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Zwischen Inflation, Gebühren und Rendite 3 Infos für Sparer von der Invest 2017

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Anlegen in Zeiten niedriger Zinsen und steigender Inflation: Auf der Anlegermesse Invest in Stuttgart informierten sich dieses Wochenende zahlreiche Verbraucher über Möglichkeiten, ihr Geld gewinnbringend zu investieren. Wir waren vor Ort, haben uns umgehört und fassen die wichtigsten Entwicklungen zusammen, die Kleinsparer und Kontoinhaber jetzt interessieren dürften.
Invest 2017

Rückblick auf die Invest 2017: Was Sparer jetzt wissen müssen. Bild: Messe Stuttgart

Schon am Stuttgarter Flughafen strömen sie einem entgegen mit allerhand Tüten, bedruckt mit dem Sparkassenlogo oder dem Schriftzug „Degussa“. Die Invest ist da noch keinen halben Tag im Gange. Wäre es nicht wie bei jeder Messe, würde man meinen: Sie nehmen, was sie kriegen können, die deutschen Sparer. Jetzt, wo es doch auf Spareinlagen keine Zinsen mehr gibt, gleichzeitig die Inflation wieder rasant zugelegt hat.

Niedrigzins und Inflation: Sie gehörten gewiss zu den zentralen Themen, die auf der Anlegermesse am vergangenen Freitag und Samstag stetig präsent waren – ob als „Wir müssen mal reden…“-Einspieler, der in Dauerschleife auf der ARD-Bühne lief und in dem Markus Gürne, Ressortleiter der ARD-Börsenredaktion, Zinsen und Strafzinsen am Beispiel von Keksen erklärt. Oder als Teil der Argumentation vieler Börsenexperten, die wegen der prekären Lage für Sparer dieselben zur Investition in Aktien, Fonds und Edelmetalle drängen.

Wir haben uns am Wochenende einen Eindruck von der Stimmung unter deutschen Anlegern verschafft und verraten, worauf sich Kleinsparer und Kontoinhaber einstellen müssen.

1) Die Inflation macht das Sparen schwer – und die Zinsen bleiben niedrig

Die schlechte Nachricht vorweg: Geht es nach den Finanzexperten, ist ein Ende des Zinstiefs vorerst nicht in Sicht. Zwar hat die Inflation in der Eurozone sich zuletzt der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB) von „nahe, aber unter zwei Prozent“ genähert – für die Währungshüter um Draghi sei dies aber noch kein Grund, in ihrem geldpolitischen Kurs die Richtung zu ändern, erklärt etwa Falko Block von der DZ Bank. Der Analyst vom Spitzeninstitut der Volks- und Raiffeisenbanken nennt dafür gleich mehrere Gründe:

✓ Der jüngste Inflationsanstieg sei zu stark durch Faktoren geprägt, auf die die EZB keinen Einfluss habe – das sind konkret die wegen des OPEC-Abkommens gestiegenen Energiepreise und die infolge der schlechten Ernte in Spanien verteuerten Obst- und Gemüsepreise.

✓ Die Kerninflation, also die Teuerungsrate ohne Energie- und Lebensmittelpreise, ist nach wie vor zu niedrig – ein Argument, das die EZB auch zur Verwunderung Blocks nun erstmals nutzt, hatte sie ihre lockere Geldpolitik doch lange mit der übergreifenden Inflationsrate gerechtfertigt.

✓ Nicht in allen Staaten der Eurozone ist es um die Inflationsrate gleich bestellt – in vielen Ländern, insbesondere in Irland, ist sie nach wie vor zu weit von dem Wert entfernt, bei dem die Währungshüter eine Preiswertstabilität als gegeben sehen.

Damit die EZB ihre Geldpolitik wieder strafft und damit den Weg für steigende Sparzinsen ebnet, müsse die Inflation innerhalb der Währungsunion zunächst mittelfristig stabil, also nachhaltig, sein und das ohne weiteres Zutun durch die Notenbank, also ihre ohne Anleihekäufe. Kurzum: Es kann noch dauern.

Für Block ist die Schlussfolgerung aus diesen Aussichten klar: Wer Inflationsausgleich sucht oder gar eine reale, also inflationsbereinigte, Rendite erzielen will, der darf das Risiko nicht scheuen. Und mit dieser Ansicht ist er dieses Wochenende gewiss nicht allein. „Der risikolose Zins in Europa liegt definitiv bei Null“, erklärt etwa Hans Peter Burghof, Lehrstuhlinhaber Bankwirtschaft und Finanzdienstleistungen der Universität Hohenheim.

Mehr Risiko also – doch was ist mit den zahlreichen Sparern, die genau das nicht wollen? Von denen gibt es schließlich mehr als genug, wie auch Falko Block bemerkt. In keiner Form wird hierzulande mehr gespart als in bar und mit Sichteinlagen wie dem Girokonto. Eine Lösung dafür hat an diesem Wochenende aber keiner so recht parat.

2) Girokontogebühren sind ein Ärgernis – und bleiben ein Thema

Apropos Girokonto: In den vergangenen Tagen und Wochen machte die Sparkasse mit ihren Gebühren für Bargeldabhebungen von sich Reden – und auch auf der Invest waren die Entgelte ein Thema. So musste Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, auf der ARD-Bühne am Samstagvormittag Stellung beziehen. Und das, wo er doch aus ganz anderen Gründen eingeladen wurde – um über Immobilienpreise und -finanzierungen zu sprechen, und als Ersatzmann für die Notenbanker, die sich der Diskussion an diesem Wochenende nicht stellen wollten.

Lange noch hatte Fahrenschon beteuert, das Abheben am Automaten bleibe kostenfrei. Nun aber räumt er ein: Die Sparkassen müssten die Kosten für die Unterhaltung der zahlreichen Automaten an ihre Kunden weiterreichen. Gleichwohl versichert er, dass die ihm unterstellten Geldhäuser mit ihren Kunden individuell die Kontomodelle abwägten, um die Kostenbelastung möglichst gering zu halten. Dennoch beweist dieses jüngste Beispiel einmal mehr, was Finanzexperten wie Michael Kemmer vom Bankenverband prognostizieren: Die Banken werden immer stärker von der Quersubventionierung ihres Girokontos abrücken und die Kosten für einzelne Dienstleistungen stattdessen verursachergerecht durch Gebühren wieder einspielen.

3) Geld anlegen im Ausland wird wichtiger – Sparer sollten mit Bedacht handeln

Wer nicht gerade in Aktien, Fonds und dergleichen anlegen will, dem bietet sich die Möglichkeit, sein Geld bei einer ausländischen Bank anzulegen. Klassische Tagesgeld- und Festgeldkonten gibt es dort oftmals zu besseren Konditionen als bei einer deutschen Bank – das erkennen immer mehr Sparer für sich. Doch ist das auch so sicher wie in Deutschland? Fakt ist: Eine Einlagensicherung wie die in Deutschland, die weit über das gesetzliche Maß hinausgeht – sei es als freiwillige Einlagensicherung oder als Institutssicherung wie im Falle der Sparkassen und VR-Banken –, gibt es im Ausland so nicht.

Bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank aber sind per Gesetz gesichert, in Ausnahmefällen wie dem Verkauf einer Privatimmobilie sogar bis 500.000 Euro. Da die Sicherung jedoch Sache der einzelnen EU-Mitgliedsstaaten ist, müssten Sparer auch auf die Stabilität des jeweiligen Landes achten: „Wenn Sie im Ausland anlegen, müssen Sie viel wissen über das Land und über die Bank“, gibt Wirtschaftsprofessor Burghof in einer Podiumsdiskussion der Verlagsgruppe Handelsblatt zu bedenken.

Eine Vergemeinschaftung der bisherigen Einlagensicherungsfonds auf EU-weiter Ebene, die Sparern mehr Sicherheit bei der Geldanlage im Ausland bieten könnte, stößt bei den Banken auf wenig Gegenliebe. Sparkassenpräsident Fahrenschon, der an der Diskussion teilnahm, betonte, man solle es bei der „örtlichen, nationalen Verantwortlichkeit lassen“, damit alle Länder nachhaltig wirtschafteten.

Fazit: Keine Rendite ohne Risiko, keine Sicherheit ohne Inflationsverlust

Anlegen in Zeiten niedriger Zinsen und steigender Inflation: Das heißt für Kleinsparer zweierlei, wie die Invest zeigt. Wer auf der Suche nach Rendite ist, der darf das Risiko nicht mehr scheuen. Wer hingegen sicherheitsbewusst anlegt, die traditionelle Geldanlage wie Tagesgeld oder Festgeld bevorzugt, der muss sich wohl bis auf Weiteres mit Niedrigzinsen zufriedengeben, die die Inflation nicht wettmachen. Letzteren sei jedoch abschließend noch mit auf den Weg gegeben: Der Wertverlust der eigenen Rücklagen lässt sich mit dem richtigen Konto zumindest begrenzen.

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