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Zinsentwicklung bei Immobilienkrediten So entwickelten sich die Bauzinsen 2018 - so geht es weiter

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Die Zinsen für Immobilienkredite sind dieses Jahr gestiegen. Das gilt vor allem für kurze und mittlere Laufzeiten. Wer sich für 20 Jahre gebunden hat, zahlte teilweise sogar weniger. 2019 könnte es mit den Zinsen aber weiter bergauf gehen.
Bauzinsen 2019

Wohin sich die Bauzinsen im kommenden Jahr entwickeln, ist auch für die Experten schwer einzuschätzen.

Wer sich das Eigenheim finanzieren möchte, sollte erwägen, sich „die noch günstigen Zinssätze möglichst bald zu sichern“ sagt Marco Bargel, der Chefvolkswirt Postbank. Wenn die politischen Risiken im kommenden Jahr überschaubarer werden und die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihrer Zinswende ernst macht, dann dürfte es mit den Bauzinsen 2019 aufwärts gehen, so der Volkswirt.

Zweifel an einer baldigen Zinserhöhung der EZB säte dagegen zuletzt der sogenannte EZB-Schattenrat, eine Expertenrunde, die auf Einladung des Handelsblatts regelmäßig über die Zukunft der Wirtschaft diskutiert. „Ich erwarte nicht, dass die EZB ihre Zinsen bereits 2019 erhöht“, sagt etwa Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, dem Handelsblatt. Grund dafür ist die Einschätzung des Rates zur künftigen Preisentwicklung in Europa. Dieser zufolge soll die Inflation in der Euro-Zone bis 2020 auf 1,5 Prozent zurückgehen. Für die EZB, die das Ziel einer jährlichen Inflation von knapp unter 2,0 Prozent verfolgt, könnte das ein Grund sein, die Leitzinsen auch im kommenden Jahr nicht zu erhöhen. Einer der genannten Gründe für steigende Bauzinsen fiele 2019 damit weg.

Bauzinsen für fast alle Szenarien gestiegen

Dass die Bauzinsen 2019 steigen, scheint also möglich, ist aber längst nicht ausgemacht. Deutlich klarer zeigt sich die Entwicklung der Bauzinsen im aktuellen Kalenderjahr. Einen Überblick über die jüngste Zinsentwicklung gibt die monatliche Untersuchung der Zeitschrift Finanztest. Sie fragt bei verschiedenen regionalen wie überregionalen Anbietern und Vermittlern – darunter auch CHECK24 – die verfügbaren Zinssätze für unterschiedliche Sollzinsbindungen und Eigenkapitalquoten ab. Im Mittelpunkt steht dabei stets eine Immobilie mit 250.000 Euro Kaufpreis.

Nach der jüngsten Studie von Ende November zeigt sich: Über beinahe alle Szenarien sind die Zinssätze gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Meist beläuft sich der Anstieg lediglich auf einige Hundertstel Prozentpunkte. Doch auch ein so geringer Zinsanstieg kann eine Baufinanzierung bekanntlich spürbar verteuern. Am deutlichsten fällt der Anstieg bei einer 15-jährigen Zinsbindung aus, wenn der Baukredit 80 Prozent des Kaufpreises ausmacht. Wer sich diese Finanzierung über CHECK24 vermitteln ließ, zahlte im November 2017 noch 1,33 Prozent Effektivzinsen, im November 2018 bereits 1,62 Prozent.

Lange Zinsbindungen kaum teurer

Kaum gestiegen sind dagegen die Zinsen bei den 20-jährigen Zinsbindungen. Wer 60 oder 80 Prozent der Immobilie über CHECK24 mit dieser Zinsbindung finanzierte, zahlte dieses Jahr gerade mal 0,02 Prozentpunkte mehr. Die Finanzierung zu 90 Prozent war mit 2,07 Prozent effektiv in diesem November sogar ein gutes Stück günstiger zu haben als vor einem Jahr.

Bauzinsen über CHECK24 vermittelter Kredite im Jahresvergleich

November 2018:
  10 Jahre Sollzinsbindung 15 Jahre Sollzinsbindung 20 Jahre Sollzinsbindung
60 % Finanzierung 1,24 % eff. p.a. 1,59 % eff. p.a. 1,84 % eff. p.a.
80 % Finanzierung 1,19 % eff. p.a. 1,62 % eff. p.a. 1,86 % eff. p.a.
90 % Finanzierung 1,37 % eff. p.a. 1,78 % eff. p.a. 2,07 % eff. p.a.
 
November 2017:
  10 Jahre Sollzinsbindung 15 Jahre Sollzinsbindung 20 Jahre Sollzinsbindung
60 % Finanzierung 1,06 % eff. p.a. 1,52 % eff. p.a. 1,82 % eff. p.a.
80 % Finanzierung 1,13 % eff. p.a. 1,33 % eff. p.a. 1,84 % eff. p.a.
90 % Finanzierung 1,33 % eff. p.a. 1,84 % eff. p.a. 2,21 % eff. p.a.

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