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Bericht zur Finanzstabilität IWF hält jede dritte europäische Bank für nicht überlebensfähig

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Der Internationale Währungsfonds kritisiert die unrentablen Geschäftsmodelle vieler Geldhäuser und fordert tiefgreifende Reformen. Bei einigen Banken hat der Umbruch schon begonnen. 
Bankenviertel in Frankfurt am Main

Wandel im Bankensektor: Neue Geschäftsmodelle sollen Kreditinstitute profitabler machen

Ein Drittel der europäischen Banken mit einer Bilanzsumme von insgesamt 8,5 Billionen Dollar ist nicht überlebensfähig – selbst bei einem Anziehen der Konjunktur. Zu dieser Einschätzung kommt der Internationale Währungsfonds (IWF) in seinem aktuellen Bericht zur Finanzmarktstabilität, für den 300 große Banken aus Industrieländern untersucht wurden. Nach Ansicht der Stabilitätshüter können 30 Prozent der Banken in der Eurozone nicht genug Geld erwirtschaften, um längerfristig am Markt zu bestehen, sofern sie ihre Geschäftsmodelle nicht reformieren. Viele Geldhäuser betrieben zu viel Aufwand für zu wenig Ertrag, die Finanzierungskosten vieler Banken seien zu hoch. Jede dritte Bank kann die durchschnittlichen Kapitalkosten von acht Prozent nicht erwirtschaften. Das bedeutet, dass diese nicht ausreichend Geld verdienen, um die Kosten zum Beschaffen von Kapital für neue Investitionen zu decken.

Zu viele Banken in Europa                 

Die Gründe dafür sind laut den Experten des IWFs vielfältig. Zum einen mindert die momentane Niedrigzinsphase die Erträge der Kreditinstitute. Zum anderen gebe es in Europa schlichtweg zu viele Banken. Auch Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), erklärte auf dem Jahresempfang des Europäischen Ausschuss für Systemrisiken im September in Frankfurt, dass ein „Overbanked Europe“  zur schlechten Ertragslage beiträgt. Gemeint ist damit: Zu hohe Kapazitäten verschärfen den Wettbewerb zwischen den Banken. Dadurch stehen laut dem Bericht Geldinstitute in Europa beim Verhältnis von Aufwand zu Ertrag schlechter da als beispielsweise Banken in den USA. Der IWF fordert deshalb, dass schwach aufgestellte Banken aus dem Markt austreten sollen und der Bankensektor insgesamt schrumpfen muss. Nach Einschätzung der Experten bedarf es dringend struktureller Reformen bei den Geldhäusern in der Eurozone. So könnten die Banken durch die Schließung von insgesamt einem Drittel aller Filialen bis zu 18 Billionen Dollar einsparen.

Struktureller Wandel im Bankensektor

Tatsächlich mehren sich die Anzeichen, dass sich die Banken in einer Umbruchphase befinden. Weg von einem kostspieligen dichten Filialnetz hin zu mehr digitalen Angeboten. Denn das klassische Privatkundengeschäft mit intensiver Kundenberatung ist ein Auslaufmodell. Persönliche Beratung in der Filiale ist bei den Kunden immer seltener gefragt. Stattdessen regeln immer mehr Verbraucher ihre finanziellen Angelegenheiten übers Online-Banking. Filialen und Kundenberater werden somit zunehmend unrentabler. Aus diesem Grund strukturieren bereits einige deutsche Banken ihre Geschäftsmodelle um. Einige Kreditinstitute haben angekündigt, bis 2020 tausende Arbeitsplätze abzubauen und hohe Summen in den Konzernumbau zu investieren. Ziel ist eine deutliche Effizienzsteigerung durch Digitalisierung.

Bankenverband weist Kritik zurück

Unter deutschen Bankern begegnet man dem IWF-Befund gleichwohl mit Gelassenheit. Das Handelsblatt zitiert den Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken mit folgenden Worten: „Deutschlands Banken müssen sich im globalen Wettbewerb nicht verstecken – auch wenn sie derzeit nicht auf Rosen gebettet sind und das Korsett aus Regulierung und niedrigen Zinsen sehr eng sitzt. Die Banken werden sich anpassen: durch Kosteneinsparungen, mehr Digitalisierung und Fusionen.“ Tatsächlich attestiert auch der IWF den  Banken, dass sie durch Sanierungsmaßnahmen kurzfristige Risiken minimieren konnten. Aber eine schlechte Profitabilität der Banken wirkt sich auch auf deren Bereitschaft aus, Kredite zu vergeben und somit das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. 

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