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Schuldneratlas 2017 So beugen Sie Überschuldung vor

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Immer mehr Bürger in Deutschland können ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen. Vor allem die Mittelschicht ist betroffen. Grund sind stagnierende Realeinkommen und höhere Lebenskosten. Oft helfen schon einfache Methoden, um einer Überschuldung vorzubeugen.
Zu viele Schulden: Überschuldung vermeiden

Jeder zehnte Erwachsene ist überschuldet und kann seine Rechnungen nicht mehr bezahlen,

Rund 6,9 Millionen Bürger in Deutschland sind überschuldet. Zu diesem Ergebnis kommt der Schuldneratlas Deutschland 2017 der Auskunftei Creditreform. Als überschuldet gelten Verbraucher wenn sie dauerhaft mehr Ausgaben als Einnahmen haben. Wer sich beispielsweise bei einem Freund Geld leiht, ist zwar verschuldet, kann aber seine Rechnungen immer noch bezahlen. Wer überschuldet ist, kann das nicht. Im Schnitt ist jeder Überschuldete mit 30.200 Euro im Minus, die Außenstände aller Überschuldeten summieren sich auf 209 Milliarden Euro. Das ist zwar weniger als die 265 Milliarden Euro im Jahr 2006, allerdings ist die Zahl der Überschuldeten gestiegen – allein in den vergangenen zwölf Monaten um 65.000.  

Die Überschuldungslage in Deutschland hat sich zum vierten Mal in Folge seit 2014 verschlechtert. Obwohl mehr Verbraucher Überschuldet sind, geht die Überschuldungsquote zurück, weil die Bevölkerung im Messzeitraum durch Zuwanderung deutlich gewachsen ist. Im Oktober betrug die Überschuldungsquote 10,04 Prozent. Damit ist jeder zehnte Deutsche über 18 Jahren überschuldet.

Gestiegene Mietpreise tragen zur Überschuldung bei

Überschuldung hat viele Gesichter. Die Studie unterscheidet zwischen zwei Arten der Überschuldung. Zum einen die weiche Überschuldung, bei der Verbraucher dauerhafte Zahlungsprobleme haben und mindestens zwei bis drei Mahnungen von Gläubigern erhalten haben. Zum anderen die hohe Überschuldung, bei der Verbraucher mit hoher Überschuldungsintensität schon mehrere juristische Sachverhalte aufweisen, wie etwa Inkasso-Verfahren oder Privatinsolvenzen.

Zu den wichtigsten Überschuldungsauslösern zählen unter anderem Arbeitslosigkeit, Scheidung, Krankheit, Sucht und Unfälle. Als eine der Hauptursachen für die gestiegene Zahl der Überschuldungen sehen die Autoren jedoch einen starken Anstieg der Mieten in Verbindung mit stagnierenden Realeinkommen. Der Schuldneratlas 2017 beruft sich unter anderem auf eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung, wonach in Deutschland 40 Prozent der Haushalte mehr als ein Drittel ihres Nettoeinkommens für die Bruttokaltmiete aufwenden müssen. Laut Überschuldungsstatistik des Statistischen Bundesamtes vom Juni 2017 machen die Wohnkosten bei überschuldeten Personen mit durchschnittlich 46 Prozent fast die Hälfte aller Kosten aus. Im Unterschied dazu beliefen sich die Wohnkosten für die Gesamtbevölkerung vor zwei Jahren im Schnitt auf 27 Prozent. 

Mittelschicht besonders von Überschuldung betroffen

Fast alle Überschuldungsfälle der letzten zwölf Monate stammen aus der sogenannten Mittelschicht. Eine Person gehört der Mittelschicht an, wenn ihr monatliches Nettoeinkommen derzeit zwischen 1.410 und 2.640 Euro liegt. Hier kamen im letzten Jahr 69.000 Fälle hinzu, während es in darüber liegenden Einkommensklassen 3.000 und in darunterliegenden 1.000 Überschuldungsfälle weniger gab. Auffällig bei den Überschuldungsfällen des letzten Jahres ist, dass vier von fünf neu überschuldeten Verbrauchern älter als 50 Jahre sind. Nach Angaben der Autoren steigt die Zahl überschuldeter älterer Menschen vor allem deswegen so deutlich, weil bei immer mehr älteren Verbrauchern die Rente nicht mehr ausreicht. Im Gegensatz dazu ist die Zahl der neuen Überschuldungen bei Personen unter 30 Jahren rückläufig, weil die Anzahl jüngerer Menschen in der Bevölkerung in den letzten zwölf Monaten überdurchschnittlich zugenommen hat.

Der Anteil von Frauen an den neuen Überschuldungen beträgt 60 Prozent, dennoch sind nach wie vor mehr Männer (12,59 Prozent) überschuldet als Frauen (7,61 Prozent). Männer haben darüber hinaus auch deutlich höhere Verbindlichkeiten als Frauen. Während die mittlere Schuldenhöhe von männlichen Überschuldeten bei 35.200 Euro liegt, sind Frauen im Schnitt nur mit 24.700 Euro überschuldet.

Mehr Überschuldungen in Ostdeutschland

Der Schuldneratlas 2017 zeigt auch regionale Unterschiede. So liegt bereits zum sechsten Mal in Folge die Überschuldungsquote in den neuen Bundesländern mit 10,42 Prozent über der Überschuldungsquote der alten Bundesländer mit 9,97 Prozent. Jedoch steigt die Zahl hoher Überschuldungen im Westen (+1,3 Prozent) schneller als im Osten (+0,9 Prozent). Während die Zahl der Verbraucher mit dauerhaften Zahlungsproblemen im Osten abnimmt (-0,8 Prozent), nimmt sie im Westen (+0,7 Prozent) erstmals seit 2012 wieder zu.

Bremen hat mit 14 Prozent die höchste Überschuldungsquote aller Bundesländer. Das liegt offensichtlich auch an der Stadt Bremerhaven, die mit 20,79 Prozent die höchste Überschuldungsquote aller Städte hat. Insgesamt sinkt zwar in zwölf Bundesländern der Anteil der überschuldeten Bewohner, jedoch geht nur in Brandenburg auch die absolute Zahl der Überschuldeten zurück. Der Süden weist mit Bayern (7,47 Prozent) und Baden-Württemberg (8,31 Prozent) die niedrigsten Überschuldungsquoten auf. In Bayern liegt mit Eichstätt auch die Stadt mit den am wenigsten Überschuldeten Einwohnern (3,77 Prozent).

So können Sie sich vor Überschuldung schützen

Um sich vor einer Überschuldung zu schützen, sollten Verbraucher zunächst ein besseres Bewusstsein für die eigenen Finanzen entwickeln. Wieviel Geld nehme ich im Monat ein, wie viel Geld gebe ich aus? Eine gute Übersicht bietet ein Haushaltsbuch. Anhand einer solchen Einnahmen-Ausgaben-Liste lässt sich leicht feststellen, wo Geld gespart werden kann. Generell sollten Verbraucher versuchen, bei drohender Überschuldung die Ausgaben zu senken und die Einnahmen zu erhöhen. Ist der tägliche Kaffee auf den Weg zur Arbeit wirklich nötig? Reicht es nicht, erst am Arbeitsplatz Kaffee zu trinken? Gibt es vielleicht alte Wertsachen im Keller, die sich leicht auf einem Flohmarkt oder auf Online-Verkaufsbörsen zu Geld machen lassen?

Wer am Ende des Monats knapp bei Kasse ist, nutzt häufig den Dispokredit seines Girokontos um kurzfristig finanziellen Spielraum zu erhalten. Jedoch weisen Dispokredite in der Regel sehr hohe Zinsen auf. Im September lag der durchschnittliche Dispozins laut Bundesbank bei 8,48 Prozent. Ratenkredite haben oft erheblich günstigere Zinssätze. Daher sollten Verbraucher besser einen Kleinkredit aufnehmen, anstatt den Dispo zu nutzen, um die Zinskosten niedrig zu halten.

Wer vor längerer Zeit einen Kredit aufgenommen hat, zahlt diesen womöglich zu unnötig hohen Zinsen ab. In jüngster Vergangenheit sind die Zinsen für Ratenkredite auf einem historischen Tiefpunkt angelangt. Durch eine Umschuldung lässt sich die restliche Kreditschuld mit einem neu aufgenommenen Kredit zu günstigeren Zinsen tilgen. Dadurch können Kreditnehmer die Zinskosten erheblich senken.

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