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Was sich Immobilienkäufer leisten können Nur 32 qm Wohneigentum für Münchner Singles

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Die bayerische Landeshauptstadt geht aus einer Postbank-Studie wieder mal als Spitzenreiter bei Immobilienpreisen hervor. Eine Familie mit zwei Kindern kann sich dort etwa 75 Quadratmeter Wohnraum leisten – 40 Quadratmeter weniger als in Heidelberg.
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An der Isar müssen Familien und Singles mit Durchschnittseinkommen bei ihren Wohnwünschen zurückstecken.

So stark müssen Familien ihre Ansprüche zurückschrauben

Es wird enger für Familien in Großstädten. Die deutsche vierköpfige Durchschnittsfamilie mit Wohneigentum lebt auf rund 136 Quadratmetern. Wer heute eine Bleibe für sich, den Partner und zwei Kinder sucht, muss sich aber in vielen Gegenden mit weit weniger Platz zufrieden geben. Das zeigt die Postbank-Studie Wohnatlas 2017. In Berlin und Hamburg können sich vierköpfige Familien demnach durchschnittlich rund 100 Quadratmeter leisten, in Deutschlands nach Einwohnern drittgrößter Stadt München sind für sie bloß 75 Quadratmeter erschwinglich. Heidelberg ist laut dem Wohnatlas die zehntteuerste Stadt für Wohnungskäufer, allerdings können sich Familien in der Universitätsstadt am Neckar gut 40 Quadratmeter Wohnraum mehr kaufen als in München.

Für die Beispielrechnung gingen die Studienverfasser des privaten Hamburgischen Weltwirtschafts-Instituts (HWWI) davon aus, dass eine Familie 40.000 Euro Eigenkapital mitbringt, ihren Immobilienkredit zu einem Effektivzins von 2,5 Prozent pro Jahr erhält und in 20 Jahren abbezahlt sowie 40 Prozent des regionalen durchschnittlichen Haushaltseinkommens monatlich für Zins und Tilgung aufwendet. Wer weniger in die Immobilienfinanzierung steckt, der kann sich folglich noch weniger Wohnraum zulegen.

Teuerste Regionen: So viele Quadratmeter können sich Familien mit zwei Kindern leisten
Rang Stadt/Kreis Quadratmeter
1 München, Landeshauptstadt 74,82
2 Nordfriesland, Landkreis 79,10
3 Freiburg im Breisgau, kreisfreie Stadt 95,32
4 Berlin, Stadt 101,22
5 Hamburg, Freie und Hansestadt 101,49
6 Miesbach, Landkreis 102,25
7 Frankfurt am Main, Stadt 105,68
8 Regensburg, kreisfreie Stadt 108,50
9 Garmisch-Partenkirchen, Landkreis 115,65
10 Heidelberg, kreisfreie Stadt 116,21

Quellen: Empirica (2017), MB Research (2016), Berechnungen HWWI

Singles: 98 Quadratmeter waren einmal

Alleinstehende müssen sich laut dem Wohnatlas vielerorts noch deutlicher von dem verabschieden, was bei Menschen in derselben Lebenssituation bisher üblich ist. Singles mit Wohneigentum leben auf durchschnittlich 98 Quadratmetern. Wer sich heute als Alleinstehender in München den Traum vom Eigentum verwirklichen möchte, der muss sich allerdings mit weniger als einem Drittel dieser Wohnfläche zufrieden geben: gut 32 Quadratmetern. Unter den zehn teuersten Gegenden sind in dem Szenario auch Berlin und Hamburg, wo sich Singles 44 beziehungsweise 45 Quadratmeter Eigentum leisten können.

Auch für dieses Rechenbeispiel gingen die Wirtschaftsforscher davon aus, dass ein 30-jähriger Single 40.000 Euro Eigenkapital in die Finanzierung einbringt, sein Darlehen über 20 Jahre zum Effektivzins von 2,5 Prozent zurückzahlt und 40 Prozent des durchschnittlichen regionalen Haushaltseinkommens in die monatlichen Raten steckt.

Teuerste Regionen: So viele Quadratmeter können sich Singles leisten
Rang Stadt/Kreis Quadratmeter
1 München, Landeshauptstadt 32,13
2 Nordfriesland, Landkreis 34,63
3 Freiburg im Breisgau, kreisfreie Stadt 42,13
4 Miesbach, Landkreis 43,73
5 Hamburg, Freie und Hansestadt 44,33
6 Berlin, Stadt 45,27
7 Frankfurt am Main, Stadt 45,81
8 Regensburg, kreisfreie Stadt 47,69
9 Starnberg, Landkreis 48,91
10 München, Landkreis 49,96

Quellen: Empirica (2017), MB Research (2016), Berechnungen HWWI


Im Umland dem eigenen Wohntraum näherkommen

Auf Platz zehn der teuersten Gegenden für Singles steht der Landkreis München: Im Speckgürtel um die bayerische Landeshauptstadt können sich Singles mit fast 50 Quadratmetern schon weitaus mehr leisten als in der Isar-Metropole. Dieser Befund steht beispielhaft für ein grundsätzliches Ergebnis der Wohnatlas-Studie: Außerhalb besonders beliebter Ballungsräume können sich Durchschnittsverdiener ihre Vorstellungen vom Wohneigentum meist nach wie vor erfüllen:
  • In 372 von 402 Kreisen und kreisfreien Städten sind für Familien mit zwei Kindern nach den Berechnungen des HWWI mindestens 136 Quadratmeter Wohnraum zum Kaufen erschwinglich.
  • Ein durchschnittlicher Single kann in 320 Kreisen mindestens 80 Quadratmeter Eigentum finanzieren.
Abgesehen von einem möglicherweise längeren Weg zur Arbeit müsse das Ausweichen ins Umland nicht unbedingt Einschränkungen bedeuten, gibt Georg Hoogendijk, Geschäftsführer der Postbank Immobilien GmbH, zu bedenken: Die Lebensqualität außerhalb großer Städte sei vielerorts vor allem für Familien höher – sie hätten dort eher die Chance auf einen Garten, mehr Platz und Grün bei gleichzeitig guter Verkehrsanbindung.

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