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Immobilienpreise Neubau im Schnitt mehr als 80.000 Euro teurer als Bestandshaus

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Neubau- oder Bestandsimmobilie: Das ist meist Typfrage. Wer unentschlossen ist, für den könnte der Preis entscheidend sein. Denn da gibt es laut einer Postbank-Studie erhebliche Unterschiede.
Neubau-Wohnungen in einer Straße. Foto: by ah_fotobox - Andreas*H/gettyimages

Für Neubau-Wohnungen müssen Käufer je nach Stadt mehr zahlen. Foto: ah_fotobox/gettyimages

Modernes Bad, energiesparende Fenster, nagelneuer Fußboden: Es gibt gute Gründe, in einen Neubau zu ziehen. Allerdings ist eine neue Immobilie in der Regel teurer als eine bestehende. Im Schnitt kostet sie hierzulande 86.500 Euro mehr, wie das Hamburgische Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) bei einer Untersuchung von 401 kreisfreien Städten und Landkreisen für den Postbank Wohnatlas ergeben hat. In 90 Kreisen sparen Käufer einer Bestandsimmobilie sogar über 100.000 Euro.

Die Preisunterschiede variieren von Stadt zu Stadt. Am größten ist die Differenz zwischen Bestands- und Neubauimmobilie in Stuttgart. Dort mussten Käufer einer eben erst gebauten Immobilie fast 170.000 Euro mehr zahlen als für einen bereits bestehenden Bau. Im mecklenburg-vorpommerischen Ludwigslust-Parchim bei Schwerin gaben Käufer im Schnitt 154.662 Euro mehr für einen Neubau aus. Deutlich mehr für Neubauten zahlten sie auch im Landkreis Leipzig, in Lübeck und Starnberg, Krefeld oder Garmisch-Partenkirchen.

München und Hamburg mal nicht ganz vorne

In fünf der sieben größten Städten Deutschlands bezahlten Käufer von Bestandsimmobilien mehr als 100.000 Euro weniger für ihr Eigenheim. Außer in Stuttgart auch in Düsseldorf, Berlin, Köln und Frankfurt am Main. In den beiden Millionenmetropolen München und Hamburg unterscheiden sich die Preise um 82.431 Euro beziehungsweise 71.454 Euro. Als Grund dafür führt das HWWI an, dass die Nachfrage sowohl in Hamburg als auch in München generell so hoch und das Angebot so knapp sei, dass die Immobilienpreise zwischen Alt- und Neubauten weniger weit auseinander liegen. Außerdem gehen die Autoren der Studie davon aus, dass in beiden Städten viele der besonders begehrten Wohnungen überwiegend im Zentrum liegen, wo kaum Baugrund für Neubauten vorhanden ist. Daher müssten Käufer dort für die oftmals sehr gut sanierten Bestandsbauten viel Geld ausgeben.

Wenn Käufer von Bestandsimmobilien jedoch Geld sparen, können sie es in die Modernisierung stecken, rät Jörg Koschate, Vorstand und Immobilienexperte der BHW Bausparkasse. Wer sich eine Bestandsimmobilie zu einem günstigen Preis kauft, sollte jedoch drei Punkte beachten. Erstens kann der Sanierungsbedarf von vermeintlichen Schnäppchen deutlich höher sein als erwartet. Zudem kann es verdeckte Mängel geben, die teuer repariert werden müssen. Hinzu kommt, dass Käufer von Bestandsimmobilien in der Regel mehr Geld fürs Heizen ausgeben müssen – und deshalb energieeffizient sanieren müssen.

Ein Tipp von Koschate lautet deshalb: Wo die Preisunterschiede bei einem in Lage und Ausstattung vergleichbarem Objekt gering sind, sollten speziell diejenigen in den Neubau ziehen, die in den nächsten Jahren handwerklich nicht groß anpacken möchten.

Grundlage der Studie

Als Neubauten galten laut HWWI Immobilien ab Baujahr 2014. Das HWWI berechnete die Preisunterschiede mit Daten aus der Empirica-Systems Marktdatenbank.

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