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Immobilienboom ist ungebrochen Wohnimmobilienkäufe sinken, Preise steigen weiter

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Bauland wird knapper, Immobilienpreise steigen weiter – laut GEWOS Institut wachsen die Umsätze auf dem deutschen Immobilienmarkt zum sechsten Mal in Folge. Zwei Faktoren tragen besonders zu dieser Entwicklung bei.
Ein Paar steht vor einem Haus.

Auch in naher Zukunft werden die Immobilienpreise in Deutschland weiter steigen.

Der Immobilienboom in Deutschland hält an: Zum sechsten Mal in Folge stiegen die Umsätze auf dem deutschen Immobilienmarkt – und das, obwohl zuletzt weniger Immobilien den Besitzer wechselten. Bundesweit führten 907.000 Immobilienverkäufe zu einem Rekordumsatz von 239,7 Milliarden Euro. Das geht aus der GEWOS-Immobilienmarktanalyse hervor. Für die Studie hat das  unabhängige Beratungs- und Forschungsinstituts alle Verkäufe im Jahr 2017 erfasst und ausgewertet. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Verkäufe auf dem gesamten deutschen Immobilienmarkt nach drei Jahren des Anstiegs erstmals wieder gesunken: Das Forschungsinstitut registrierte 2017 zwei Prozent weniger Käufe als im Vorjahr. Besonders die Zahl der verkauften Wohnbauflächen, aber auch die Zahl der verkauften Wohnungen und Einfamilienhäuser ist im letzten Jahr gesunken.

Immobilienpreise werden weiter steigen

Für potenzielle Bauherren bedeuten die Ergebnisse der GEWOS-Immobilienmarktanalyse, dass sie sich in den nächsten Jahren auch weiterhin auf steigende Kaufpreise für Wohnimmobilien und für Wohnbauland einstellen müssen. GEWOS prognostiziert bei den Preisen für Wohnbauland einen Anstieg von neun Prozent allein in diesem Jahr. Dieser Anstieg dürfte sich im nächsten Jahr zwar auf sechs Prozent abschwächen, aber eine Steigerung des Angebots von Wohnbauland bleibt für die Autoren nicht ersichtlich. Die Forscher erwarten, dass der Umsatz mit Immobilienverkäufen in diesem Jahr erneut um fünf Prozent auf 251,1 Milliarden Euro steigen wird. Auch für 2019 rechnen die Autoren der Studie mit einem erneuten Umsatzrekord am deutschen Immobilienmarkt in Höhe von 262,1 Milliarden Euro.

Weniger Wohnimmobilien werden verkauft, das Umsatzvolumen steigt aber trotzdem

Mit 62,7 Milliarden Euro für Eigentumswohnungen und 60,5 Milliarden Euro für Einfamilienhäuser stieg der Gesamtumsatz durch die Verkäufe auf neue Rekordwerte. Gegenüber 2016 ist der Geldumsatz für Wohnimmobilien insgesamt um fünf Prozent gestiegen. Da überrascht es umso mehr, dass die Zahl der Verkäufe von Eigenheimen und Eigentumswohnungen im vergangenen Jahr zum zweiten Mal in Folge rückläufig war. 2017 gingen die Verkäufe von Eigenheimen in der Bundesrepublik im Vergleich zum Vorjahr um ein Prozent zurück, bei den Eigentumswohnungen gar um vier Prozent. Obwohl der bundesweite Umsatz aus Verkäufen von Wohneigentum in absoluten Zahlen einen neuen Rekord darstellt, stieg er im Vergleich zu den Jahren davor weniger stark. Demnach stiegen auch die Kaufpreise für Wohneigentum mit fünf Prozent im letzten Jahr weniger stark als in den Jahren zuvor. Dennoch sind die weiter steigenden Immobilienpreise die Ursache für den erneuten Rekordumsatz.

Wer baut muss länger auf die Fertigstellung warten

Niedrige Zinsen für Baufinanzierungen und ein knappes Angebot an Wohnimmobilien sorgen weiterhin für eine hohe Nachfrage nach Wohneigentum, weshalb die Immobilienpreise weiter steigen. GEWOS nennt noch weitere Gründe: Steigende Preise sind auch ein Resultat länger werdender Bauzeiten und wachsender Kapazitätsengpässe. Durch den Bauboom fehlt es an Fachkräften für immer mehr Bauvorhaben, weshalb Baufertigstellungen länger dauern. Im letzten Jahr lagen im bundesweiten Schnitt 25 Monate zwischen der Genehmigung eines Bauvorhabens und dessen Fertigstellung. Zehn Jahre zuvor waren es noch 22 Monate. In Berlin dauert es deutlich länger: In der Hauptstadt vergehen zwischen Genehmigung und Fertigstellung einer Neubaueigentumswohnung durchschnittlich 35 Monate, vor zehn Jahren dauerte es ein Jahr weniger.

Immer weniger Bauland steht zur Verfügung

Ein weiterer Grund für die weiterhin steigenden Immobilienpreise ist der starke Anstieg der Baulandpreise. Während 2016 der durchschnittliche Quadratmeter-Preis von Wohnbauland um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist, hat sich der Anstieg im letzten Jahr mit elf Prozent mehr als verdoppelt. Das liegt vor allem daran, dass das Angebot an Wohnbauland immer kleiner wird. Die Zahl der Wohnbaulandverkäufe sank 2017 zum zweiten Mal in Folge um ein Prozent. 2017 wurde Bauland für rund 100.000 Wohnungen verkauft. In den 90er Jahren waren es jährlich im Schnitt 180.000 Verkäufe.

Besonders in den 15 größten Städten zeigt sich, was knappes Wohnbauland bedeutet: Während dort 2009 insgesamt 426 Hektar für 1,6 Milliarden Euro verkauft wurden, soll der Verkauf von 364 Hektar in diesem Jahr einen Umsatz von knapp fünf Milliarden Euro haben.

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