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Beratungsgespräche am Bildschirm Wenn der Geldautomat den Bankschalter ersetzt

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Geldautomaten werden bald weit mehr für uns erledigen können, als nur Banknoten und Kontostände auszugeben. Die neue Generation übernimmt Aufgaben, für die Kunden bislang an den Schalter mussten. Nur, ob sie sich durchsetzen, ist fraglich.
NCR SelfServ 84

Von der Kontoeröffnung bis zum Kreditabschluss: Am NCR SelfServ 84 geht (fast) alles. (Foto: NCR GmbH)

Digital Natives kann er schon mal wie eine Zeitreise vorkommen: der Blick vom hochauflösenden Handydisplay auf das tastenbewehrte Eingabefeld eines Geldautomaten, der gerade mal PIN-Nummern und Geldbeträge versteht. Das könnte sich allerdings bald ändern, wie die neueste Automatengeneration zeigt, die in verschiedenen deutschen Nachbarländern gerade in Bankfoyers und SB-Filialen einzieht.

Schweizer Geldautomaten wie ein Smartphone bedienen

Schweizer Bankkunden werden an vielen Automaten künftig weit mehr erledigen können, als nur Bargeld zu ziehen oder den Kontostand zu prüfen, wie die Luzerner Zeitung berichtet. Bald werden die neuesten Modelle des US-Herstellers NCR den Kunden der Luzerner Kantonalbank zu Diensten stehen – und zwar gleich zu einer ganzen Menge an Diensten: Mit ihnen lässt sich zum Beispiel ein neues Konto komplett am Automaten eröffnen. Die Personenidentifikation wird über ein Videotelefonat durchgeführt, unterschreiben kann der Kunde seinen Antrag zur Konteneröffnung direkt auf dem Bildschirm. Dem Hersteller zufolge sollen die Automaten insgesamt 80 Prozent der üblichen Bankdienstleistungen erbringen können. Selbst Hypotheken oder Kredite ließen sich an den Geräten abschließen. Ob und wann den Kunden auch solche Funktionen zur Verfügung stehen, ist derzeit aber noch unklar.

Die modernen Automaten warten mit vielen bekannten Funktionen auf, die Bankkunden bereits vom Smartphone oder Tablet vertraut sind. Die Geräte verfügen zum Beispiel über eine Kamera und Kopfhörerausgänge. Über das Display kann der Kunde durch das gewohnte Auseinander- oder Zusammenziehen zweier aufgelegter Fingern jeden Bildschirmausschnitt vergrößern oder verkleinern. Die Kopfhörer schützen die Privatsphäre beim Beratungsgespräch.  

In Österreich per QR-Code am Automaten Geld überweisen

Geld überweisen via QR-Code: Das können Kunden der Raiffeisenbanken in Österreich. (Foto: Diebold Nixdorf)

In Österreich waren es zuletzt die Raiffeisenbanken, die bekannt gegeben haben, ihren Automatenbestand kräftig aufzurüsten, wie die Kleine Zeitung berichtete. Sie haben gleich 1.200 Automaten beim Hersteller Diebold Nixdorf bestellt. Die ersten werden in diesem Frühjahr in Betrieb genommen. Diese Geräte können unter anderem QR-Codes einlesen und kontaktlos Daten mittels der NFC-Technologie austauschen. Die Möglichkeit, QR-Codes einzulesen, kommt vor allem Bankkunden zugute, die am Terminal öfter Rechnungen bezahlen. Lassen sie den mittlerweile auf vielen Rechnungen enthaltenen QR-Code vom Automaten einscannen, entfällt das lästige Eintippen der Konto- und Überweisungsdaten.

Der Auftraggeber muss die Daten dann nur noch prüfen und das Absenden der Überweisung bestätigen. Die Bankkarte wird vom Automat via NFC-Schnittstelle erkannt, muss also nur noch in kurzer Entfernung vor den Automaten gehalten, aber nicht mehr eingesteckt werden. Ein Service, den nicht nur Bankkunden schätzen werden, die ihre Karte schon mal im Gerät stecken lassen haben.

Prinzipiell wird es damit nämlich möglich, die Bankkarte gleich ganz zuhause zu lassen: Auch das Smartphone kann – mithilfe der richtigen Soft- und Hardware – via NFC mit dem Automaten kommunizieren und die Bankkarte ersetzen. Für die Bankkunden soll diese Neuerung zugleich mehr Sicherheit bieten, wie Andy Mattes, CEO von Diebold Nixdorf gegenüber der Kleinen Zeitung betonte. Schließlich würden alle Informationen nur noch verschlüsselt übertragen und das Skimming, also das Abfangen geheimer Daten am Geldautomaten, wäre ausgeschlossen.

Und in Deutschland?

Auch in Deutschland können Bankkunden bereits – zumindest an manchen Geldautomaten der Volksbanken – ohne Bankkarte abheben, nämlich mit dem Dienst VR-Mobilecash. Wer den Service einmal ausprobieren möchte, braucht dafür ein Smartphone mit installierter VR-Banking-App inklusive Registrierung für den Dienst „Mobile Auszahlung“ – und einen Automaten, der die mobile Auszahlung unterstützt. Das berichtete kürzlich die Chip.

Leider ist das mobile Geldabheben hierbei sogar noch ein Stück umständlicher als das Abheben mit Girocard: Zunächst werden in der App der gewünschte Geldbetrag und das Konto ausgewählt, von dem das Geld abgebucht werden soll. Am Automaten muss der Kontoinhaber ebenfalls die mobile Auszahlung auswählen. Der Automat gibt dann einen QR-Code und eine sogenannte mobile Transaktions-Identifikations-Nummer (mTIN) aus. Der Kontobesitzer kann dann entweder den Code via Smartphone einscannen oder die mTIN abtippen. Schließlich muss die Auszahlung noch, wie gewohnt, via PIN am Automaten bestätigt werden. Dafür kommt allerdings natürlich nicht die PIN der Girocard infrage, sondern eine eigene PIN für mobile Auszahlungen, die Nutzer bei der Anmeldung zum Dienst per Post zugeschickt bekommen. Ob ein passender Automat in der Nähe ist, erfahren die Nutzer über die Geldautomatensuche der Banking-App.

Automat versus Smartphone?

Die neue Automatengeneration ist technologisch gesehen ein großer Sprung nach vorne. Allerdings wird sich noch zeigen müssen, wie viele Menschen künftig tatsächlich den Weg zum Geldautomaten auf sich nehmen werden. Schließlich können sie praktisch alle Bankgeschäfte längst ohne Weiteres auf dem Smartphone erledigen. Selbst Kredite lassen sich heute – komplett digital – per Smartphone abschließen. Da bleibt vor allem noch der tägliche Bedarf nach Bargeld. Doch auch hier hat die Digitalisierung längst Einzug gehalten, mit kontaktlosen Zahlungen via Girocard, dem Bezahlen per Smartphone an der Ladenkasse und der schnellen Überweisung via Facebook an Freunde und Bekannte.

Vielleicht wird die Bankfiliale der Zukunft aber auch gar kein menschenleerer Ort, an dem intelligente Automaten den Schalter und die Bankmitarbeiter dahinter ersetzen, sondern ein Ort der Begegnung – erfüllt vom Geruch frischen Kaffees. Verschiedene Vorzeigeprojekte lassen dieses Szenario zumindest erahnen.
 

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