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Bezahl-Trends Bezahlen ganz ohne Kasse mit Amazon Go

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Was noch vor wenigen Jahren nach Science Fiction klang, machte Amazon letzte Woche zur Realität: Im kassenlosen Supermarkt zahlen Kunden, indem sie einfach den Laden verlassen.
Paar zahlt im Laden mit Girocard

Im kassenlosen Supermarkt Amazon Go nicht mehr nötig: Kunden zahlen Einkäufe nicht mehr an der Ladenkasse.

Herr Heitkamp kam sich vor wie ein Dieb, als er den Salat in der Plastikbox aus dem Supermarktregal nahm und in seine Tasche steckte. Aber Einkaufswagen gab es keine. Wozu auch, es gab ja auch keine Kassen, an denen er die Waren aus dem Einkaufswagen aufs Band legen könnte. Nachdem er den Salat in der Tasche verstaut hatte, bemerkte Herr Heitkamp die Waage auf dem Regalboden, auf dem der Salat gestanden hatte. Als er sich umdrehte, um das Regal mit den Dressings zu suchen, fielen ihm die unzähligen schwarzen quadratischen Boxen über ihm auf, die dort hingen, wo eigentlich die Deckenverkleidung sein sollte. Kleine schwarze Rauten und Kreise entdeckte er bei genauerem Hinsehen als Aufdruck auf der Salatbox – einen Strichcode hingegen, mit dem die Ware normalerweise an der Kasse gescannt wird, nicht.

Herr Heitkamp schlenderte noch ein wenig weiter durch die Gänge und steckte noch das eine oder andere in seine Tasche. Dann begab er sich Richtung Ausgang. Vor der großen gläsernen Automatiktür nach draußen, stand ein meterhoher grauer Kasten. Heitkamp zückte wie beim Betreten des Supermarktes sein Smartphone, öffnete die Amazon-Go-App, hielt im Vorbeigehen sein Smartphone über den grauen Kasten und verließ den Supermarkt. Nach ein paar Metern bekam er eine Push-Nachricht von der Amazon-Go-App. Diese las sich wie ein Einkaufs-Bon: Salat Toskana 3,49 Euro, Joghurtdressing 1,99 Euro, Orangensaft 0,99 Euro... „Echt bequem“, dachte er sich. „Man merkt gar nicht, dass man bezahlt. Kein Warten an der Kasse, kein Kramen nach Kleingeld oder der Girokarte.“

Die Zukunft des Bezahlens beginnt in Seattle

Sieht so das Bezahlen der Zukunft aus? Statt mit Bargeld, kontaktlos mit Giro- oder Kreditkarte oder gar mit Fingerabdruck in der Mobile-Payment-App an der Ladenkasse zu bezahlen, einfach den Supermarkt mit der geöffneten Amazon-Go-App verlassen? Geht es nach dem Online-Versandhändler Amazon, können Verbraucher ihre Brieftasche in Zukunft zu Hause lassen, wenn sie zum Einkaufen in den Supermarkt gehen. Der Internet-Riese hat am Montag vergangener Woche im amerikanischen Seattle unweit der Firmenzentrale den ersten Amazon-Go-Supermarkt eröffnet. Kunden können dort auf 170 Quadratmetern einkaufen. Kassen gibt es keine, alles was die Kunden brauchen, ist ein Smartphone mit Amazon-Go-App.

Der gläserne Kunde

Einen ersten Selbstversuch im Pilot-Supermarkt von Amazon machte eine Redakteurin des Handelsblatts. Die Abrechnung der Einkäufe findet über die Amazon-Go-App statt. Betritt ein Kunde den Supermarkt, wird er über die geöffnete Amazon-Go-App auf seinem Smartphone identifiziert. Dazu muss er sein Mobiltelefon mit der geöffneten App kurz vor einen der vielen grauen Kästen am Eingang halten. Kameras und Sensoren an der Decke und in den Regalen folgen ihm dann auf seinem Weg durch die Verkaufsregale. Die Waagen in den Regalen, die mit den Kameras und Sensoren gekoppelt sind, bekommen mit, wann er einen Apfel oder eine Packung Waschmittel entnimmt oder gegebenenfalls wieder zurückstellt. Landen Waren in der Einkaufstasche des Kunden, werden sie von dem System im digitalen Einkaufswagen verbucht. Alles, was der Einkäufer bis zum Verlassen des Supermarktes nicht wieder in die Regale zurückgestellt hat, wird über den digitalen Einkaufskorb in der App verrechnet.

Weder müssen die Kunden die Produkte gezielt in die Kamera halten, sobald sie diese aus dem Regal nehmen, noch folgen die Kameras den Kunden durch Gesichtserkennung. Menschen nimmt das System laut Amazon nur als Objekte wahr. Damit die Sensoren erkennen, um welches Produkt es sich handelt, das der Kunde gerade aus dem Regal nimmt, sind auf der Verpackung kleine schwarze Kreise und Rauten unterschiedlich angeordnet, ähnlich einem QR-Code. Diese werden von den Kameras und Sensoren erfasst. So kann das System auch unterschiedliche Geschmacksrichtungen bei Joghurts, Schokolade und Getränken erkennen. Auf diese Weise fällt beim Einkaufen eine riesige Menge Daten an: Was kaufen welche Kunden? Wohin bewegen sie sich zuerst? Was spricht die Kunden am meisten an?

Keine Gedanken ans Bezahlen verschwenden

Ganz ohne menschliches Personal kommt der kassenlose Supermarkt aber nicht aus. Dieser braucht Personal, welches die Regale auffüllt, das die Brote belegt und darauf achtet, dass minderjährige keinen Alkohol kaufen. Menschen werden also nur beim Bezahlen überflüssig. Kassierer gibt es keine im Amazon-Go-Supermarkt. Der Bezahlvorgang wird fast komplett aus dem Bewusstsein des Kunden ausgeblendet.

Bislang gibt es nur den einen kassenlosen Amazon-Go-Supermarkt in Seattle. Allerdings hat sich Amazon laut der IT-News-Seite golem.de bereits im Mai letzten Jahres Werbeslogans für Amazon-Go-Supermärkte in der EU rechtlich schützen lassen. Nicht ausgeschlossen daher, dass auch europäische Verbraucher bald einkaufen können, ohne ans Bezahlen zu denken – und sich dabei trotzdem wie ein Dieb fühlen müssen.

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