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Sparen bei der Eigenheimfinanzierung Baukredite vergleichen und 30.000 Euro an Zinsen einsparen

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Das günstige Baugeld hat 2016 für Freude unter Häuslebauern und Immobilienkäufern gesorgt. Doch selbst in Niedrigzinszeiten kann sich ein Vergleich verschiedener Baukredite lohnen, wie eine Auswertung des Verbrauchermagazins Finanztest zeigt.
Niedrigzinsen machen Lust auf Baufinanzierung

Günstig ins Eigenheim: Das war 2016 dank historisch niedriger Bauzinsen leicht möglich. Dennoch: Auf einen Vergleich verzichten sollten Verbraucher nicht.

Die Zinsen für Baufinanzierungen sind im Laufe des Jahres auf einen historischen Tiefstand gefallen. Zwar haben sie sich zuletzt im Anschluss an die Wahl Donald Trumps zum neuen US-Präsidenten wieder erhöht – nichtsdestotrotz bleibt das Baugeld noch immer günstig. Daran dürfte sich aus aktueller Sicht auch im Jahr 2017 vorerst wenig ändern. Über die Wahrscheinlichkeit steigender Bauzinsen berichten wir ausführlich in diesem Beitrag.

Trotz Niedrigzinsen bloß nichts überstürzen

Verbraucher, die den Schritt ins Eigenheim planen und noch auf der Suche nach der passenden Finanzierung sind, sollten sich vom günstigen Baugeld allerdings nicht dazu verleiten lassen, sich für den erstbesten Immobilienkredit zu entscheiden. Denn: „Vergleichen lohnt sich für Haus- und Wohnungskäufer auch in Zeiten niedriger Zinsen“, urteilt die Stiftung Warentest in der Januar-Ausgabe ihres Magazins Finanztest.

Die Verbraucherorganisation hat die Baufinanzierungen von 76 Banken, Versicherern und Vermittlern verglichen und kommt zu dem Ergebnis, dass Bauherren und Häuslebauer allein durch den Vergleich der Baukredite verschiedener Anbieter schnell fünfstellige Beträge an Zinsen einsparen können. Das machen die Tester an einem konkreten Beispielszenario deutlich.

Um 30.000 Euro günstiger: Wer vergleicht, kommt billiger ins Eigenheim

Der Kauf einer Immobilie mit einem Kaufpreis von 250.000 Euro soll zu 80 Prozent über ein Darlehen finanziert werden. Die benötigte Baufinanzierungssumme beträgt entsprechend 200.000 Euro. Die günstigen Zinsen des Darlehens wollen sich die angehenden Wohneigentümer recht lange sichern und entscheiden sich daher für eine Sollzinsbindung von 20 Jahren. Bei einer anfänglichen Tilgung von drei Prozent gab es einen solchen Baukredit beim teuersten Anbieter des Tests im November zu einem Zinssatz von 2,60 Prozent jährlich. Klingt bereits günstig, doch es geht noch besser: Einen knappen Prozentpunkt weniger – nämlich nur 1,67 Prozent pro Jahr – wurden für ein vergleichbares Darlehen beim günstigsten Anbieter im Test fällig. Bis zum Ende der Sollzinsbindung würden Immobilienkäufer beim teuersten Anbieter 66.135 Euro an Zinsen zahlen. Bei derselben monatlichen Rate würden beim günstigsten Anbieter dagegen nur 37.460 Euro an Zinsen fällig – unterm Strich ein Kostenunterschied von 28.675 Euro. Und nicht nur das: Da eine gleich hohe Rate bei niedrigen Zinsen eine umso höhere Tilgung bedeutet, sind Darlehensnehmer mit dem günstigeren Darlehen sogar noch schneller schuldenfrei.

Eine vergleichbare Zinsersparnis ist auch schon bei Baudarlehen mit kürzeren Sollzinsbindungen möglich. Wer sich die Zinsen für den oben genannten Kredit etwa für 15 Jahre festschreiben ließ, erhielt seine Baufinanzierung zuletzt zu einem Jahreszinssatz von 1,34 bis 2,44 Prozent und zahlte während der Sollzinsbindung entsprechend zwischen 26.919 und 54.011 Euro an Zinsen. Das macht eine potentielle Ersparnis von 27.092 Euro. Auch bei zehnjähriger Zinsbindung unterschieden sich die Zinsen mit einer Spanne von 0,96 bis 1,72 Prozent zuletzt deutlich, was sich schlussendlich in einer Kostendifferenz von 13.300 Euro niederschlägt. Während Darlehensnehmer beim günstigsten Anbieter in diesem Szenario über die Dauer der Zinsfestschreibung 15.515 Euro an Zinsen zahlten, waren es beim teuersten 28.815 Euro.

So holen Sie das Beste aus den Niedrigzinsen heraus

Sich durch einen Vergleich von Baufinanzierungen den günstigsten Bauzins auf dem Markt zu sichern ist das eine, davon möglichst lange zu profitieren das andere. Die Stiftung Warentest gibt gleich zwei Vorschläge mit auf den Weg, mit denen Häuslebauer und Immobilienkäufer auf der sicheren Seite sind:

Steigen Sie mit drei Prozent Tilgung in die Finanzierung ein

„In der aktuellen Niedrigzinsphase sollten Sie sich eine Anfangstilgung von mindestens 3 Prozent der Kreditsumme im Jahr leisten können.“ Anders formuliert: Was Sie an den Zinsen einsparen können, sollten Sie in die Tilgung Ihres Immobilienkredites investieren. Auf diese Weise sind Sie nicht nur schneller schuldenfrei. Sie reduzieren auch den Betrag, den Sie zum Ende der Sollzinsbindung zu einem aktuell unbekannten, womöglich aber höheren Zinssatz neu finanzieren müssten. Im Idealfall haben Sie Ihren Kredit dank der hohen Tilgung sogar vor Ende der Zinsbindung zurückgezahlt.

Sichern Sie sich die Zinsen so lange wie möglich

Je länger die Sollzinsbindung, desto länger profitieren Sie vom aktuellen Zinstief – auch, wenn mit der Dauer der Zinsfestschreibung auch die Zinsen steigen. Um herauszufinden, ob sich eine lange Sollzinsbindung in Ihrem Fall lohnt, empfiehlt Finanztest eine Rechnung: Kalkulieren Sie, welche monatliche Rate nach Ablauf Ihrer Sollzinsbindung fällig würde, wenn – alle anderen Parameter unverändert – Ihr Zinssatz auf fünf oder sechs Prozent steigt. Prüfen Sie dabei, ob Sie sich diese Rate dann tatsächlich noch leisten können. Einen Eindruck von der möglichen monatlichen Rate können Sie sich schon mit wenigen Angaben über unseren Tilgungsrechner verschaffen.

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