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Baufinanzierung mit Förderung: Die KfW-Programme im Überblick

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So wird die Baufinanzierung günstiger: Die staatliche KfW hat kürzlich einige Förderprogramme für Hauskäufer aufgestockt. Insbesondere Häuslebauer, die Wert auf Energieeffizienz legen, profitieren von den neuen Standards. Ein Überblick.
Baufinanzierung: Sanierung eines Hauses

Sparpotential für Hauskäufer: Mit einem KfW-Förderdarlehen wird die Baufinanzierung in vielen Fällen günstiger.

Für die energetische Sanierung sowie für den Kauf oder Bau eines Niedrigenergie- oder Passivhauses können sich Verbraucher von der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zukünftig mehr Geld zu günstigen Konditionen leihen. Aber auch Hauskäufer, für die die aufgestockten Förderdarlehen nicht infrage kommen, profitieren vom umfangreichen KfW-Programm. Wir haben die wichtigsten Förderprodukte zusammengefasst.

Eines für alle: Programm für den Kauf oder Bau

Sowohl für den Kauf als auch für den Bau eines selbstgenutzten Eigenheims bietet die KfW einen zinsgünstigen Kredit über maximal 50.000 Euro pro Vorhaben an. Das sogenannte KfW-Wohneigentumsprogramm (Förderprodukt 124) wird aktuell ab einem effektiven Jahreszins von 1,16 Prozent vergeben bei einer Sollzinsbindung von fünf oder zehn Jahren. Vorgeschrieben sind ein bis fünf tilgungsfreie Anlaufjahre, in denen das Förderdarlehen zwar verzinst, aber noch nicht getilgt wird. In dieser Zeit zahlt der Kreditnehmer nur die Zinsen an die Bank. Nachtrag: Zum 10. November hat die KfW die Konditionen für das Wohneigentumsprogramm angepasst. Das Darlehen wird jetzt ab einem Effektivzins von 1,11 Prozent vergeben.

Bei der Rückzahlung können Darlehensnehmer zwischen zwei Optionen wählen: Neben dem klassischen Annuitätendarlehen, das in gleichbleibenden monatlichen Raten an das Kreditinstitut zurückgezahlt wird, bietet die Förderbank das KfW-Wohneigentumsprogramm auch als endfälliges Darlehen an. In diesem Fall bezahlen Kreditkunden während der Laufzeit nur die Zinsen, das Förderdarlehen wird am Ende dieses Zeitraums in einem Betrag zurückgezahlt.

Energieeffizienter Neubau: Günstigere Baufinanzierung mit der KfW

Wer im Frühjahr mit dem Bau eines energieeffizienten Hauses beginnen möchte oder den Ersterwerb einer solchen Immobilie plant, profitiert ab 1. April 2016 von einem höheren Förderbetrag. So wird die geförderte Höchstsumme des Programms Energieeffizient Bauen (Förderprodukt 153) von bisher 50.000 Euro auf 100.000 Euro pro Wohneinheit verdoppelt. Des Weiteren führt die KfW für dieses Produkt erstmalig eine zwanzigjährige Sollzinsbindung ein. Gleichzeitig werden aber auch die energetischen Anforderungen, die der Neubau erfüllen muss, verschärft. Die Förderung für das KfW-Effizienzhaus 70 läuft zu diesem Zeitpunkt aus. Verbraucher, die noch von dem Förderdarlehen für diesen Standard profitieren möchten, können spätestens bis zum 31. März 2016 einen Antrag stellen.

Neben den weiterhin geförderten Standards KfW-Effizienzhaus 55 und 40 wird ebenfalls ab April 2016 das Effizienzhaus 40 Plus eingeführt. Mit diesem Standard fördert die KfW den Kauf und Bau von Wohnimmobilien, die einen wesentlichen Teil der benötigten Energie unmittelbar am Gebäude erzeugen und speichern. Zusätzlich zu den zinsgünstigen Förderdarlehen sind Tilgungszuschüsse von bis zu 5.000 Euro möglich. Des Weiteren wird die KfW für dieses Produkt erstmalig eine zwanzigjährige Sollzinsbindung einführen.

Aus Alt mach Neu: KfW-Darlehen für Umbau und Modernisierung

Auf Verbraucher, die eine Bestandsimmobilie kaufen, kommen häufig Modernisierungs- und Umbaukosten zu. Auch für diese Maßnahmen bietet die KfW entsprechende Programme (Förderprodukte 151/ 152/ 159/ 430) an. Seit August dieses Jahres unterstützt die Förderbank die energieeffiziente Sanierung von Wohneigentum oder den Kauf einer sanierten Immobilie anstelle von zuvor mit maximal 75.000 Euro mit bis zu 100.000 Euro pro Wohneinheit. Das Darlehen wird aktuell zu einem effektiven Jahreszins von 0,75 Prozent vergeben. Zusätzlich sind Tilgungszuschüsse möglich.

Förderfähig sind energetische Maßnahmen, die den von der KfW festgelegten technischen Standards entsprechen. Dazu gehören etwa eine verbesserte Wärmedämmung, die Erneuerung von Fenstern und Türen sowie der Einbau einer neuen Heizungs- oder Lüftungsanlage. Ergänzend oder alternativ zu den zinsgünstigen Förderdarlehen gibt es die Möglichkeit, über die KfW einen Investitionszuschuss zwischen zehn bis 30 Prozent der förderfähigen Kosten, je nach Energieeffizienz, maximal jedoch 30.000 Euro, sowie einen Zuschuss für die Kosten einer Baubegleitung durch einen Sachverständigen zu erhalten.

Neben der energieeffizienten Sanierung fördert die KfW auch den altersgerechten Umbau einer Wohnimmobilie oder den Kauf umgebauten Wohnraums mit einem zinsgünstigen Darlehen bis 50.000 Euro. Alternativ kann ein Zuschuss von bis zu 5.000 Euro pro Wohneinheit für den barrierereduzierenden Umbau gewährt werden.

Die KfW-Förderdarlehen und Zuschüsse sind nicht über die Förderbank selbst, sondern über Finanzierungspartner erhältlich. Dazu gehören Geschäftsbanken, Sparkassen, Genossenschaftsbanken, Direktbanken, Bausparkassen und Versicherungen. Über die einzelnen Fördermaßnahmen informiert die KfW detailliert auf ihrer Internetseite.

Tipp: Zusätzlich Fördermöglichkeiten des Bundeslandes prüfen

Neben den KfW-Produkten, die Hauskäufer bundesweit in Anspruch nehmen können, bieten die Landesförderbanken zum Teil eigene Förderprogramme an. Je nach Bundesland werden zinsgünstige Förderkredite oder Zuschüsse für den Kauf oder Bau von Wohneigentum sowie für die Modernisierung und den Umbau von Bestandsimmobilien vergeben.

Die Vergabe dieser Darlehen ist meist an Bedingungen geknüpft, wie etwa Einkommensgrenzen, die Hauskäufer nicht überschreiten dürfen. Viele Landesbanken unterstützen Familien mit Kindern oder Haushalte mit schwerbehinderten Personen bei dem Erwerb oder Umbau des Eigenheims. Informationen über die Förderbedingungen und Programme der einzelnen Bundesländer erhalten Interessierte bei der jeweiligen Landesförderbank ihres Bundeslands. Eine Liste der Förderbanken der einzelnen Bundesländer hat die KfW zusammengestellt.

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