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Biogas Alternative zu Mais als Energiepflanze gefunden

München, | 11:54 | mwa

Für die Erzeugung von Biogas wird immer mehr Mais angepflanzt. Die Monokulturen stehen jedoch stark in der Kritik. In Baden-Württemberg hat man nun eine Alternative gefunden, die bei Landwirten und Umweltschützern auf Begeisterung stößt. 

Biogasanlage: Biogas kann auch aus der Pflanze Silphie hergestellt werden. Als Rohstoff für Biogasanlagen eignet sich die Durchwachsene Silphie ebenso wie Mais.
Mais-Monokulturen führen zur Zerstörung von Böden, heißt es immer wieder. Doch für die Herstellung von Ökogas galt Mais als Energiepflanze bisher als alternativlos. Nun haben Landwirte herausgefunden, dass die Durchwachsene Silphie als Energierohstoff ebenso effizient ist wie Mais, berichtet die Wirtschaftswoche.
 

Energiepflanze mit vielen Vorteilen

Die Durchwachsene Silphie kann als Partnerpflanze mit dem Mais angebaut werden. Wird abwechselnd eine Reihe Mais und eine Reihe Silphie gesät, beeinflusst letztere das Wachstum der Maispflanzen nicht. Sie können im Herbst als Rohstoff für Biogasanlagen geerntet werden. Im zweiten Jahr wächst die Durchwachsene Silphie. Sie bringt in etwa den gleichen Ertrag wie Mais – und hat viele Vorteile: So kommt die Silphie ab dem zweiten Jahr ohne Dünger und Insektenschutzmittel aus. Ab dem zweiten Jahr wächst sie mindestens zehn Jahre lang jährlich und garantiert so eine sichere Ernte. Zudem nutzen viele Kleintiere die Pflanze, die oft höher wird als Mais, als Unterschlupf. Auch bei Imkern ist die Durchwachsene Silphie beliebt, weil sie während ihrer Blütezeit von Juni bis Septembers Bienen Nahrung bietet.
 

Ein Quantensprung für die Biogasbranche

Der Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes Biogas, Claudius da Costa Gomez, spricht von einem „Quantensprung für die Biogasbranche“. Der Anbau der Durchwachsenen Silphie reduziere auf dem Acker massiv Erosionserscheinungen, leiste durch Humusaufbau einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz und sorge mit ihrem bis zu zwei Meter tiefen Wurzelwerk für hervorragenden Trinkwasserschutz. In Baden-Württemberg wird die Pflanze bereits auf knapp 500 Hektar angebaut. Das Gas aus den Biogasanlagen, in denen die Energiepflanze landet, wird in Blockheizkraftwerken in Wärmeenergie umgewandelt. Ein Teil wird zudem zu Biomethan veredelt und ins öffentliche Erdgasnetz eingespeist. 

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