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Eine Frau liegt auf einer Couch und hält eine Kreditkarte

Kreditkarten Zinsen:
Wann sie anfallen und wie Sie sie vermeiden

Kreditkartenanbieter berechnen Zinsen, wenn der Karteninhaber den Kreditrahmen nutzt und den offenen Betrag nicht vollständig zurückzahlt – zum Beispiel bei Raten- oder Teilzahlung. Bei vollständigem Ausgleich oder mit einer Charge- oder Prepaidkarte lassen sich Zinsen vermeiden.

Wann fallen Zinsen bei einer Kreditkarte an?

Zinsen fallen in der Regel nur bei klassischen Kreditkarten mit Teilzahlfunktion (Revolvingkarten) an, wenn die Abrechnung nicht fristgerecht und vollständig beglichen wird. Bei Chargekarten steht Ihnen der Kreditrahmen in der Regel zinsfrei bis zur Monatsabrechnung zur Verfügung und wird anschließend vollständig vom Referenzkonto abgebucht. Ob Zinsen anfallen, hängt weniger von der Nutzung der Karte als von der gewählten Rückzahlungsform ab.

Zinsen fallen an bei:

  • Teil- oder Ratenzahlung: Wird die Kreditkartenabrechnung nur teilweise beglichen, werden auf den verbleibenden Betrag Zinsen berechnet.
  • Bargeldabhebungen: Bei vielen Kreditkarten fallen Zinsen direkt ab dem Tag der Abhebung an, häufig ohne zinsfreien Zeitraum.

Kreditkartenchip- und Nummer

Wie hoch sind die Kreditkarten Zinsen in Deutschland?

Die Höhe der Zinsen für eine Kreditkarte legt jede Bank selbst fest. Laut Daten der Deutschen Bundesbank liegt der durchschnittliche effektive Jahreszins in Deutschland bei rund 17 Prozent. Ein Blick auf die Angebote im CHECK24 Kreditkartenvergleich zeigt, dass sich die Zinssätze je nach Anbieter deutlich unterscheiden. Während einige Banken Zinssätze von unter 10 Prozent anbieten, verlangen andere für die Teilzahlung mehr als 25 Prozent.

Wichtig zu wissen

Der effektive Jahreszins gibt an, wie teuer der Kredit einer Kreditkarte pro Jahr tatsächlich ist, wenn offene Beträge nicht vollständig zurückgezahlt werden. Neben dem reinen Zinssatz berücksichtigt der Effektivzins auch weitere Kosten und ermöglicht so einen Vergleich verschiedener Kreditkarten.

Der ausgewiesene Zinssatz wird nur bei Teil- oder Ratenzahlung relevant. Wer seine Kreditkartenabrechnung jeden Monat vollständig ausgleicht, zahlt auch bei hohen Sollzinsen keine Kreditkarten-Zinsen.

Wie werden Kreditkartenzinsen berechnet?

Zinsen werden immer auf den offenen Saldo berechnet. Solange eine Restschuld besteht, fallen monatlich Zinsen auf diesen Betrag an – bis der Kreditrahmen vollständig ausgeglichen ist.

Beispielrechnung: Zinsvergleich von zwei Kreditkarten

Eine neue Waschmaschine soll schnell und unkompliziert über die Kreditkarte finanziert werden. Der Karteninhaber zahlt die Restschuld von 1.500 Euro monatlich mit einer Rate von 200 Euro zurück. Wie hoch die Zinsen ausfallen, hängt vom effektiven Jahreszins der Kreditkarte ab. Der Vergleich von zwei Kreditkarten zeigt bereits im ersten Monat einen deutlichen Unterschied:

TF Mastercard Gold  Hanseatic Bank GenialCard
24,79 % eff. Jahreszins 17,29 % eff. Jahreszins
30,99 € Zinsen im 1. Monat 21,61 € Zinsen im 1. Monat
Quelle: CHECK24 Kreditkarten-Vergleich, Stand 01/26

Beispielrechnung: Höhe der Zinsen bei Ratenzahlung

Da jede Monatsrate aus Zinsanteil und Tilgung besteht, sinkt die Zinsbelastung mit jeder Zahlung. Die Zinsen werden immer auf den verbleibenden Saldo berechnet. Am Beispiel der TF Mastercard Gold zeigt sich dieser Effekt wie folgt:

Monat Rate Tilgung Zins Neuer Saldo
1 200 € 169,01 € 30,99 € 1.330,99 €
2 200 € 172,50 € 27,50 € 1.158,49 €
3 200 € 176,07 € 23,93 € 982,42 €
4 200 € 179,70 € 20,30 € 802,72 €

Bei einer monatlichen Rate von 200 Euro ist der Kredit nach 9 Monaten vollständig zurückgezahlt. Über die gesamte Laufzeit fallen dabei rund 147 Euro Zinsen an.

Wie kann ich Zinsen bei meiner Kreditkarte vermeiden?

Wer keinen langfristigen Kredit benötigt, kann Kreditkarten-Zinsen in der Regel vollständig vermeiden. Entscheidend ist, die Rückzahlung richtig einzustellen und den passenden Kartentyp zu wählen.

Offenen Betrag vollständig zurückzahlen

Wer die Kreditkartenabrechnung jeden Monat komplett ausgleicht, zahlt keine Zinsen – unabhängig davon, wie hoch der effektive Jahreszins ist.

Bei vielen Kreditkarten ist allerdings die Teil- oder Ratenzahlung oft voreingestellt. Wird nur der Mindestbetrag beglichen, fallen auf die Restschuld Zinsen an. Passen Sie die Rückzahlung in der App oder im Online-Banking an und stellen Sie die Lastschrift, wenn möglich, auf 100 Prozent ein, um Zinsen zu vermeiden. Ist der Ausgleich nur per manueller Überweisung möglich, empfiehlt es sich, eine Erinnerung auf dem Smartphone einzurichten und den Betrag zum Stichtag vollständig zu überweisen.

Charge- oder Prepaidkarte nutzen

Wer keinen Kredit benötigt, kann eine Charge- oder Prepaidkarte wählen. Bei Chargekarten erhalten Karteninhaber einen zinsfreien Kreditrahmen, der offene Betrag wird monatlich vollständig abgebucht. Prepaidkarten funktionieren ausschließlich auf Guthabenbasis.

Achten Sie bei Chargekarten darauf, dass zum Abbuchungszeitpunkt ausreichend Guthaben auf dem Girokonto vorhanden ist. Andernfalls können zwar keine Kreditkarten-Zinsen, aber Dispo-Zinsen anfallen.

Bargeldabhebungen möglichst vermeiden

Bargeldabhebungen mit der Kreditkarte sind oft teuer. Bei vielen Karten fallen Zinsen ab dem ersten Tag an – zusätzlich zu möglichen Abhebegebühren. Gleichen Sie den Betrag am besten direkt per Überweisung auf das Kreditkartenkonto aus oder nutzen Sie eine Karte, bei der keine Kosten für Bargeld anfallen. In vielen Fällen sind eine Debitkarte oder Girocard die günstigere Wahl.

Fazit

Kreditkarten Zinsen sind hoch, aber kein Muss. Sie entstehen nur, wenn offene Beträge nicht vollständig zurückgezahlt werden. Wer die Rückzahlung richtig einstellt oder auf eine Charge- oder Prepaidkarte setzt, nutzt seine Kreditkarte in der Praxis zinsfrei.

Teuer wird die Kreditkarte vor allem dann, wenn Teilzahlungen über mehrere Monate laufen. Schon moderate Beträge können sich durch hohe Zinssätze spürbar verteuern. Deshalb lohnt es sich, die Rückzahlungsoptionen regelmäßig zu prüfen und den Kartentyp bewusst zu wählen.

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Lisa Wolf ()
Online Redakteurin Finanzen
Lisa ist seit 2022 Teil der Online Redaktion von CHECK24. Als gelernte Bankkauffrau ist sie mit den Themen rund um die Finanzwelt vertraut und bereitet diese einfach und verständlich für die Leser auf.

Hinweis: Trotz gewissenhafter Recherche kann die Richtigkeit und Aktualität der Angaben nicht garantiert werden.

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