmesektor spielen.
Da sich der Bau neuer Anlagen durch das neue Ausschreibungsverfahren gerade für kleine Anlagenbetreiber nicht mehr lohnt, wird es laut Seide immer wichtiger, dass Bestandsanlagen weiter gefördert werden.
 

Biogas als flexibler Stromlieferant

Bisher dienten die Biogasanlagen rund um die Uhr der Stromerzeugung. Mit dem neuen Ausschreibungsverfahren können nur die Anlagenbetreiber ihre erzeugte Energie einspeisen, die den Zuschlag erhalten haben. Sie haben vorab zugesichert, eine bestimmte Strommenge zu einem Gebotswert zu produzieren. Die restlichen Anlagenbetreiber müssen Möglichkeiten finden, die Bioenergie zu speichern und sie bei Bedarf abzugeben.
 

Biomasse als Wärmelieferant

Weiteres Potenzial sieht Seide im Wärmesektor. Er plädiert dafür, dass noch mehr mit Biogas geheizt werden sollte. Damit sich die Wärmeerzeugung für die Anlagenbetreiber lohnt, müsste die Wärme aus Biogas jedoch einen besseren Preis erzielen. Der Durchschnittspreis von derzeit 2,1 Cent pro kWh fällt demnach zu gering aus. Eine weitere Möglichkeit den Biogasmarkt aufrecht zu erhalten, liegt laut Seide in der Aufbereitung zu Biomethan. Wird aus Biogas Biomethan kann es ins Erdgasnetz eingespeist werden.
 

Wichtiger Wirtschaftsfaktor

Gerade in ländlichen Gebieten spielt Biogas eine große Rolle. Nicht nur die Betreiber profitieren von den Anlagen, sondern auch Handwerker, die für die Wartung und Reparatur zuständig sind. Die Anlagen spülen zudem Gewerbesteuer in die Kassen der Gemeinden und werden so zum wichtigen Wirtschaftsfaktor im ländlichen Raum.