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Wohneigentumsquote Immer weniger unter 50-Jährige leben in der eigenen Immobilie

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Das Alter zwischen 30 und 50 ist die typische Zeit für den Kauf einer Immobilie. Doch in dieser Altersgruppe sinkt laut einer Studie die Eigentumsquote – ein Blick auf die Gründe.
Wohneigentumsquote kommt nicht voran.

Die Wohneigentumsquote in Deutschland stagniert bei rund 43 Prozent. Quelle: LBS Research/empirica

In welchem Bundesland nutzen die meisten Haushalte zwischen 40 und 49 Jahren eine eigene Immobile? Dieser Frage ist LBS Research, die Forschungssparte der Landesbausparkassen (LBS), in Zusammenarbeit mit dem Immobilienforschungsinstitut empirica nachgegangen. Die Marktforscher haben dafür die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) des Statistischen Bundesamtes ausgewertet. Dem aktuellsten Wert aus dem Jahr 2013 zufolge ist der Anteil der 40- bis 49-Jährigen, die in einem eigenen Haus oder einer eigenen Wohnung leben, in Baden-Württemberg am höchsten. Die Wohneigentumsquote liegt hier bei 58 Prozent. Auch im Saarland (57 %) und in Hessen (56 %) wohnt mehr als die Hälfte der Haushalte dieses Alters in den eigenen vier Wänden. Anders sieht es hingegen in Berlin aus. Hier nutzen nur 23 Prozent eine private Immobilie. Niedrig sind die Quoten auch in Hamburg (26 %) und in Sachsen (37 %).

Ost-West-Vergleich: Bei unter 50-Jährigen kaum Unterschiede bei der Eigentumsbildung

Die Studie zeigt auch, dass sich die Eigentumsverhältnisse zwischen Ost und West angeglichen haben – zumindest wenn man Haushalte zwischen 30 und 50 Jahren betrachtet. Dieses Alter ist der typische Zeitraum für den Kauf von Haus oder Wohnung, daher spiegeln sich hier die aktuellen Rahmenbedingungen der Eigentumsbildung am besten wieder.

Quasi keinen Unterschied beim Wohneigentum zwischen west- (6 %) und ostdeutschen (7 %) Haushalten gibt es bei den unter Dreißigjährigen. In der Altersklasse der 30- bis 39-Jährigen leben im Osten 28 Prozent in einer privat genutzten Immobilie, im Westen 32 Prozent. Bei den 40- bis 49-Jährigen liegt die Quote in Westdeutschland bei 53 Prozent, in Ostdeutschland bei 46 Prozent. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei den 50- bis 59-Jährigen: Haushalte im Westen verfügen zu 55 Prozent über selbstgenutztes Wohneigentum, Haushalte in Ostdeutschland zu 51 Prozent.

Im Vergleich mit den 40- bis 49-Jährigen, die Anfang der 90er-Jahre ihr eigenes Haus oder ihre eigene Wohnung nutzten, zeigt sich jedoch ein deutlicher Unterschied. In den 90ern wies diese Altersgruppe bundesweit eine Quote von 60 Prozent auf. Mittlerweile liegt sie bundesweit nur noch bei 50 Prozent. Wie kam es zu dem Rückgang?

Drei Gründe, wieso junge Menschen nicht zu Immobilienbesitzern werden

Die Forscher von empirica und LBS Research nennen diese drei Gründe für die rückläufige Eigentumsquote bei jüngeren Haushalten:

•    zurückgehende Familienbildung: Die sinkende Quote steht im Zusammenhang mit der zunehmenden Versingelung in Deutschland. Denn Familien leben eher in der eigenen Immobilie als kinderlose Paare und diese wiederum eher als Alleinlebende.

•    Ein-Personen-Haushalte boomen: Wie die Untersuchung zeigt, leben unter 50-Jährige seit 1993 immer häufiger allein – und das mehrheitlich zur Miete.

•    Landflucht: Viele junge Menschen ziehen berufsbedingt häufiger als früher in Ballungszentren. Das führt meist zu einer erhöhten Nachfrage an Orten mit Wohnungsmangel, sodass die Immobilienpreise steigen und viele sich eine eigene Wohnung oder ein Haus an diesen Orten nicht mehr leisten können.

Bedingungen für Immobilienkauf derzeit günstig

Das alles trägt dazu bei, dass die bundesweit und altersunabhängig gemessene Wohneigentumsquote seit zwei Jahrzehnten stagniert. Bereits im Jahr 1993 lag sie bei 40,2 Prozent, zehn Jahre später bei 43,2 Prozent. Dem aktuellsten Wert aus dem Jahr 2013 zufolge beträgt sie mittlerweile 43,1 Prozent.

Dass sich die Baufinanzierungszinsen derzeit auf einem Rekordtief befinden, könnte zu einer Steigerung der Wohneigentumsquote beitragen. Zumal in Deutschland auch ein Anstieg der Beschäftigten und der Löhne verzeichnet wurde. Doch von diesen günstigen Bedingungen können junge Familien – also Haushalte, die die Quote steigen lassen könnten – seit kurzem nicht mehr uneingeschränkt profitieren. Seit März gilt in Deutschland das Gesetz zur Umsetzung der EU-Wohnimmobilienkredit-Richtlinie, die es unter anderem dieser Gruppe schwerer macht, eine Baufinanzierung abzuschließen. Die Richtlinie wurde erlassen, um Käufer besser vor einer zu hohen Verschuldung beim Immobilienkauf zu schützen und eine Immobilienblase zu verhindern – seit einigen Wochen treten verstärkt ihre Nebenwirkungen zu Tage.

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