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Finanzwissen Folge 1 Was ist Geld?

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Viele Dinge in unserem Leben drehen sich um Geld. Grund genug einmal zu fragen, was Geld eigentlich ist und welche Funktionen es erfüllt.
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Die erste Folge der Serie Finanzwissen dreht sich rund um die Frage: Was ist Geld?

Ohne Moos nichts los – Geld bestimmt unseren Alltag. Fast jeden Tag bezahlen wir damit im Supermarkt oder den Kaffee auf den Weg zur Arbeit und fast jeden Tag sind die meisten Menschen damit beschäftigt, es zu verdienen. Der Umgang mit Geld ist heutzutage einfach und selbstverständlich. Ob als bedrucktes Papier oder als elektronisches Zahlungsmittel, Geld begegnet uns im Alltag in vielerlei Formen. Der Begriff Geld bezeichnet sowohl Scheine und Münzen als auch Vermögen, Kredite und Einkommen. Doch was genau ist Geld eigentlich? Worin besteht der Wert des Geldes? Für viele ist die Bedeutung des Wortes Geld individuell. Für manche bedeutet Geld Sicherheit, für andere wiederum ist es Freiheit und nicht wenige verbinden mit Geld Glück.

Laut dem Gabler Wirtschafslexikon ist Geld das allgemein anerkannte Tausch und Zahlungsmittel, auf das sich eine Gesellschaft verständigt hat. Es dient als gesetzliches Zahlungsmittel, durch das eine Schuld mit rechtlicher Wirkung beglichen werden kann. Im Euro Währungsraum ist also Euro-Bargeld das gesetzliche Zahlungsmittel.

Worin besteht der Wert des Geldes?

Gemäß Definition besteht der Wert des Geldes in seiner allgemeinen Anerkennung. Geld an sich hat kaum einen (Material-) Wert. Es ist nur das Tauschmittel für einen Wert. Es ist eine gesellschaftliche Vereinbarung. Wer heute sein Mobiltelefon für 100 Euro verkauft, der vertraut darauf, dass die 100 Euro Banknote morgen noch genauso viel Wert sein wird wie heute. Das Geld wird im Austausch für Waren und Dienstleistungen angenommen, weil die Verbraucher darauf vertrauen, dass der Wert einer Banknote durch die Zentralbank gedeckt ist. Früher war das anders. In vielen Ländern war das Geld seit dem 18. Jahrhundert an den Goldpreis gekoppelt. Das bedeutet, dass zu Zeiten des sogenannten Goldstandards jeder Verbraucher die Banknote in den entsprechenden Gegenwert eintauschen konnte. So stand beispielsweise auf Reichsbanknoten unter dem Wert der Banknote „zahlt die Reichsbankhauptkasse in Berlin ohne Legitimationsprüfung dem Einlieferer dieser Banknote“. Auf den englischen Pfundnoten steht noch heute unter dem Schriftzug der Bank of England ähnliches „I promise to pay the bearer on demand the sum of fifty pounds.“ Die Banknote als Schuldschein repräsentierte also einen Anspruch auf Gold in dem Wert, der auf der Banknote festgelegt wurde.

Die enge Bindung von Geld an Gold zeigt auch die Bedeutung des Begriffs Geld. Das Wort Geld ist von dem indogermanischen Wort für Gold „Ghel“ abgeleitet, was so viel wie „glänzend“ bedeutet. Bis zur Aufhebung des Goldstandards durch die USA, als US-Präsident Richard Nixon 1971 die Bindung des Dollar an Gold aufhob, konnte jeder bei der amerikanischen Zentralbank für 35 US-Dollar eine Feinunze Gold verlangen. Heute wird ein Goldwert der Währungen nicht mehr durch die Zentralbanken garantiert. Es gibt kein Versprechen durch die Zentralbanken, dass das von ihr ausgegebene Geld gegen ein anderes Gut getauscht werden kann. Seitdem besteht der Wert des Geldes also nur in dem Vertrauen, das ihm eine Gesellschaft entgegenbringt.

Welche Funktionen erfüllt Geld?

Geld erfüllt drei zentrale Funktionen für die Gesellschaft:
 

✓ Tauschmittel: Geld ist ein Zahlungsmittel, das von allen akzeptiert wird und dem jeder vertraut. Das vereinfacht den Austausch von Gütern. Der Bauer muss nicht mehr Brote gegen ein Paar Schuhe beim Schuster eintauschen, welche dieser wiederum zum Schneider bringt, um Kleidung zu erwerben.

✓ Recheneinheit: Produkte und Dienstleistung können mit einem Preis beziffert werden. Durch die Bezugsgröße Geld werden Waren, Vermögenswerte und Dienstleistungen vergleichbar. Mit dem Wertmaßstab Geld müssen die einzelnen Produkte nicht mehr untereinander verglichen werden. Das heißt, der Bauer muss nicht mehr mit dem Schuster verhandeln wie viele Brote er für ein paar Schuhe bringen muss.

✓ Wertaufbewahrungsmittel: Mit Geld lassen sich Werte speichern, die sich zu einem späteren Zeitpunkt wieder eintauschen lassen. Voraussetzung dafür ist, dass der Wert des Geldes beständig bleibt und nicht etwa durch eine hohe Inflation zunichtegemacht wird wie etwa zu Zeiten der Hyperinflation 1923 in Deutschland. Ohne die Funktion des Wertaufbewahrungsmittels ließe sich Geld beispielsweise gar nicht sparen.

Welche Geldformen gibt es?

Im Laufe der Zeit entwickelten sich unterschiedliche Formen von Geld.
 

✓ Warengeld: Auch als Naturalgeld bezeichnet, war Warengeld die erste Bezahlform in der Menschheitsgeschichte. Wie der Name schon sagt, wurden vor allem Waren wie Vieh, Salz oder Felle zum Bezahlen genutzt. Noch im alten Rom hieß Geld Pecunia, was von dem lateinischen Wort Pecus für Vieh abgeleitet wurde. Die römischen Legionäre erhielten als Lohn Salarium, was das lateinische Wort für Salz ist. Geblieben ist davon der Begriff des Salärs oder Salary, das englische Wort für Gehalt. Auch Gold- und Silbermünzen, deren Wert den aufgeprägten Wert widerspiegeln, zählen als Warengeld.

✓ Fiatgeld: Heute gebräuchliche Münzen und Scheine werden als Fiatgeld oder Zentralbankgeld bezeichnet. Im Gegensatz zum Warengeld hat Fiatgeld keinen inneren Wert an sich. Das Bargeld wird durch Zentralbanken geschaffen, indem sie es in Form von Krediten an die Geschäftsbanken ausgeben. Bargeld macht ungefähr 20 Prozent der gesamten Geldmenge aus. Ist Fiatgeld knapp, greifen Gesellschaften auf Warengeld zurück. In den ersten Jahren nach dem zweiten Weltkrieg gab es in Deutschland beispielsweise auch eine Zigarettenwährung.

✓ Giralgeld: Auch als Buchgeld bekannt, ist Giralgeld im Gegensatz zum Zentralbankgeld Guthaben, das in Büchern oder auf Girokonten als Zahlenwert besteht und ein Anspruch auf Zentralbankgeld darstellt. Giralgeld wird von den Geschäftsbanken durch Kreditvergabe erschaffen. Es ist kein gesetzliches Zahlungsmittel. 97 Prozent aller Guthaben bestehen aus Giralgeld.

✓ Kryptogeld: Als rein digitales Zahlungsmittel wird Kryptogeld durch digitale Verschlüsselung erstellt (sogenanntes Mining), um als sicheres und anonymes Äquivalent zum Zentralbankgeld zu wirken. Prominentestes Beispiel ist der Bitcoin.

Eine kurze Geschichte des Geldes

Warengeld zählt zu den ältesten Formen von Geld. Schon 6.000 Jahre v.Chr. handelten die Menschen mit Vieh, Salz und Fellen. Auch die in der Geschichte der Menschheit am weitesten verbreitete Geldform, das sogenannte Kaurigeld, welches aus den Gehäusen der Kaurischnecke bestand und von 2.000 v.Chr. bis ins 18. Jahrhundert hinein in weiten Teilen Afrikas und Asiens als Zahlungsmittel galt, war Warengeld.

Die ersten geprägten Münzen entstanden etwa 700 v.Chr. in Lydien, was in dem heutigen Gebiet der Türkei liegt, unter König Krösus. Diese Münzen dienten zunächst nur als Geschenke, Opferbeigaben oder Auszeichnungen. Schnell erkannte man, dass die Münzen aus einer Gold-Silber-Legierung im Gegensatz zu Waren einen großen Vorteil beim Handel boten. Schnell verbreitete sich das neue Geld im Mittelmeerraum. Das Prägerecht für Münzen lag häufig beim jeweiligen Herrscher.

Die erste einheitliche europäische Währung führte Karl der Große um 793 zwischen Nordsee und Mittelmeer ein. Das sogenannte Karolingische Münzsystem bestand aus Silbermünzen und beruhte auf einem Münzgrundgewicht von 406,5 Gramm, was etwa 240 Pfennigen entsprach.

Das erste Papiergeld entstand im elften Jahrhundert in China. Wegen eines Mangels an Kupfergeld gaben Händler sogenannte Wechsel in Papierform heraus, welche durch eine Geldreserve aus Münzen und Salz gedeckt waren. Wenig später übernahmen die Behörden die Ausgabe des sogenannten fliegenden Geldes und im 14. Jahrhundert oblag die Ausgabe dann dem Finanzministerium. Da die Banknoten fortlaufend ausgegeben wurden, ohne dass alte Ausgaben eingezogen wurden, folgte eine Inflation.

Erst 1661 wurden die ersten Banknoten in Europa von der Schwedischen Reichsbank ausgegeben. Richtig durchsetzen konnte sich das Papiergeld allerdings erst 1833, als die englische Regierung Banknoten zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärte. In Folge der in England beginnenden Industrialisierung kam den Banknoten immer mehr Bedeutung zu, Münzen wurden zu Kleingeld. Der britische Goldstandard setzte sich gegenüber Ländern mit dem System der Silberwährung durch.

1949 wurde die Kreditkarte in den USA erfunden. Der Geschäftsmann Fran McNamara konnte ein Essen mit Geschäftsfreunden nicht bezahlen, weil er seine Brieftasche vergessen hatte. In der Nacht darauf kam ihm die Idee von einer Kreditkarte und er gründete den Diners Club. Bereits zwei Jahre später hatte Diners Club 42.000 Mitglieder.

1971 beendete US-Präsident Richard Nixon den Goldstandard mit einem einzigen Federstrich. In der Folge waren die Notenbanken nicht mehr daran gebunden, ihre Währungen mit Gold zu unterlegen. Notenbanken konnten die Gelddruckmaschine nach Belieben anwerfen. Das aktuelle Staatsanleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank, das insgesamt Anleihen im Wert von 2,4 Billionen Euro aufkauft, wäre mit Bindung an eine Goldreserve undenkbar gewesen. Seit der Abkehr vom Goldstandard sind die Geldmengen rund um den Globus stärker gestiegen als die Menge der produzierten Waren und Dienstleistungen.

An der Schwelle zur bargeldlosen Gesellschaft?

Seit 1995 können Bankgeschäfte bequem online von Zuhause durchgeführt werden. Jahre später folgte das mobile Bezahlen mit dem Smartphone und 2009 wurden die ersten 50 Blöcke der Kryptowährung Bitcoin errechnet. Die Geschichte des Geldes zeigt, dass früher oder später jede Geldform durch eine neue Form abgelöst wurde. Wenn man bedenkt, dass das Auszahlen von Bargeld am Automaten immer kostspieliger geworden ist, es in Ländern wie Italien oder Frankreich Obergrenzen für Barzahlungen gibt und das immer mehr Transaktionen elektronisch durchgeführt werden, scheint es so, als wären wir gerade am Anfang eines Übergangs von Bargeld zu elektronischem Geld.
 

Alle weiteren Teile der Serie Finanzwissen

✓ Folge 2: Wie entsteht Geld?

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