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Nicht nur in Metropolen Wo die Preise für Wohneigentum besonders stark steigen

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In Metropolen verlangsamt sich der Preisanstieg für bestehende Eigentumswohnungen, dafür verteuern sich Neubauten besonders stark – eine Analyse des Immobilienverbands Deutschland zeigt noch weitere Entwicklungen auf.
Wohneigentum wird deutschlandweit teurer. Foto: GettyImages/Nikada

Wohneigentum wird deutschlandweit teurer. Foto: GettyImages/Nikada

Das nette Einfamilienhaus oder auch die eigene Wohnung mit Dachterrasse: Viele Deutsche wünschen sich ein Eigenheim, um nicht vom umkämpften Mietmarkt abhängig zu sein oder auch zur Altersvorsoge. Allerdings steigen die Wohneigentumspreise im Jahr 2017 mehr an als noch im Vorjahr. Das hat eine Studie des Immobilienverbands Deutschland (IVD) ergeben. Der Verband hat dafür Daten von Januar bis Anfang September auf das gesamte Jahr 2017 hochgerechnet und mit der Preisentwicklung des Vorjahres verglichen. Demzufolge kostet eine bestehende Eigentumswohnung mit mittlerem Wohnwert im Schnitt um 6,56 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Zum Vergleich: 2016 erhöhten sich die Preise im Jahresvergleich um 6,03 Prozent.

Je nach Lage der Wohnung entwickeln sich die Preise unterschiedlich. Überraschend ist, dass in den Metropolen, also in Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern, Bestands-Eigentumswohnungen innerhalb der letzten zwölf Monate nur um 7,75 Prozent teurer wurden – im Jahr zuvor stiegen die Preise dort um 9,71 Prozent und damit deutlich stärker. Anders sieht es in kleineren und mittleren Städten aus. Dort fiel der Anstieg durchweg stärker aus als im Vorjahr.

Neubaupreise steigen in Großstädten besonders stark

Die Preise für Neubauten hingegen stiegen in den Großstädten und Metropolen im Durchschnitt um 8,15 Prozent an. Der Wohnraummangel in den Ballungsregionen treibe die Kaufpreise in die Höhe, erklärt Jürgen Michael Schick, Präsident des IVD. In Berlin müssen Käufer beispielsweise für eine Neubauwohnung 21,31 Prozent mehr bezahlen als noch im Vorjahr. Aus seiner Sicht sei eine Lösung, die Bedingungen für private Investoren zu verbessern, damit ein größeres Angebot an bezahlbarem Wohneigentum und Mietwohnungen entstehe.

Der Verband sieht zwei weitere Probleme. Einerseits liegt die Grunderwerbsteuer in fünf Bundesländern bei 6,5 Prozent – und damit drei Prozentpunkte höher als noch 2006. Eine Wohnung, die beispielsweise 300.000 Euro kostet, wird dadurch um knapp 20.000 Euro teurer. Andererseits dauere es ebenfalls lange, bis der Neubau überhaupt genehmigt ist. In den Bauämtern liefen die Verfahren nicht schnell genug, moniert der IVD.

Reihenhäuser mancherorts mehr als ein Fünftel teurer

Auch bei Einfamilien- und Reihenhäusern stiegen die Preise. Im mittleren Segment müssen Käufer für neue Häuser im Schnitt 5,44 Prozent mehr Geld investieren. In kleinen Städten mit 100.000 bis 250.000 Einwohnern zahlen künftige Hausbesitzer 7,46 Prozent mehr als noch vor einem Jahr – in Metropolen sogar 8,56 Prozent. Reihenhäuser sind zwar noch günstiger zu erwerben als Einfamilienhäuser, allerdings sind die Preise in diesem Jahr ein wenig schneller gestiegen. Ein Reihenhaus verteuerte sich im Schnitt um 5,96 Prozent. Besonders in Leipzig entwickeln sich die Preise rasant. Käufer müssen in der größten Stadt Sachsens 23,53 Prozent mehr zahlen als im Vorjahr.

"Der Trend zu höheren Kaufpreisen ist seit 2010 ungebrochen. Der Grund ist nach wie vor die Wohnraumknappheit“, sagt Schick. Bei Wohnraummangel ist es logisch, dass sich auch die Grundstückspreise in den Kommunen erhöht haben. Deutschlandweit sind Baugrundstücke in normaler Wohnlage um 6,11 Prozent teurer geworden. Zum Vergleich: Im Jahr 2016 betrug der Anstieg noch 4,95 Prozent.

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