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Studienkredit: Alle wichtigen Infos auf einen Blick

Studiengang, Studienort und Hochschule sind gewählt – nur die passende Finanzierung fehlt noch? Bei CHECK24 finden Studenten und Studentinnen alle wichtigen Infos rund um das Thema Studienkredit.

Eine Studentin sitzt am Laptop und sucht nach einem passenden Studienkredit.

Mit dem Studium beginnt ein neuer Lebensabschnitt. WG-Miete, Bücher, Laptop, Party, Fahrten in die Heimat – bei all diesen Ausgaben gerät so mancher Student schon einmal ins Straucheln.

Warum ist am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig? Diese Frage stellt sich der Großteil der Studierenden regelmäßig. Damit Geldsorgen nicht am Lernen hindern und sich angehende Akademiker voll und ganz auf ihr Studium konzentrieren können, gibt es Finanzierungsmöglichkeiten extra für Studenten. Eine davon ist der Studienkredit.

Direkt zum größten Anbieter von Studienkrediten:

Inzwischen gibt es zahlreiche Anbieter von solchen Studentendarlehen – staatlich, privat, regional oder sogar fachgebunden. Bei diesem umfangreichen Angebot ist es umso wichtiger, sich zunächst einen Überblick zu verschaffen.

Wir geben Hochschülern und allen, die es werden wollen, das nötige Wissen an die Hand, mit dem die Wahl der optimalen Studienfinanzierung leichter gelingt. Doch auch für alle, die ihr Studium bereits abgeschlossen haben und deren Gedanken nun um die Rückzahlung ihres Studienkredits oder BAföGs kreisen, haben wir hier nützliche Informationen parat.

Das Wichtigste zuerst:
Was ist ein Studienkredit?

Studienkredite sind Darlehen, die speziell auf die Bedürfnisse von Studenten zugeschnitten sind. Im Gegensatz zu gewöhnlichen Krediten, die in einem Betrag auf dem Konto des Kreditnehmers landen, werden Studienkredite in monatlichen Raten ausgezahlt, mit denen Studenten ihren Lebensunterhalt decken können. Eine Gemeinsamkeit haben Studienkredit und klassischer Ratenkredit aber durchaus: die Zinsen. Anders als etwa das vom Staat vergebene BAföG, das als zinsloses Darlehen plus Zuschuss vergeben wird, zahlen Studenten, die einen Studienkredit aufnehmen, Zinsen und damit immer mehr Geld zurück, als sie erhalten haben.

KfW und Co.: Diese Banken bieten Studienkredite an

Der bekannteste und größte Vermittler von Studienkrediten ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) – deren Studentendarlehen wird vom Staat subventioniert und gilt daher als besonders zinsgünstig. Den KfW Studienkredit können Studenten und Studentinnen ganz einfach online bei der staatlichen Förderbank beantragen.

KfW Bankengruppe

Der Studienkredit der staatlichen Förderbank KfW ist das mit Abstand am häufigsten nachgefragte Studentendarlehen. Mit dem KfW Studienkredit lassen sich neben einem Erst- oder Zweitstudium auch ein Zusatz-, Ergänzungs- oder Aufbaustudium sowie eine Promotion finanzieren. Studenten erhalten monatlich zwischen 100 und 650 Euro auf ihr Konto. Je nach Art des Studiums liegt die Höchstdauer für die Förderung bei sechs bis 14 Semestern.

Neben der KfW bieten auch einige Direktbanken, Regionalbanken und Sparkassen eigene Studiendarlehen an. Zusätzlich vergeben Spezialbanken oft günstige Finanzierungsangebote für bestimmte Studienrichtungen, etwa für Hochschüler in gesundheitswissenschaftlichen und medizinischen Studiengängen. Das Angebot an Studiendarlehen ist also durchaus umfangreich. Wer sich hier einen Überblick verschaffen will, dem legen wir den CHE Studienkredit-Test ans Herz, der jährlich aktualisiert wird und eine Fülle verschiedener Studienkredite auflistet.

CHECK24 erklärt
Sonderfall: Bildungsfonds

Neben den Studiendarlehen von Banken können Studierende die nötigen Einnahmen auch aus sogenannten Bildungsfonds beziehen, deren Töpfe von Anlegern gefüllt werden. Mit deren Mitteln werden nur ausgewählte Studenten und Studentinnen gefördert – umso aufwendiger fallen daher die Bewerbungsverfahren aus, bei denen Hochschüler oft mehrere Runden durchlaufen.

Auch die Rückzahlung ist bei der Förderung über einen Bildungsfonds anders geregelt als beim regulären Studienkredit: So zahlen Absolventen nach dem Abschluss ihres Studiums für einen bestimmten Zeitraum einen zuvor festgelegten Prozentsatz ihres Bruttoeinkommens in den Fonds ein – vorausgesetzt sie haben ein bestimmtes Mindesteinkommen überschritten. Wer nach dem Studium gut verdient, bezahlt bei diesem Modell mitunter deutlich mehr zurück, als er selbst erhalten hat, fördert damit aber gleichzeitig die nächste Generation an Hochschülern.

Sechs Studenten und Studentinnen sitzen in der Pause zwischen den Vorlesungen zusammen.

Von Altersgrenze bis Zahlungsmoral: Wer einen Studienkredit erhält

Im Gegensatz zum BAföG spielt bei einem Studienkredit das Einkommen der Eltern keine Rolle. Wer einen solchen beantragen möchte, muss aber bestimmte Grundvoraussetzungen erfüllen. Dazu gehört, dass der (angehende) Student zum Zeitpunkt der Antragstellung bereits 18 Jahre alt ist. Das Höchstalter variiert je nach Studienkreditanbieter. Oft liegt es bei 30 Jahren – bei der KfW sind es 44 Jahre. Außerdem gelten zum Teil dieselben Anforderungen wie bei einem gewöhnlichen Kredit auch: Antragsteller müssen in der Regel einen ständigen Wohnsitz in Deutschland aufweisen und eine gute Zahlungsmoral mitbringen.

Neben den persönlichen Voraussetzungen stellen die Banken teils unterschiedliche Anforderungen an die Bildungseinrichtung: So kann ein KfW Studienkredit etwa nur für ein Studium an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule mit Sitz in Deutschland aufgenommen werden. Andere Anbieter vergeben Studentenkredite auch für ein Studium an einer ausländischen Hochschule.

Kurz und knapp:
Die drei Phasen des Studienkredits

Auszahlungsphase (bis zu 14 Semester)

In der Auszahlungsphase erhalten Studierende monatlich einen Teil des Kredites auf ihr Konto ausgezahlt, von dem sie ihren Lebensunterhalt bestreiten. In der Regel lässt sich die Höhe der Teilbeträge individuell je nach Bedarf festlegen. Beim KfW Studienkredit sind beispielsweise Auszahlungen zwischen 100 und 650 Euro pro Monat möglich. Angebote mit monatlichen Beträgen von 1.000 Euro und mehr sind die Ausnahme. Bei einigen Anbietern sind neben den jeden Monat ausgezahlten Summen auch Einmalzahlungen möglich – etwa wenn der Laptop ersetzt werden muss.

Die Dauer der Auszahlungsphase muss nicht mit der Studiendauer übereinstimmen: Studienkredite können Hochschüler auch nur für wenige Semester, etwa in der Abschlussphase, in Anspruch nehmen.

CHECK24 Tipp
Die Auszahlung an den Geldbeutel anpassen

Bei vielen Anbietern können Hochschüler den Auszahlungsbetrag während der Auszahlungsphase ändern.

Wer also mit einem Nebenjob beginnt oder dank seiner Eltern mehr Geld zur Verfügung hat, muss sich nicht unnötig Geld von der Bank leihen, sondern kann einfach seine monatliche Auszahlung reduzieren. Umgekehrt lässt sich mit einer Erhöhung derselben auch auf Engpässe reagieren.

Karenzphase (bis zu 23 Monate)

Spätestens mit Abschluss des Studiums endet die Auszahlungsphase. So gut wie alle Studienkredit Anbieter räumen anschließend eine sogenannte Ruhephase oder Karenzzeit ein, in der die Absolventen noch nicht mit der Rückzahlung ihres Studienkredits beginnen müssen, sondern lediglich für die fälligen Zinsen aufkommen müssen. Zwischen drei und 23 Monate Zahlungsaufschub gewähren die Kreditgeber – genügend Zeit also, um nach dem Studium zunächst einen passenden Job zu finden.

Diese Ruhephase ist aber kein Muss. Wer direkt ins Berufsleben einsteigt, kann ebenso gut gleich mit der Tilgung seines Studentendarlehens beginnen.

Rückzahlungsphase (bis zu 25 Jahre)

Mit dem Ende der Ruhephase beginnt die Rückzahlungsphase des Studienkredits. Deren Dauer ist im Wesentlichen von der Höhe des Kreditbetrages sowie der monatlichen Rate abhängig, die Absolvent und Bank vereinbaren – je geringer die Kreditsumme und je höher die Rate, desto früher sind Kreditnehmer schuldenfrei.

Bei der Festlegung der monatlichen Rate haben Absolventen weitgehend freie Hand, müssen meist aber einen Mindestbetrag einhalten. So gibt die KfW etwa eine Mindestrate von 20 Euro pro Monat vor. Voraussetzung bei der Ratenfestlegung ist zudem, dass die Rückzahlungsdauer nicht überhandnimmt, denn die ist begrenzt: Ein KfW Studienkredit etwa muss nach 25 Jahren vollständig getilgt sein. Bei anderen Anbietern ist das Zeitfenster kleiner – hier wird oft eine komplette Tilgung in weniger als zehn Jahren gefordert.

CHECK24 Tipp
Schneller schuldenfrei dank Sondertilgungen

Sondertilgungen – also außerplanmäßige Zahlungen, die über die Monatsrate hinausgehen – sind bei vielen Kreditanbietern kostenlos möglich. Es kann sich durchaus lohnen, einen Bonus oder ein Geldgeschenk für die Tilgung des Studentenkreditdarlehens einzusetzen: Absolventen sind auf diese Weise schneller mit der Rückzahlung ihres Darlehens fertig und bezahlen im Endeffekt weniger Zinsen.

Gut zu wissen: Wer vor dem Ende seines Studiums die Auszahlungen des Studienkredits stoppt, der geht automatisch in die Karenzphase über. Endet diese, ehe das Studium abgeschlossen ist, müssen Hochschüler so im schlimmsten Fall noch während ihrer Hochschullaufbahn mit der Rückzahlung beginnen. Wer kann, sollte daher lieber die monatliche Auszahlung seines Studentendarlehens auf null Euro setzen, um vorerst in der Auszahlungsphase zu bleiben.

Genug für Miete und Mensa:
Den monatlichen Bedarf ermitteln

Die Wahl des monatlichen Kreditbetrags will gut durchdacht sein. Wer sich zu viel Geld leiht, bezahlt unnötig Zinsen, wer zu wenig Geld ausgezahlt bekommt, gerät womöglich trotz Kredit finanziell ins Straucheln. Doch wie viel braucht es eigentlich für Miete, Lebensmittel, Bücher und Co.? Das ist aus dem Stegreif oft gar nicht so einfach zu sagen. Eine Haushaltsrechnung hilft hier weiter: Wer seine monatlichen Einnahmen und Ausgaben auflistet und vergleicht, der erkennt auf einen Blick, ob und wie viel Geld ihm fehlt, um alle Kosten zu decken. Als erste Hilfestellung finden Studierende hier eine Liste mit typischen Einnahmen und Ausgaben:

Zu gängigen Einnahmen von Studierenden zählen neben Unterhalt der Eltern unter anderem auch BAföG, Einkünfte aus einem Nebenjob, Kinder- oder Wohngeld sowie Stipendien. Davon abzuziehen sind Ausgaben wie Miete, der Einkauf von Lebensmitteln und Kleidung, Fahrtkosten, Versicherungen, Handy und Co., ebenso wie Ausgaben für Arbeitsmitteln, Freizeit und die halbjährlich anfallenden Semesterbeiträge.
CHECK24 Tipp
Die fälligen Zinsen berücksichtigen

Bei manchen Studienkrediten, darunter auch dem der KfW, werden standardmäßig schon während der Auszahlungsphase Zinsen fällig. Durch sie verringert sich der monatliche Auszahlungsbetrag. Um zu verhindern, dass es zu einem späteren Zeitpunkt der Studienfinanzierung zu Engpässen kommt, sollten Hochschüler bei der Auszahlungsrate daher nicht zu knapp kalkulieren. Wer den vollen Monatsbetrag benötigt, kann unter Umständen auch einen Zinsaufschub mit der Bank vereinbaren. Das ist allerdings mit höheren Kosten verbunden. Zudem werden die über die Auszahlungszeit angesammelten Zinsen dann in einem Betrag zu Beginn der Rückzahlungsphase fällig.

Entscheidungskriterien:
Wie finde ich den passenden Studienkredit?

Damit ein Studienkredit wirklich ein Studium ohne finanzielle Sorgen ermöglicht, will für die Wahl des richtigen Angebotes genügend Zeit eingeplant sein. Entscheidend ist, dass der Studienkredit zu dem gewählten Studium und zu den eigenen Zukunftsplänen passt. Wer etwa von einem Masterstudium im Ausland träumt oder bei wem ein Praxissemester auf dem Plan steht, sollte sich erkundigen, ob auch während dieser Zeit eine Finanzierung möglich ist.

Studienkredit für zwei, vier, sechs Semester: Vollfinanzierung ja oder nein?

Will ich mein gesamtes Studium über einen Kredit finanzieren oder benötige ich das Darlehen nur zur Überbrückung, etwa in der Anfangs- oder Abschlussphase meines Studiums? Eine wichtige Frage, die sich jeder vor Aufnahme eines Studienkredits stellen sollte. Ist die Finanzspritze nämlich nur für einen kurzen Zeitraum nötig, können die sehr günstigen BAföG-Überbrückungsdarlehen oder Zwischenfinanzierungen einiger Studentenwerke eine Alternative zum Studienkredit sein.

Wer sein Studium selbst finanziert, indem er nebenher jobbt, sich in der Abschlussphase aber ganz auf die Prüfungen konzentrieren möchte, für den kommt außerdem ein Studienabschlussdarlehen infrage.

CHECK24 Tipp

Alternativen zum klassischen Studienkredit in Erwägung ziehen

Studienabschlussdarlehen, etwa der KfW Bildungskredit, werden oftmals zu sehr günstigen Konditionen vergeben. Wird ein Studienkredit nur für die letzten zwei bis vier Semester des Studiums benötigt, ist es daher ratsam, statt eines gewöhnlichen Studentendarlehens einen solchen Spezialkredit in Anspruch zu nehmen. Die Studentenwerke vieler Bundesländer und Universitäten sowie zum Teil auch private Stiftungen bieten solche Studienabschlussdarlehen an. Der Vorteil: Sind die Zinsen sehr niedrig oder entfallen ganz, reduziert das die Folgekosten für den Kredit erheblich.

Die Kosten im Blick: Zins ist nicht gleich Zins

Auch die Kosten einer Studienfinanzierung sollten Hochschüler bei der Auswahl im Blick behalten. Der Effektivzins stellt hier zunächst die wichtigste Vergleichsgröße dar, da er die Gesamtkosten des Studentenkredites anzeigt. Entscheidend ist aber auch, ob sich der Zinssatz während der Zeit bis zur vollständigen Rückzahlung ändern kann. Wird der Kredit zu einem festen Zinssatz vergeben, müssen Studienkreditnehmer keine bösen Überraschungen fürchten. Bei variabel verzinsten Studienkrediten mag der aktuelle Zinssatz mitunter etwas günstiger ausfallen als ein Festzins – gerade aber wegen der langen Laufzeit ist es wahrscheinlich, dass die Zinsen bis zur vollständigen Rückzahlung steigen.

CHECK24 Tipp
Festzinsangebot bei der KfW einholen

Die KfW vergibt ihre Studienkredite standardmäßig zu einem variablen Zinssatz, lässt mit sich aber auch eine Zinsbindung von bis zu zehn Jahren vereinbaren. Gerade dann, wenn sich ein Anstieg bei den Kreditzinsen abzeichnet, sind Studienkreditnehmer gut damit beraten, ein Festzinsangebot bei der Förderbank einzuholen. Das ist zweimal jährlich kostenlos möglich.

Fragen über Fragen: Die Auswahl des passenden Studienkredites

Welcher Studienkredit ist nun der richtige? Bei den vielen Kriterien kann man schnell den Überblick verlieren. Wir haben eine Checkliste zusammengestellt, die den Studienkredit Vergleich vereinfacht.

Studienkredit-CHECKLISTE
  • Passt der Studienkredit zu meinem Studium?
    ✓ Unterstützt das geldgebende Institut meine Hochschule und meinen Studiengang?
    ✓ Ist die Finanzierung eines Teilzeitstudiums oder einer Promotion möglich?
    ✓ Kann ich nach meinem erfolgreichen Bachelorabschluss auch meinen Master über das Studiendarlehen finanzieren?

  • Passt der Studienkredit zu meinen Studienplänen?
    ✓ Wie steht die Bank zu einem Fach- oder Hochschulwechsel?
    ✓ Ist die Finanzierung auch während eines Auslandssemesters oder eines Auslandsstudiums möglich?

  • Passt der Studienkredit zu meinem Bedarf?
    ✓ Wie hoch ist der maximale monatliche Auszahlungsbetrag?
    ✓ Kann ich den Auszahlungsbetrag selbst bestimmen?
    ✓ Lässt er sich während der Auszahlungsphase ändern?
    ✓ Bietet die Bank Einmalzahlungen für eventuelle Sonderausgaben an?

  • Passt der Studienkredit zu meinem Geldbeutel?
    ✓ Wie hoch ist der effektive Jahreszins?
    ✓ Wird der Zins regelmäßig angepasst oder handelt es sich um einen Festzins?
    ✓ Werden die Zinsen bereits während der Auszahlungsphase fällig?

  • Passt der Studienkredit zu meinen Zukunftsplänen?
    ✓ Wie viel Zeit habe ich für die Rückzahlung meiner Studienfinanzierung?
    ✓ Wie hoch ist die minimale Rückzahlungsrate?
    ✓ Wann beginnt die Rückzahlung?

Alternativen:
Welche Studienfinanzierungen gibt es noch?

Studienkredite stellen eine längere finanzielle Verpflichtung dar. Aus diesem Grund sollten sich angehende Akademiker niemals voreilig für die Aufnahme eines solchen Darlehens entscheiden, sondern zunächst prüfen, ob sie nicht auch auf anderem Wege ihr Studium finanzieren können.

Es bleibt in der Familie: die Eltern

Ob Eltern ihren Kindern auch noch während der Studienzeit finanziell unter die Arme greifen, ist in der Regel keine Frage des Wollens, sondern des Könnens. Grundsätzlich sind sie sogar gesetzlich dazu verpflichtet, für die Erstausbildung ihres Kindes aufzukommen. Entscheidet sich der Sohn oder die Tochter für ein Studium, so besteht für alle Eltern mit einem ausreichenden Einkommen mindestens für die Dauer der Regelstudienzeit – meist sogar darüber hinaus – eine Unterhaltspflicht. Im Gegenzug erhalten sie bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres ihres Kindes auch während der Studienzeit weiterhin Kindergeld.

Genügen die Einnahmen von Mutter und Vater jedoch nicht, um ihrem Kind finanziell unter die Arme zu greifen, springt der Staat ein und leistet in Form von BAföG Unterstützung. Je nach Verdienst der Eltern kann es sich dabei um eine ergänzende Förderung handeln oder sogar um eine Vollfinanzierung.

Hilfe von Vater Staat: das BAföG

BAföG – das ist eigentlich die Abkürzung für Bundesausbildungsförderungsgesetz. Doch auch bei der Förderung als solcher wird in der Regel vom BAföG gesprochen. Etwa jeder vierte Hochschüler und damit in der Summe weit über eine halbe Million Studierende in Deutschland erhält die staatliche Förderung für seine akademische Laufbahn, wie die Zahlen des statistischen Bundesamtes belegen.

Mit einem Studienkredit können sich Studierende ganz aufs Lernen konzentrieren - so wie die sechs Studenten und Studentinnen im Bild, die gemeinsam über ihren Aufgaben brüten.

Gerade im Vergleich mit einem Studienkredit bietet diese Art der Studienfinanzierung zahlreiche Vorteile, insbesondere was den Kostenfaktor anbelangt: Grundsätzlich besteht BAföG je zur Hälfte aus einem zinslosen Darlehensanteil und einem Zuschuss. Wer die Förderung erhalten hat, muss später also maximal die Hälfte davon an den Staat zurückzahlen. Maximal deshalb, weil es seit 2001 eine Obergrenze gibt, die besagt: Auch, wer in Summe mehr als 20.000 Euro erhalten hat, muss niemals mehr als 10.000 zurückzahlen.

Doch auch alle, bei denen diese Deckelung etwa aufgrund eines ohnehin niedrigeren Darlehensanteils nicht greift, können bei der Rückzahlung bares Geld sparen: Eine vorzeitige Tilgung honoriert das Bundesverwaltungsamt (BVA), an das die Raten zu zahlen sind, mit einem hohen Nachlass. Wie hoch dieser letztlich ausfällt, ist in der Nachlasstabelle des BVA geregelt und richtet sich nach der Höhe der außerplanmäßigen Zahlung. Diese muss nicht unbedingt die gesamte Darlehensschuld umfassen. Schon ab einer Sondertilgung in Höhe von 500 Euro wird ein Nachlass von immerhin acht Prozent gewährt. Um die Restschuld um 500 Euro zu verringern, reicht also schon eine Zahlung von 460 Euro.

Ein weiterer Vorteil, den die staatliche Studienfinanzierung für sich verbuchen kann: Bis zur Fälligkeit der ersten Rate wird dem einstigen BAföG-Empfänger weitaus mehr Zeit eingeräumt als bei einem Studienkredit. In der Regel landet der sogenannte Feststellungs- und Rückzahlungswünsche etwa viereinhalb Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer im Briefkasten. Die Rückzahlung beginnt ein halbes Jahr später. Wer planen möchte, wirft daher am besten einen Blick auf seinen letzten Bewilligungsbescheid. Dort ist das Ende der Förderungshöchstdauer vermerkt, das im Übrigen auch dann noch gilt, wenn der Studierende nicht über das gesamte Studium hinweg BAföG erhalten hat.

CHECK24 Tipp

BAföG durch Studienkredit ergänzen

Reicht die staatliche Förderung nicht aus, um die Ausgaben zu decken, so kann das BAföG problemlos auch mit einem Studienkredit kombiniert werden. Hier ist jedoch die Vernunft gefragt: Damit nach dem Studium nicht das böse Erwachen folgt und die Rückzahlung beider Darlehen zu einer finanziellen Belastungsprobe wird, sollten sich Studierende genauestens überlegen, ob sie das zusätzliche Geld auch wirklich so dringend benötigen. Wer im Studium spart, hat nach dem Berufseinstieg mehr von seinem Geld.

Karriereförderung inklusive: der Nebenjob

Vorlesungen, Hausarbeiten, Referate, Klausurvorbereitung – da soll noch Zeit für einen Nebenjob bleiben? Neben der Uni zu jobben ist mit einigem Aufwand verbunden, so viel steht fest. Auch der Freizeitspaß mit den Kommilitonen hat seinen Platz im Wochenkalender verdient, denn der Ernst des Lebens beginnt noch früh genug. Doch ganz unmöglich ist ein Zuverdienst über einen Nebenjob nicht. Das beweisen immerhin gut zwei Drittel aller Studenten und Studentinnen in Deutschland – so viele nämlich gehen laut der 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks neben dem Studium einer Arbeit nach.

Für viele von ihnen ist der Job notwendig für die Sicherstellung ihres Lebensunterhaltes. Doch das ist gewiss nicht der einzige Grund, der für diese Art der Studienfinanzierung spricht: Abgesehen von dem Vorteil, weniger von den eigenen Eltern abhängig zu sein, zählen hierzu insbesondere das Sammeln praktischer Erfahrung und das Knüpfen von Kontakten, die den Berufseinstieg erheblich erleichtern können – und da im Vergleich etwa zum Studienkredit eine Rückzahlung entfällt, bleibt vom Gehalt später einmal mehr übrig.

Nicht nur für Hochbegabte: das Stipendium

Auch bei einem Stipendium brauchen sich Studierende keine Gedanken über die Rückzahlung zu machen. Das Spektrum reicht hier vom Büchergeld oder der Bezahlung eines Sprachkurses über ein Auslandssemester bis hin zu einem Vollstipendium.

Ganz gleich, ob hinter den Fördermitteln eine Partei, eine kirchliche Einrichtung, eine staatliche Stelle oder ein privater Förderer steckt: Entgegen der weitläufigen Meinung sind hier keine absoluten Spitzennoten erforderlich – anstelle einer reinen Leistungsbeurteilung werden Kandidaten zumeist vor allem aufgrund ihres Engagements ausgewählt. Studierende sollten sich daher nicht von vornherein vor einer Bewerbung um ein Stipendium scheuen, sondern auch ein solches – ob als Alternative oder als Ergänzung zum Studienkredit – in Betracht ziehen.

CHECK24 Tipp
Mietzuschuss beantragen

Ob WG oder Studentenapartment: Wer nicht mehr zu Hause bei den Eltern wohnt, kann Wohngeld beantragen – vorausgesetzt, er hat keinen Anspruch auf BAföG, denn hier ist bereits ein Zuschuss zur Miete enthalten.

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