Einfach erklärt:
Was ist ein Dispokredit?

Ein Dispokredit – umgangssprachlich Dispo – ist eine von der Bank eingeräumte Kontoüberziehung zu Girokonten. Sie können das Konto bis zu einer bestimmten Höhe im Minus führen und auf diese Weise eine Art Kredit in Anspruch nehmen, ohne diesen konkret beantragen zu müssen und ohne mit der Bank einen Rückzahlungsplan zu vereinbaren. Sie zahlen jedoch ab dem ersten Tag der Nutzung Zinsen.

Damit fällt ein Dispokredit unter den Oberbegriff Kontokorrentkredit – ein Kredit, der nach einmaligem Abschluss nach Bedarf genutzt werden kann. Die Höhe des Dispositionskredits richtet sich nach Ihrer Bonität.

Wie funktionieren Dispositionskredite?

Wenn Sie eine Zahlung leisten, die das Guthaben Ihres Girokontos übersteigt, wird automatisch das Dispolimit belastet. Sie können es vollständig oder nur teilweise und bis zum Erreichen des Limits auch mehrmals hintereinander in Anspruch nehmen. Ab dem ersten Tag werden auf den in Anspruch genommenen Betrag Zinsen fällig, deren Höhe die Bank festlegt.

Geld, das auf Ihrem Konto eintrifft, zum Beispiel Gehaltszahlungen, wird vorrangig genutzt, um den offenen Betrag zurückzuzahlen. Sie können außerdem gezielt Geld auf Ihr Konto für den Ausgleich überweisen. Nach dem vollständigen Ausgleich steht Ihnen wieder die volle Höhe zur Verfügung.

Ablauf Dispokredit
Gut zu wissen

Die Sollzinsen

Banken legen einen sogenannten Sollzins fest. Die Sollzinsen rechnen keine weiteren Kosten ein.

Wenn Sie sich über einen längeren Zeitraum im Kontominus befinden, wird dies durch die anfallenden Zinsen immer teurer. Um Ihnen diesen Effekt zu verdeutlichen, gibt die Bank den sogenannten effektiven Jahreszins an. Dieser beinhaltet anfallende Gesamtkosten, wenn Sie den Überziehungskredit ein Jahr lang mit einem fiktiven Betrag belasten würden.

Wie werden die Dispozinsen berechnet?

Beim Dispo werden die Zinsen taggenau berechnet. Das bedeutet, dass Sie für jeden Tag, an dem Ihr Konto nicht ausgeglichen ist, Sollzinsen zahlen. Die Zinsberechnung erfolgt dabei meist nach der deutschen Zinsmethode – es wird davon ausgegangen, dass ein Jahr 360 Tage hat.

Zur taggenauen Berechnung können Sie die folgende Formel nutzen:

Überziehungsbetrag / 100 x Zinssatz / 360 = Zinskosten für einen Tag

Das folgende Beispiel geht von einer Disponutzung in Höhe von 1.000 Euro und einem effektiven Jahreszins von 12 Prozent aus. Die Berechnung erfolgt nach der deutschen Zinsmethode.

Dauer Zinskosten
1 Monat = 30 Tage 10 €
½ Jahr = 180 Tage 60 €
1 Jahr = 360 Tage 120 €
Beispielrechnung Dispokredit

Vor- und Nachteile eines Dispokredits

Neben klaren Vorteilen wie der schnellen und unkomplizierten Verfügbarkeit eines kurzfristigen Kredits hat ein Dispokredit auch Nachteile. Dazu gehören zum Beispiel meist hohe Kosten und ein fehlender Tilgungsplan

Vorteile Nachteile
finanzielle Flexibilität
und einen Spielraum
über das Haben auf
dem Gehaltskonto hinaus
ab dem Moment
der Nutzung –
meist hohe – Zinsen
keine spezielle Beantragung
oder Angabe des
Verwendungszwecks nötig
Sollzinssatz ist variabel
und kann von der
Bank geändert werden
Ausgaben möglich,
bis der Dispositionsrahmen
ausgereizt ist
birgt hohe Verschuldungsgefahr,
da kein Rückzahlungsplan
vereinbart wird
Ausgleich erfolgt flexibel
und nach finanzieller
Möglichkeit des Kontoinhabers
Höhe hängt von
der Bonität des
Girokontoinhabers
ab
automatischer Ausgleich,
zum Beispiel bei
eingehenden Gehaltseingängen
kann jederzeit von
der Bank gekürzt
oder gekündigt
werden

Studie: So nutzen junge Erwachsene ihren Dispokredit

Eine Befragung der BaFin von 1.002 Personen im Alter von 18 bis 29 Jahren aus dem Mai 2024 zeigt: Junge Menschen nutzen den Überziehungskredit des Gehaltskontos häufig.

Insgesamt 45 Prozent gaben an, in den vergangenen zwölf Monaten im Kontominus gewesen zu sein, 20 Prozent davon haben das Dispolimit überschritten und die geduldete Überziehung genutzt. Die Mehrheit scheint aber mit ihren Finanzen gut haushalten zu können. 55 Prozent der befragten jungen Erwachsenen waren laut eigenen Angaben gar nicht im Kontominus.

Auf die Frage, wie hoch die Zinssätze sind, konnten 70 Prozent der von der BaFin befragten Verbraucherinnen und Verbraucher keine Antwort geben.

Balkendiagramm mit Nutzung von Überziehungskrediten bei jungen Erwachsenen
Quelle: BaFin, Befragung im Jahr 2024 unter 1.002 jungen Verbraucherinnen und Verbrauchern zwischen 18 – 29 Jahre, abgerufen am 13.01.2026  
Hinweis

Achtung: Geduldete Überziehung

Einige Banken akzeptieren Ausgaben jenseits des vereinbarten Rahmens. Diese Art der Überziehung ist mit höheren Zinskosten verbunden und kann zudem von der Bank so gedeutet werden, dass Sie nicht mehr in der Lage sind, Ihre Schulden zu begleichen. Sollten Sie in diese Situation geraten, suchen Sie das Gespräch mit Ihrer Bank.

Wann lohnt sich ein Dispokredit?

Er lohnt sich bei finanziellen Engpässen und kurzfristiger Nutzung. Gleichen Sie die offenen Beträge im kommenden Monat aus, fallen nur geringe Zinskosten an.

So können Sie auf Ausgaben, wie etwa den Kauf einer neuen Waschmaschine oder eine kurzfristige Reparatur, schnell reagieren. Oder die Bezahlung einer Rechnung steht an und Sie ersparen sich durch die Nutzung des Dispokredits unnötige Mahngebühren oder gar einen negativen Schufa-Eintrag.

Beispiel Kauf einer Waschmaschine von 2.300 Euro:

  • effektiver Jahreszins des Dispos: 11,20 Prozent
  • Kauf Waschmaschine am 17. des Monats: 2.300 Euro
  • Gehaltseingang oder selbst mehr Geld aufs Girokonto überwiesen am 25. des Monats

Disponutzung über 2.300 Euro für acht Tage bei 11,20 % eff. p. a. = Zinskosten: 5,72 Euro

Für größere, planbare Anschaffungen oder Wünsche, wie zum Beispiel den Kauf eines gebrauchten Motorrads für mehrere tausend Euro, ist der Dispo nicht geeignet, da die Zinskosten deutlich höher sind als bei einem Ratenkredit und der Disporahmen zudem möglicherweise nicht ausreicht. Nehmen Sie eventuell einen höheren Kreditbetrag auf, um auf unvorhergesehene Situationen vorbereitet zu sein, denn die Kreditsumme lässt sich nicht einfach im Nachgang aufstocken.

CHECK24 Tipp

Dispozinsen vergleichen

Auch wenn der durchschnittliche Zinssatz laut Stiftung Warentest im Juni 2025 in Deutschland bei einem effektiven Jahreszins von 11,22 Prozent lag, muss er nicht immer so hoch sein.

Mit einem Girokontovergleich finden Sie zahlreiche Angebote, bei denen der Dispozins deutlich niedriger ist.

Wie bekomme ich einen Dispokredit?

Bei guter Kreditwürdigkeit gewähren Banken einen Dispokredit normalerweise automatisch mit der Eröffnung eines neuen Girokontos. Die Bank räumt Ihnen einen Kreditrahmen ein, der aus ihrer Sicht gut zu Ihrem bisherigen finanziellen Verhalten passt, meist in Höhe von zwei bis drei Nettomonatsgehältern. Dazu prüft sie zunächst Ihre Kreditwürdigkeit – unter anderem auch Ihre Schufa.

Haben Sie sich als zuverlässiger Geschäftspartner bewiesen, können Sie um eine Erhöhung des Dispos bitten. Meist geht dies über das Online-Banking des Gehaltskontos. Einen besonderen Grund müssen Sie dafür nicht angeben. Die Bank überprüft Ihre Anfrage und genehmigt sie nach eigenem Ermessen. 

Alternativ können Sie die Höhe herabsetzen, wenn Sie nicht Gefahr laufen möchten, zu viel Geld auszugeben.

Was sind Voraussetzungen, um einen Dispo zu haben?

Banken verlangen die Erfüllung folgender Voraussetzungen:

  • Volljährigkeit
  • Wohnsitz in Deutschland
  • gute Bonität (keine Verschuldung, regelmäßiges Einkommen)
  • Girokonto beim selben Kreditinstitut

Dauerhaft im Soll – Was nun?

Prüfen Sie regelmäßig Ihren Kontoauszug: Geraten Sie mit mehreren Zahlungen immer tiefer ins Kontominus und schaffen es nicht mehr, die offenen Beträge auszugleichen, kann dies negative Auswirkungen auf Ihren Schufa-Score haben, wenn man Ihnen die Überziehungsmöglichkeit wegen Zahlungsstörungen kündigt. Zudem zahlen Sie Zinskosten.

Sobald Sie bemerken, dass Ihnen der Ausgleich schwerfällt, sollten Sie mit Ihrem Kreditinstitut sprechen, um Wege für eine Lösung zu finden.

Alternativen zum Dispositionskredit

In einigen Situationen kann es sinnvoller sein, andere Optionen zu wählen, anstatt das Konto zu überziehen. Folgende Alternativen können Ihnen helfen, Kosten beim Dispokredit zu vermeiden.

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Mit Kreditkarte bezahlen

Die Kreditkarte kann eine günstige Alternative sein. Mit einer Kreditkarte erhalten Sie einen Verfügungsrahmen mit einem zinslosen Zahlungsziel.

Das heißt, dass Ihnen der genutzte Betrag für einen gewissen Zeitraum kostenlos zur Verfügung steht.

Erst nach dieser Zeit fallen dafür Zinsen an, sofern Ihre Kreditkarte nicht den vollständigen Ausgleich erfordert. Das zinslose Zahlungsziel liegt meist bei 30 Tagen. Bei vielen Kreditkarten ist der Zeitraum sogar länger.

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Rahmenkredit abschließen

Dieser ist wie der Dispositionskredit ein Kontokorrentkredit. Im Gegensatz zu diesem benötigen Sie jedoch kein eigenes Bankkonto. Sie können ihn bei einem beliebigen Anbieter abschließen und ein Gehaltskonto Ihrer Wahl als Referenzkonto hinterlegen.

Einen Rahmenkredit können Sie immer dann nutzen, wenn Sie ihn gerade benötigen. Es fallen auch nur dann Zinsen auf den genutzten Betrag an. Diese sind oft etwas niedriger als bei einem Überziehungskredit.

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Dispo mit Kreditkarte ausgleichen

Mit den meisten Kreditkarten können Sie nicht nur Zahlungen tätigen, sondern auch Geld von der Kreditkarte auf Ihr Bankkonto überweisen. Sie haben so die Möglichkeit, einen genutzten Disporahmen auszugleichen, sofern das Limit Ihrer Kreditkarte hoch genug ist.

Achten Sie jedoch darauf, dass bei einigen Kreditkartenanbietern einmalige Kosten für die Überweisung anfallen oder der überwiesene Betrag verzinst wird.

Hier sollten Sie vorher nachsehen, bevor der Ausgleich per Kreditkarte teurer wird als die Nutzung des Dispos.

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Kleinkredit aufnehmen

Anstatt den Dispositionskredit zu beanspruchen, können Sie einen Kleinkredit aufnehmen. So können Sie Ausgaben und deren Rückzahlung von Anfang an besser planen.

Die monatliche Rate passen Sie an Ihr Budget an. So vermeiden Sie, in eine Schuldenfalle zu geraten. Der Zinssatz wird auf Ihre Kreditwürdigkeit zugeschnitten und liegt meist unter dem Dispozins.

Um sich einen ersten Eindruck eines solchen Kleinkredits und möglichen Raten zu machen, nutzen Sie unseren kostenlosen Kreditrechner.

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Umschuldung in einen Ratenkredit

Wenn Sie länger im Soll sind und Schwierigkeiten mit dem Ausgleich haben, ist das Umschulden mithilfe eines Ratenkredits sinnvoll.

Sie nehmen einen Verbraucherkredit in Höhe der offenen Summe auf und gleichen damit den Dispo aus. Ab sofort erfolgt die Tilgung des Darlehens in geregelten monatlichen Raten zu einem festen Zinssatz. Ratenkredite haben meist deutliche geringere Zinsen als ein Dispo. Die Konditionen lassen sich flexibler an Ihre persönliche Situation, zum Beispiel an Ihr Nettogehalt, anpassen.

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Ausgaben überdenken

So einfach dieser Tipp klingt, so schwierig ist er häufig umzusetzen: Überlegen Sie, ob Sie die Anschaffung, für die Sie Ihr Konto überziehen würden, wirklich brauchen. Oft lässt sich ein Vorhaben verschieben.

Bis dahin können Sie das benötigte Geld ansparen oder Sie stellen fest, dass das Vorhaben überflüssig war.

Den Dispo sollten Sie nur nutzen, wenn Sie einen bestimmten Betrag wirklich sehr kurzfristig dringend brauchen und nicht für die Erfüllung eines Wunsches, der Sie am Ende vielleicht mehr kostet als geplant.

Häufige Fragen

Kann ich das Girokonto wechseln, wenn der Dispokredit nicht ausgeglichen ist?

Bevor Sie wechseln, müssen Sie den Dispositionskredit ausgleichen. Sollten Sie dazu nicht in der Lage sein, können Sie einen Kredit in der entsprechenden Höhe aufnehmen und damit den offenen Betrag begleichen. Alternativ können Sie den Dispo des neuen Kontos nutzen, um den alten auszugleichen.

Sind Überziehungszinsen steuerlich absetzbar?

Die Überziehungszinsen bei einem privaten Bankkonto sind nicht steuerlich absetzbar. Zahlen Sie Kontoführungsgebühren, können Sie diese in Höhe eines Pauschalbetrags von 16 Euro (Stand Januar 2026) im Rahmen der Werbungskosten steuerlich geltend machen.

Ist ein Dispokredit pfändbar?

Ja, er ist pfändbar. Deshalb kündigen Kreditinstitute häufig den Dispo, wenn sie von einer Pfändung erfahren. Sollten Sie von einer Pfändung bedroht sein, ist es ratsam, das bestehende Bankkonto sofort in ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) umzuwandeln. Auf diesem Konto ist Ihr Kontoguthaben bis zu einer bestimmten Höhe vor Zugriff durch Gläubiger geschützt. Auch die Bank darf dann Einkünfte nicht mehr mit einem eventuell vorher bestehenden Kontodefizit verrechnen, sondern muss es Ihrem P-Konto gutschreiben.

Kann ich mit einem P-Konto einen Überziehungskredit haben?

Ein P-Konto führen Sie laut § 850k der Zivilprozessordnung im Guthaben. Das heißt, dass Ihnen kein Möglichkeit zur Kontoüberziehung eingeräumt wird. So versucht der Gesetzgeber, Sie vor einer weiteren Verschuldung zu schützen.

Wann kündigt die Bank den Überziehungskredit?

Das Kreditinstitut kann Ihren Dispositionskredit ohne Angabe von Gründen und ohne eine Frist kürzen oder kündigen. Verschlechtert sich Ihr Einkommen durch zum Beispiel Arbeitslosigkeit, kann sie die Höhe herabsetzen. Stellt sie eine dauerhafte Verschuldung fest, kann sie ihn kündigen. Der Anspruch auf die noch offenen Zahlungen bleibt bestehen. In Folge kann sie auf das Konto eingehendes Geld direkt verrechnen. Eine Ausnahme besteht, wenn Ihr Dispo aufgrund einer Pfändung gekündigt wurde und Sie bereits den Antrag auf die Umwandlung in ein P-Konto gestellt haben.

Was tun, wenn die Kreditlinie gekündigt wird?

Wurde der Dispo gekündigt, obwohl er sich noch im Minus befand, können Sie Geldeingänge zunächst auf ein zweites Girokonto – sofern vorhanden – umleiten, um die sofortige Verrechnung mit der offenen Schuld zu verhindern. Sie sollten aber in diesem Fall dringend das Gespräch mit der Bank suchen, um die Rückzahlungsmodalitäten zu klären. Eventuell können Sie mit ihr eine Rückzahlung in monatlichen Raten vereinbaren. Wird der Überziehungskredit aufgrund einer Pfändung gekündigt, sollten Sie schnellstmöglich die Umwandlung in ein P-Konto beantragen, damit weitere Einkünfte bis zur Höhe der Pfändungsfreigrenze geschützt sind.

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Anna N. Baumgart ()
Online Redakteurin Finanzen
Anna ist Journalistin für Hörfunk und seit vielen Jahren den interessantesten Inhalten und deren hörer- und leserfreundlichen Umsetzung auf der Spur. Seit 2023 schreibt sie bei CHECK24 verbrauchernah über die wichtigsten Produkte und Neuigkeiten aus der Finanzwelt.

Hinweis: Trotz gewissenhafter Recherche kann die Richtigkeit und Aktualität der Angaben nicht garantiert werden.

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