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Automat, Schalter, Supermarktkasse Bargeld einzahlen bei ING, DKB & Co. - so geht's

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Ob Erlös aus dem Gebrauchtwagenverkauf, Geldgeschenke von den Großeltern oder ein geplündertes Sparschwein: Dann und wann bringen wir unser Geld zur Bank, genauer zur Filiale. Doch wie geht das bei Direktbanken, die ja gar keine Filialen haben? Das haben wir uns auch gefragt – und recherchiert.
Bargeld einzahlen bei Direktbanken

Bargeld zur Bank bringen: bei vielen Direktbanken kein Problem. Bild: gettyimages

Keine eigenen Filialen, keine eigenen Automaten: Direktbanken bieten ihre Produkte und viele Services nur über das Internet oder telefonisch an. Klar, dass da so manche Dinge anders laufen müssen als in der Filiale um die Ecke – so etwa die Bargeldeinzahlung.

Wir haben die wichtigsten Direktbanken unter die Lupe genommen und verraten, wie die Einzahlung von Scheinen und Münzen bei den Onlinebanken funktioniert und was sie kostet.

9 Banken im CHECK: So geht Einzahlen bei Direktbanken

ING

Als Kunde der größten deutschen Direktbank stehen Ihnen bundesweit 32 Einzahlungsautomaten zur Verfügung. Wenn Sie nicht gerade einen davon in Ihrer Nähe haben, können Sie als ING-Kunde auch auf die Reisebank zurückgreifen. In rund 90 Geschäftsstellen, die Sie überwiegend an Bahnhöfen und Flughäfen finden, nimmt die Reisebank Ihr Bargeld entgegen und überweist es auf Ihr ING-Girokonto. Zwischen 1.000 und 25.000 Euro, darunter aber maximal 50 Münzen, können Sie kostenfrei einzahlen – für die von der Reisebank erhobene Fremdeinzahlungsgebühr kommt die ING auf.

Bargeld an die Bank verschicken? Keine gute Idee.

Not macht erfinderisch – zu erfinderisch sollten Sie als Direktbankkunde aber nicht werden. Das Bargeld per Post an die eigene Bank zu verschicken, mag zunächst nach einer Lösung klingen, doch das Porto können Sie sich sparen:

„Noch eine Bitte: Schicken Sie uns kein Bargeld! Wir können das nicht verarbeiten und schicken es Ihnen zurück!“ (Hinweis im Webauftritt der ING)

DKB

Auch die Deutsche Kreditbank (DKB) stellt Ihnen eigene Automaten mit Einzahlungsfunktion zur Verfügung – bei nur 18 Stück deutschlandweit ist der Weg zum nächsten Einzahlungsautomaten aber eher weit. Das hat auch die DKB erkannt, die für Bargeldabhebungen bereits seit Juni 2016 mit dem Bezahldienst Barzahlen.de kooperiert und das gemeinsame Projekt Cash im Shop im August 2018 schließlich auch auf Einzahlungen ausgeweitet hat. Beträge ab 50 Euro, maximal aber 999,99 Euro pro Tag und Einzahlung können Sie seither in 12.000 Partnershops deutschlandweit auf Ihr DKB Cash Girokonto einzahlen – darunter bei so großen Ketten wie Rewe, Penny, DM und Rossmann. Dafür müssen Sie nur einen Barcode mit Ihrer DKB Banking-App erzeugen, an der Kasse vorzeigen und Ihr Geld dem Kassenpersonal überreichen. Kostenlos ist diese bequeme Art des Geldeinzahlens allerdings nicht: 1,50 Prozent des eingezahlten Betrags stellt Ihnen die DKB dafür in Rechnung – bei 100 Euro also 1,50 Euro.

Comdirect

Im Gegensatz zur ING und der DKB verfügt die Comdirect über keine eigenen Einzahlautomaten – muss sie als Tochter der Commerzbank aber auch nicht. Die hat schließlich rund 800 Filialen in Deutschland und zahlreiche SB-Center, in denen auch Sie als Comdirect-Kunde Geld einzahlen können. Bis zu 140 Scheine oder 800 Münzen je Einzahlung nimmt die Commerzbank entgegen – der letztendliche Betrag spielt keine Rolle. Drei Einzahlungen pro Jahr sind für Sie dabei kostenfrei. Für jede weitere Bargeldeinzahlung verlangt die Comdirect eine Gebühr, die sie zuletzt im September 2019 auf 2,90 Euro erhöht hat.

Für den Fall, dass Sie einmal vor Ort sind und größere Bargeldbeträge einzahlen wollen: Nördlich von Hamburg in der Kleinstadt Quickborn hat die Comdirect ihren Hauptsitz. In der benachbarten Commerzbank-Filiale nimmt man beliebig viele Scheine und Münzen kostenfrei entgegen.

Consorsbank

Wie die ING greift auch die Consorsbank auf die Reisebank zurück, um möglichst flächendeckend Bargeldeinzahlungen aufs Girokonto zu ermöglichen. Anders aber als die ING übernimmt die Consorsbank nicht die dafür anfallenden Gebühren. Laut aktuellem Preis- und Leistungsverzeichnis verlangt die Tochter der französischen BNP Paribas ein Entgelt von 7,50 Euro je angefangene 5.000 Euro. Zahlen Sie als Kunde der Consorsbank also beispielsweise 5.500 Euro über die Reisebank auf Ihr Konto ein, kostet Sie das 15 Euro.

Kurzgefasst: Die Reisebank

… hat sich auf das Geschäft mit Reisezahlungsmitteln und Edelmetalle spezialisiert,
… ist eine Tochter der DZ Bank und damit Teil des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) und
… zählt derzeit rund 90 Geschäftsstellen, die sich überwiegend an Bahnhöfen und Flughäfen befinden.

Volkswagen Bank und Audi Bank

Nicht nur Fahrzeugfinanzierungen finden Kunden bei der Volkswagen Bank und der Audi Bank, sondern auch ein Girokonto. Darauf Bargeld einzuzahlen, ist allerdings nicht gerade leicht – bei deutschlandweit nur 13 Filialen, die beide in Summe betreiben. Kosten entstehen bei der Bargeldeinzahlung hier zwar nicht. Dafür müssen Sie der Filiale je nach Betrag mitunter vorab ankündigen, dass Sie demnächst mit einer größeren Menge Scheinen und Münzen vorbeikommen.

Gut zu wissen: Da hinter dem Girokonto der Audi Bank ebenfalls die VW Bank steckt, gelten für Kunden der Audi Bank dieselben Bedingungen.

1822direkt

Als Tochter der Frankfurter Sparkasse ermöglicht die 1822direkt kostenfreie Bargeldeinzahlungen in den über 60 Filialen der Frankfurter Sparkasse sowie deren SB-Centern mit Einzahlungsautomaten. Außerhalb des Einzugsgebietes um Frankfurt am Main geht es Ihnen als 1822direkt-Kunde aber wie allen Sparkassenkunden: Sie können sich zwar weitgehend problem- und kostenlos bei anderen Sparkassen mit Bargeld versorgen. Welches einzuzahlen kann für Sie aber teuer werden – je nach Sparkasse, die das Bargeld entgegennimmt. Denn Fremdeinzahlungen, im Preisaushang auch unter „Bareinzahlung zugunsten Dritter“ zu finden, lassen sich die meisten Banken gut bezahlen (siehe Box).

Fremdeinzahlung: ein Beispiel aus dem Alltag eines Sparkassenkunden

Montagnachmittag, Münchner Innenstadt. Mit 500 Euro in der Brieftasche zieht Leon Kruger los, um seiner Freundin neues Equipment für den gemeinsamen Tauchausflug am Wochenende zu besorgen. Im Laden angekommen muss er jedoch feststellen: Der Händler hat den gewünschten Atemregler gar nicht mehr vorrätig. Ein schwacher Trost: Im Netz findet er, wonach er gesucht hat. Die 500 Euro aber, die er gerade noch abgehoben hat, kann er jetzt so gar nicht mehr gebrauchen. Zurück also mit dem Geld aufs Konto, denkt sich Kruger und steuert die nächste Sparkassenfiliale an. Dort aber folgt prompt die Ernüchterung. Obwohl Kruger Sparkassenkunde ist, soll er satte 17 Euro für die Einzahlung der 500 Euro berappen. Der Grund: Kruger ist Kunde der Sparkasse Leipzig, nicht der Stadtsparkasse München. Ein Fremdkunde also.

Norisbank

Die Norisbank ist die Online-Tochter der Deutschen Bank und kann als solche auf ein ausgedehntes Filial- und Automatennetz setzen, fast so wie beim Duo Comdirect/Commerzbank. An über 700 Einzahlautomaten der Deutschen Bank können Sie als Norisbank-Kunde kostenlos Bargeld auf Ihr Girokonto einzahlen – das gilt allerdings nur für Scheine und nicht für Münzen. Eine Einzahlung an den Schaltern der Deutschen Bank ist ebenfalls nicht möglich.

Gut zu wissen: Ob Comdirect, Netbank oder Norisbank – viele Direktbanken stellen durch die Zugehörigkeit zu einem Automatenverbund die Bargeldversorgung ihrer Kunden sicher. Einzahlen können Sie bei den anderen Banken des Verbunds, wenn überhaupt, nur gegen Gebühr.

Netbank

Wie die ING und die Consorsbank hat auch die Netbank die Reisebank als Kooperationspartner für Bargeldeinzahlungen an Land gezogen. Konkrete Angaben über Mindest- und Höchstbeträge, die Sie als Netbank-Kunde über den Bargeld- und Edelmetallexperten einzahlen können, macht die Direktbank aber nicht. In Sachen Kosten verweist die Direktbank auf die Gebührenordnung der Reisebank. Deren Internetauftritt zufolge kostet eine Einzahlung auf ein Fremdkonto derzeit ein Prozent des Betrags, mindestens aber 6,50 Euro.

Fremdeinzahlungen: ein Service, unterschiedliche Kosten

Mangelt es an Einzahlungsmöglichkeiten, können Sie versuchen, Ihr Bargeld einfach bei einer beliebigen Filialbank in der Nähe einzuzahlen. Ob und – falls ja – zu welchen Bedingungen eine Bank Einzahlungen auf Konten bei anderen Geldhäusern zulässt, liegt aber immer in ihrem Ermessen. Entsprechend vielfältig gestaltet sich die Gebührenlandschaft, wie sich am Beispiel einiger der größten Filialbanken Deutschlands zeigt:

✓ Hamburger Sparkasse: 15,00 Euro für Einzahlungen bis 999 Euro
✓ Berliner Volksbank: keine Fremdeinzahlungen für Kunden anderer Banken akzeptiert
✓ Postbank: 6,50 Euro für Einzahlungen bis 5 Euro, danach 15 Euro je angefangene 5.000 Euro

Die Einzahlbedingungen der Direktbanken zusammengefasst:

Bank Kostenfreie Bareinzahlungen Kostenpflichtige Bareinzahlungen
1822direkt ✓ in rund 60 Filialen und an allen Einzahlautomaten der Frankfurter Sparkasse ✓ Fremdeinzahlungen über andere Banken und Sparkassen: individuelle Gebühr
Comdirect Bank ✓ in rund 800 Filialen und an allen Einzahlautomaten der Commerzbank: dreimal pro Jahr ✓ ab der vierten Einzahlung pro Jahr: 2,90 Euro je Einzahlung
✓ Fremdeinzahlungen über andere Banken: individuelle Gebühr
Consorsbank   ✓ in rund 90 Geschäftsstellen der Reisebank: 7,50 Euro je angefangene 5.000 Euro
✓ Fremdeinzahlungen über andere Banken: individuelle Gebühr
DKB ✓ an 18 DKB-Einzahlautomaten deutschlandweit ✓ über Cash im Shop in 12.000 Partnershops: 1,50 % des eingezahlten Betrags
✓ Fremdeinzahlungen über andere Banken: individuelle Gebühr
ING ✓ an 32 ING-Einzahlautomaten deutschlandweit
✓ in rund 90 Geschäftsstellen der Reisebank: mind. 1.000, max. 25.000 Euro je Einzahlung
✓ Fremdeinzahlungen über andere Banken: individuelle Gebühr
Netbank   ✓ in rund 90 Geschäftsstellen der Reisebank: 1,00 % des eingezahlten Betrags, mindestens 6,50 Euro
✓ Fremdeinzahlungen über andere Banken: individuelle Gebühr
Norisbank ✓ an rund 700 Einzahlautomaten der Deutschen Bank ✓ Fremdeinzahlungen über andere Banken: individuelle Gebühr
Volkswagen Bank und Audi Bank ✓ in allen 13 Filialen von VW Bank und Audi Bank ✓ Fremdeinzahlungen über andere Banken: individuelle Gebühr

3 Tipps zum Bargeldeinzahlen bei Direktbanken

Denken Sie schon bei der Kontoeröffnung ans Einzahlen

Ob als Servicekraft, die häufig Trinkgeld erhält, oder als Student, dessen Omi ihm hin und wieder etwas Geld zusteckt: Zahlen Sie regelmäßig Bargeld ein, sollten Sie sich schon bei der Suche nach dem passenden Girokonto über die Einzahlmöglichkeiten schlau machen – oder im Zweifel Ihr Konto wechseln, um unnötige Gebühren dauerhaft zu vermeiden.

Achten Sie aufs Kleingedruckte

Bietet die eigene Direktbank keine kostenlosen Bareinzahlungen an, sollten Sie nicht vorschnell eine Filiale ansteuern und Ihr Geld dort einzahlen. Wegen der teils gravierenden Preisunterschiede sollten Sie stattdessen die Gebühren der einzelnen Banken vergleichen. Lohnenswert ist ein Blick auf den Preisaushang der Filiale oder in das Preis- und Leistungsverzeichnis allemal. Das gilt übrigens nicht nur, wenn Sie Direktbankkunde sind. Auch als Kontoinhaber bei der Sparkasse oder den VR-Banken können Sie wegen des Regionalitätsprinzips nicht überall kostenlos Geld einzahlen.

Bitten Sie einen guten Freund um die Einzahlung

Sie kennen im Freundes- oder Familienkreis jemanden, der bei seiner Bank kostenlos Geld einzahlen und anschließend überweisen kann? Dann bitten Sie ihn um seine Hilfe – die eingesparte Gebühr können Sie anderweitig für ein kleines Dankeschön einsetzen.


Anmerkung der Redaktion: Dieser Beitrag wurde zuerst am 17.03.2017 veröffentlicht und zuletzt am 14.11.2019 aktualisiert.

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