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Wohnen in der Stadt Gesetzesänderung soll mehr Wohnraum schaffen

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Enger, dichter und lebendiger – mit einer Gesetzesnovelle möchte die Bundesregierung das Wohnungsangebot in den Städten erhöhen und somit den steigenden Immobilienpreisen und der Wohnungsnot entgegenwirken.
Eigentumswohnungen in der Stadt

Durch die Gesetzesänderung soll das Wohnen in den Innenstädten bezahlbar bleiben

Neue Wohnungen braucht die Stadt – am Donnerstag hat der Bundestag deshalb eine Gesetzesänderung zum Baurecht verabschiedet. Der Gesetzentwurf geht auf Bundesumwelt- und bauministerin Barbara Hendricks (SPD) zurück. Sie sagte dazu: „Wir setzen damit eine Stadtentwicklung in Gang, die auf weniger Flächenverbrauch ausgerichtet ist. Das „Urbane Gebiet“ soll ermöglichen, mehr Wohnraum zu schaffen, gerade in den besonders nachgefragten Innenstädten.“ Herzstück der Reform ist die neue Baugebietskategorie „Urbane Gebiete“. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Gebietskategorien Wohngebiet, Gewerbegebiet und Mischgebiet soll das Urbane Gebiet besonders den Wohnungsbau in den Innenstädten erleichtern. Um den wachsenden Bedarf an Wohnraum in deutschen Innenstädten gerecht zu werden, kann durch die Gesetzesnovelle demnächst höher und dichter gebaut werden.

Die Stadt der kurzen Wege

Durch die neue Baugebietskategorie wird die strikte Baugebietstrennung in den Innenstädten quasi aufgehoben. Genauso wie in dem herkömmlichen „Mischgebiet“ können Wohnflächen neben Gewerbeflächen entstehen. Neu ist aber, dass Bauvorschriften und Lärmschutzregelungen nun weniger streng gehandhabt werden, was es den Kommunen erlaubt, Wohnungen in stärkerer Form direkt neben Gastronomie, Einzelhandel und kulturellen Einrichtungen zu schaffen. Arbeiten und Wohnen soll künftig enger beieinander liegen. „Wir wollen eine Stadt der kurzen Wege ermöglichen“, erklärte Hendricks.

Reaktion auf geringes Wohnungsangebot

Mit dieser Gesetzesreform reagiert die Bundesregierung auf die steigende Nachfrage nach Immobilien. Aufgrund des anhaltenden Zinstiefs befinden sich die Zinsen für Baufinanzierungen auf einem historischen Tiefststand. Deshalb verwirklichen sich immer mehr Menschen den Traum vom Eigenheim. Hinzu kommt, dass durch die niedrigen Zinsen klassische Anlageformen wie Sparbuch oder Tagesgeldkonten an Attraktivität verlieren und Immobilien zunehmend als Anlagemöglichkeit betrachtet werden. Da es in großen Städten durch einen regen Zuzug eine hohe Nachfrage nach knappen Wohnraum gibt, steigen die Kauf- und Mietpreise in den Innenstädten rasant an. Laut dem F+B-Mietspiegelindex 2016 der F+B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt GmbH, liegen die Mieten in München um 71 Prozent über den Bundesdurchschnitt, Stuttgarter Mieter zahlen 49 Prozent mehr und jene in Düsseldorf, Köln und Hamburg um 26 Prozent mehr. Mit der Gesetzesnovelle möchte die Bundesregierung mehr Wohnraum in den Städten schaffen und so das Angebot vergrößern. Dadurch soll das Wohnen in der Stadt auch für Menschen mit geringen Einkommen, jungen Familien und Studenten bezahlbar bleiben. 
 

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