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Immobilienpreise im landesweiten Vergleich Für Normalverdiener wird es schwerer, eine Wohnung zu kaufen

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In vielen Regionen Deutschlands haben die Immobilienpreise zuletzt deutlich stärker zugelegt als die Einkommen. Wo das Wohneigentum für die Menschen vor Ort fast unerschwinglich geworden ist und wo es noch echte Schnäppchen gibt, verrät der Wohnatlas 2017 der Postbank.
Immobilienpreise

Die Immobilienpreise in Metropolen steigen in schwindelerregende Höhen.

Die Schere zwischen Immobilienpreis- und Einkommensentwicklung klafft in Deutschland vielerorts weit auseinander. So lässt sich die Postbank-Studie Wohnatlas 2017 verstehen. Sie vergleicht die mittleren Immobilienpreise der vergangenen Jahre mit den durchschnittlichen jährlichen Nettoeinkommen der jeweiligen Region.

Grund für die Entwicklung seien die niedrigen Zinsen, sagt Dr. Marco Bargel, Chefvolkswirt der Postbank. Während traditionelle Geldanlagen zuletzt immer unattraktiver geworden seien, machten die steigenden Preise Immobilien zu einer lukrativen Alternative. „Wohneigentum bleibt in der anhaltenden Niedrigzinsphase in vielen Großstädten und ihrem Umland ein lohnenswertes Investment mit guten Chancen auf Wertsteigerung“, sagt Bargel. Wo aber die Nachfrage besonders stark steigt, ziehen auch die Preise in entsprechendem Tempo nach, wie die Zahlen aus dem Wohnatlas eindrucksvoll belegen.

Die Preistreiber: Lage, Lage, Lage

Am tiefsten müssen demnach die Bewohner des Landkreises Nordfriesland für das Wohneigentum in die Tasche greifen. Ein durchschnittlicher Nordfriese musste 2016 mehr als das 23-fache seines jährlichen Nettoeinkommens ausgeben, um 100 Quadratmeter Wohneigentum zu finanzieren. Dort seien es besonders die teuren Ferienwohnungen, die die Preise für das Wohneigentum von den regionalen Einkommen abgekoppelt haben.

Für einen Münchner würde die gleiche Fläche – trotz deutlich höherem Durchschnittseinkommen – noch das 21-fache des Jahreseinkommens kosten. Auf den Plätzen drei bis sechs dieser Liste folgen Freiburg im Breisgau, der südlich von München liegende Landkreis Miesbach sowie die Metropolen Hamburg und Berlin.

Am günstigsten ist die Immobilie vor Ort hingegen für die Bewohner der Kreise Wunsiedel im Fichtelgebirge, dem Vogtlandkreis und Osterode am Harz. Wer in Osterode am Harz, das mittlerweile zum Landkreises Göttingen gehört, wohnt, zahlt gerade mal das 2,8-fache seines Jahresnettoeinkommens für 100 Quadratmeter eigenen Wohnraum.

Immobilienpreise hängen die Einkommen ab

Besonders rasant haben die Preise für das Wohneigentum in den deutschen Metropolen zugelegt. Zwischen 2012 und 2016 ist der durchschnittliche Quadratmeterpreis in Stuttgart um mehr als die Hälfte (53,4 Prozent) teurer geworden. Die mittleren Nettoeinkommen vor Ort sind in diesem Zeitraum dagegen nur um mickrige 2,5 gewachsen.

Dass es trotzdem noch deutlich teurer werden kann, zeigen die aktuellen Immobilienpreise in der bayerischen Landeshauptstadt. Mit durchschnittlich 6149 Euro pro Quadratmeter zahlen die Münchner noch einmal fast das Doppelte für den Wohnraum wie die Stuttgarter (3535 Euro). So wird das Eigenheim selbst für die deutlich über dem Schnitt verdienenden Münchner zunehmend unerschwinglich – auch wenn hier die Schere nicht ganz so weit auseinanderklafft wie in Stuttgart: Während die Einkommen in München in den letzten vier Jahren um immerhin 10,4 Prozent gewachsen sind, lag der Anstieg bei den Immobilienpreisen bei satten 37,7 Prozent.

Besonders große Lohnzuwächse in diesem Zeitraum konnten die Frankfurter verbuchen. Ihre Einkommen sind im Schnitt um 20,9 Prozent gestiegen. Doch selbst in der Mainmetropole zeigt sich: Mit den Immobilienpreisen können die Einkommen längst nicht mehr Schritt halten. Pro Quadratmeter lag der Preisanstieg hier bei 28,9 Prozent.
 

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