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Ausblick: Wie entwickeln sich die Bauzinsen in 2016?

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Wer für 2016 den Bau oder Kauf einer Immobilie plant und dabei auf Fremdkapital angewiesen ist, kommt nicht umhin, sich mit der Entwicklung der Bauzinsen auseinanderzusetzen. Doch was hält 2016 in puncto Baugeld bereit? Das sagen die Experten.
Entwicklung der Bauzinsen im Jahr 2016

Müssen Bauherren und Immobilienkäufer bei der Baufinanzierung 2016 tiefer in die Tasche greifen? Allenfalls geringfügig, sagen Experten.

2015 war das Jahr der Niedrigzinsen. Mit einem effektiven Jahreszins von gerade einmal 1,6 Prozent bei einer mittelfristigen Sollzinsbindung von fünf bis zehn Jahren erreichten die Konditionen für Baufinanzierungen im Mai vergangenen Jahres ihren Tiefstand, so das Ergebnis einer aktuellen Auswertung der Deutschen Bank. Zwar stiegen die Zinsen im weiteren Verlauf des Jahres etwas an – der Durchschnittszins lag den Analysten zufolge im dritten Quartal bei 1,9 Prozent –, nichtsdestotrotz blieben Baufinanzierungen damit noch immer günstiger als im Vorjahr.

Expertenmeinungen: Baugeld bleibt fürs Erste günstig

Mit Blick auf das neue Jahr zeigen sich die Experten überzeugt: Eine Trendwende wird es so schnell nicht geben. „Angesichts der weiterhin sehr lockeren Geldpolitik der EZB dürfte Baugeld auch nach dem Jahreswechsel zunächst relativ günstig bleiben“, schreiben etwa die Analysten der Deutschen Bank in ihrem Marktausblick Baufinanzierung für das erste Quartal 2016, obgleich sie für das Gesamtjahr einen leichten Anstieg der Bauzinsen prognostizieren.

Zu einem vergleichbaren Schluss kommt auch eine Umfrage der Ratingagentur FERI Eurorating, im Rahmen derer 128 institutionelle Investoren zu ihrer Einschätzung bezüglich der Zinsentwicklung in 2016 befragt wurden. Drei Viertel der Befragten halten eine Zinswende in diesem Jahr laut einem Onlinebericht des Handelsblatts für unwahrscheinlich. Ein gutes Drittel rechnet sogar damit, dass die aktuelle Niedrigzinsphase bis 2019 anhält.

Auch Marco Bargel, Chefvolkswirt der Postbank, erwartet für dieses Jahr allenfalls einen moderaten Anstieg der Bauzinsen. Ein Plus von 0,5 Prozentpunkten hält er jedoch für durchaus realistisch.

Auch in 2016 oberstes Gebot: Möglichst lange vom Zinstief profitieren

Ganz gleich, wann und in welchem Maße die Bauzinsen wieder steigen könnten: Um möglichst lange von den niedrigen Zinsen zu profitieren, raten Baufinanzierungsexperten bei der Wahl des passenden Darlehens nach wie vor zu einer langen Sollzinsbindung und einer hohen Tilgung. Auf diese Weise reduzieren Darlehensnehmer den Betrag, für den sie nach Ablauf der Zinsfestschreibung womöglich deutlich höhere Zinsen zahlen müssen, auf ein Minimum. Angesichts der hohen Beträge, die beim Kauf eines Hauses oder einer Wohnung benötigt werden, kann das gut und gerne eine Ersparnis von mehreren tausend Euro bedeuten – für die eigene Immobilie zahlt man hierzulande im Schnitt schließlich etwa das Fünf- bis Sechsfache seines Jahresnettoeinkommens.

Welche Änderungen 2016 in puncto Baufinanzierung noch bereithält

Die voraussichtliche Zinsentwicklung ist nur einer von vielen Trends, für die sich Häuslebauer und Immobilienkäufer interessieren dürften. Welche Neuerungen das Jahr 2016 noch mit sich bringt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

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