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Zinsentscheid EZB signalisiert Anfang vom Ende der Niedrigzinspolitik

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Die Europäische Zentralbank belässt ihre Leitzinsen unverändert. Doch eine kleine Änderung in der Formulierung des geldpolitischen Ausblicks nährt Spekulationen über einen angedeuteten Kurswechsel. 
Leitzinssenkung Folgen Verbraucher

Die EZB lässt die Leitzinsen unverändert, bereitet aber die Märkte behutsam auf einen Kurswechsel vor.

Und sie bewegt sich doch! Auf den ersten Blick belassen die Ratsmitglieder der Europäischen Zentralbank (EZB) bei ihrem Zinsentscheid in Tallin heute alles beim Alten. Der Leitzins bleibt unverändert bei null Prozent und der Einlagezinssatz, für den Banken kurzfristig Geld bei der EZB parken können, bleibt bei -0,40 Prozent. Doch auf den zweiten Blick ist zu erkennen, dass die EZB die Märkte langsam und behutsam auf einen möglichen Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik vorbereitet. Denn die EZB hat den geldpolitischen Ausblick leicht angepasst. Zwar erachtet EZB-Präsident Mario Draghi es weiterhin für notwendig, dass die Leitzinsen für längere Zeit und, falls nötig, weit über das prognostizierte Ende des Anleihekaufprogramms im Dezember 2017 auf dem aktuellen Niveau verharren, jedoch wurde der Zusatz „oder auf einem niedrigeren Niveau“ gestrichen. Grund dafür ist, dass die obersten Währungshüter die Inflation immer noch nicht als nachhaltig ansehen, aber sie mittlerweile keine Deflationsrisiken mehr erkennen können.

Risiken für wirtschaftlichen Aufschwung sind ausgeglichen

Ein weiterer Hinweis darauf, dass die EZB vorsichtig einen Ausstieg aus ihrer derzeitigen Geldpolitik vorbereitet, ergibt sich aus ihrer Einschätzung der Risiken für das Wirtschaftswachstum. Bezeichnete Draghi die Risiken zuvor als „abwärtsgerichtet“, sprach er auf der heutigen Pressekonferenz in Tallin von „ausgeglichenen“ Risiken. Die Änderung des geldpolitischen Ausblicks ergibt sich aus einem stärkeren Wirtschaftswachstum. Im ersten Quartal 2017 ist das reale Bruttoinlandsprodukt der Eurozone um 0,6 Prozent gewachsen, für das gesamte Jahr 2017 wurde das erwartete Bruttoinlandsprodukt auf 1,9 Prozent nach oben korrigiert.

Inflation noch nicht nachhaltig genug

Obwohl sich der wirtschaftliche Aufschwung weiter verfestigt, bleibt die Inflation auf einem niedrigen Niveau. Im Mai betrug die Inflationsrate im Euroraum laut einer Schnellschätzung von Eurostat, dem statistischen Amt der EU, 1,4 Prozent. Draghi betonte, dass die Inflation derzeit vor allem durch die Energie- und Nahrungsmittelpreise beeinflusst werde. Für die EZB-Ratsmitglieder lasse sich noch kein nachhaltiger Anstieg der Inflation erkennen. Deshalb sei weiterhin ein erheblicher Grad an geldpolitischer Unterstützung notwendig. Dies würde sich erst ändern, wenn die Inflation selbsttragend sei, also sich auch ohne die Unterstützung durch die geldpolitischen Maßnahmen der EZB um das Inflationsziel von knapp unter zwei Prozent bewege.

Aus Sicht der Zentralbanker trägt der Konjunkturaufschwung noch nicht zu einem Anstieg der Inflation bei, da ein gedämpftes Wachstum der nominalen Löhne und Gehälter die Inflation nicht zusätzlich ankurbele. Laut Draghi zeichne sich vor allem ein Anstieg prekärer Beschäftigung, also befristete Arbeit, Arbeit im Niedriglohnsektor oder Minijobs für das schwache Wachstum der Löhne verantwortlich. Die Strukturreformen, die dazu geführt hätten, seien zwar nötig, um die Wettbewerbsfähigkeit und damit den wirtschaftlichen Aufschwung zu stützen, jedoch wären die Auswirkungen auf die Inflation dadurch eher verhalten.

Draghi lässt sich Optionen offen

Auf der Pressekonferenz erklärte der EZB-Präsident, dass es Geduld brauche, bis das Inflationsziel erreicht werde. Jedoch habe er „Vertrauen darauf, dass sich die Inflation nachhaltig entwickeln wird“. Zwar wurde der geldpolitische Ausblick dahingehend geändert, dass die Zinsen nicht auf ein niedrigeres Niveau fallen könnten, wenn sich die Aussichten eintrüben, jedoch betonte Draghi im Anschluss an die Pressekonferenz, dass die EZB in dieser Hinsicht reaktionsfähig bleibe.

Für Sparer bedeutet der heutige Zinsentscheid, dass die Zinsen aufs Ersparte mittelfristig auf einem niedrigen Niveau bleiben. Kreditnehmer dürfen sich dagegen weiterhin über günstige Kredite freuen. 

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