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Finanzsektor im Umbruch Das Bankensterben beginnt

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Die Zahl der Banken und der Bankfilialen in Deutschland nimmt immer schneller ab. In acht Jahren könnte jede fünfte Bank verschwunden sein. Kunden werden weitere Wege in Kauf nehmen müssen, der Kontakt zur Bank wird unpersönlicher.
Volksbank Filiale

Immer mehr Banken und Filialen schließen. In ländlichen Regionen werden die Wege zur nächsten Filiale länger.

Die fetten Jahre sind vorbei – die Anzahl der Banken und der Bankfilialen in Deutschland sinkt rapide. Laut einer aktuellen Studie der Deutschen Bundesbank sank die Gesamtzahl aller Kreditinstitute in Deutschland auf 1.888 Institute und damit auf 72 Banken weniger als noch 2015. Das entspricht einem Rückgang von 3,7 Prozent im letzten Jahr. Im Vorjahr waren es noch 1,5 Prozent. Wie eine Umfrage der Beratungsgesellschaft Investors Marketing zeigt, könnte bis 2025 sogar jede fünfte Bank verschwunden sein.

Mehr Banken werden zusammengelegt

Immer mehr Banken fusionieren, um Kosten zu sparen. Von den 72 Instituten die es im letzten Jahr weniger gab, sind alleine 52 mit anderen Geldhäusern im genossenschaftlichen Sektor verschmolzen. Dadurch ist die Zahl der Genossenschaftsbanken in Deutschland erstmals unter 1.000 auf nur noch 976 gesunken. Das entspricht einem Rückgang von fünf Prozent. Im Vorjahr fusionierten mit 25 Genossenschaftsbanken nur knapp halb so viele. Bei den Sparkassen zeichnet sich eine ähnliche Entwicklung ab. Zwar verschmolzen hier im letzten Jahr nur zehn Institute, 2015 waren es jedoch nur drei. Bei den Kreditinstituten, die nicht zu den Sparkassen oder Genossenschaftsbanken gehören, sank die Gesamtzahl um neun Banken auf 381.

Zahl der Bankfilialen geht rapide zurück

Nicht nur die Anzahl der Banken insgesamt schwindet hierzulande, auch die Anzahl der Bankfilialen nimmt rapide ab. Insgesamt verringerte sich die Zahl der Zweigstellen im letzten Jahr um 2.019 auf 32.026 Filialen und damit um 5,9 Prozent. Bereits im vergangenen Jahr verschwanden 1.257 Filialen, was etwa 3,6 Prozent entspricht.
Die meisten Filialen wurden im letzten Jahr bei den Sparkassen und Landesbanken geschlossen, insgesamt waren es 922. Mit 10,939 Filialen unterhält dieser Sektor allerdings immer noch die größte Zahl an Filialen. Bei den Genossenschaftsbanken wurden 664 Filialen geschlossen, wodurch sich deren Anzahl auf 10.169 Zweigstellen reduzierte. Auch bei den übrigen Kreditinstituten verschwanden 283 Filialen, womit die Anzahl an Filialen auf 9.444 sank.

Niedrige Zinsen und stärkerer Wettbewerb setzen Banken unter Druck

Als Grund für ein beschleunigtes Bankensterben machen die Bundesbanker die niedrigen Zinsen aus. Dazu Dr. Andreas Dombret, Vorstandsmitglied der Bundesbank: „Der Konsolidierungsprozess hat an Fahrt gewonnen. Dies ist ein klares Zeichen dafür, dass der Druck durch Wettbewerb und Niedrigzinsumfeld weiter hoch ist und die Banken sich veranlasst sehen, Kostenstrukturen und Vertriebswege auf den Prüfstand zu stellen.“
Durch die niedrigen Zinsen schwinden die Zinsüberschüsse bei den Banken. Gleichzeitig wenden die Geldhäuser immer mehr finanzielle Mittel für einen digitalen Umbau auf, da immer mehr Kunden Online-Angebote nutzen und auf einen Filialbesuch verzichten. Kunden, die dagegen Wert auf eine persönliche Beratung legen oder die nicht so technikaffin sind, müssen in Zukunft wohl weitere Wege zu der Bank ihres Vertrauens in Kauf nehmen, besonders in ländlichen Regionen.

Finanzsektor befindet sich in Phase des Umbruchs

In den letzten Jahren bekamen die klassischen Banken immer mehr Konkurrenz durch sogenannte Fintechs – Finanzunternehmen, die durch den Einsatz moderner Technologien und mit erheblich weniger Personal attraktive Finanzprodukte anbieten. Hinzu kommen niedrige Zinsen, wodurch die Erträge der Banken weniger werden. Ein Umbau aller Geschäftsbereiche hin zu Digitalisierung beziehungsweise zu digitalen Finanzprodukten kostet ebenfalls viel Geld. Alte Geschäftsmodelle wie die Beratung zu Finanzprodukten in der Filiale vor Ort in einem dichten Filialnetz beginnen zu bröckeln. Die Banken beginnen ihre Geschäftsmodelle umzustellen, Filialen sind nicht mehr der einzige Weg, Finanzprodukte zu vertreiben.

In acht Jahren wäre jede fünfte Bank verschwunden

Die Neuausrichtung der Banken ist ein langfristiger Prozess, der sich über Jahre erstreckt. Vor diesem Hintergrund prognostiziert die Beratungsgesellschaft Investors Marketing, dass sich der Filialabbau bei Banken und Sparkassen in den nächsten zehn Jahren weiter beschleunigen wird. In der Investors Marketing Trendstudie 2017 befragte die Unternehmensberatung 100 Führungskräfte von Privatbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Demnach gehen alle Befragten von einem Rückgang der Filialen aus. Dazu Oliver Mihm, Vorstandschef von Investors Marketing: „Damit bestätigen die Entscheider jetzt, was wir schon lange erwarten, nämlich einen Rückgang der Filialen bis zum Jahr 2025 auf nur noch rund 20.000.“ Bei der Anzahl der Banken erwarten die Befragten Führungskräfte der Sparkassen eine ähnliche Entwicklung. Sie gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2025 die Zahl der Banken in Deutschland um rund 20 Prozent sinken wird.

Für die Verbraucher bedeutet diese Entwicklung, dass sie durch die Digitalisierung Finanzprodukte angeboten bekommen, die persönlich auf ihre Lebensumstände zugeschnitten sind. Auf der anderen Seite werden Filialbesuche noch seltener werden und damit auch Gespräche von Angesicht zu Angesicht mit dem persönlichen Bankberater. 

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