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Was ist Ökogas?

Der Begriff Ökogas wird üblicherweise verwendet, um Gastarife zu kennzeichnen, die den Ausstoß von Treibhausgasen reduzieren oder vermeiden. Es ist jedoch kein vom Gesetzgeber oder einer öffentlichen Stelle definiertes Wort und kann daher auch zu Marketingzwecken missbraucht werden. Umweltbewusste Verbraucher sollten daher mit Hilfe dieser Informationen einen kurzen Blick auf die Angaben des Ökogasanbieters werfen, bevor sie sich für einen Tarif entscheiden. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, klimaschonendes Gas zu beziehen: Biogas oder sogenannte Klimatarife.

Biogas: grüne Energie vom Acker

BiogasanlageIn Biogasanlagen wird klimaschonendes Gas aus Pflanzen,

Gülle oder Bioabfall hergestellt.

Biogas wird durch die Vergärung von organischem Material hergestellt. Energiepflanzen und Reste aus der Landwirtschaft oder Nahrungsherstellung landen in einer Biogasanlage und werden zu Gas.

Wird dieses Biogas verbrannt, entweicht nur so viel CO2 in die Atmosphäre, wie die Pflanzen während ihres Wachstums aufgenommen haben. Dadurch kann Biogas klimaneutral genutzt werden. Da Biogas aufwändig gewonnen und aufbereitet werden muss, ist es im Vergleich zu normalem Erdgas noch relativ teuer. Meist werden daher Tarife angeboten, die nur einen bestimmten Anteil Biogas aufweisen. Der Rest der Erdgaslieferungen besteht aus gewöhnlichem fossilem Erdgas.

Kritiker bemängeln an der Nutzung von Biogas, dass der Einsatz von Dünger und der Betrieb von Traktoren Treibhausgase freisetzen. Außerdem werden landwirtschaftliche Flächen verbraucht oder im schlimmsten Fall Wälder abgeholzt, um die Energiepflanzen anzubauen - häufig in Monokulturen. In Deutschland ist die am häufigsten verwendete Energiepflanze Mais. Biogas, das aus Pflanzenresten, Gülle und Bioabfällen gewonnen wird, die ohnehin anfallen, gilt als umweltfreundlicher als solches aus extra angebauten Energiepflanzen. Manche Gasanbieter geben an, woher sie ihr Biogas beziehen.

Klimatarife: ein Ausgleich fürs Heizen

Wer einen Klimatarif bestellt, erhält normales, fossiles Erdgas und setzt beim Verbrennen des Gases zusätzliches CO2 frei.
Gleichzeitig finanziert der Gasanbieter aber Maßnahmen, um an anderer Stelle die Menge an Treibhausgasen einzusparen, die der Gasverbrauch verursacht. Der Vorteil: Die CO2-Einsparung kann dort erfolgen, wo dies zu geringeren Kosten möglich ist als durch Biogas. Klimatarife sind daher häufig günstiger. Und für das Weltklima ist es egal, wo und auf welche Weise das CO2 vermieden wird.

Wichtig ist allerdings, dass mit den Zuschüssen aus den Klimatarifen Projekte angestoßen werden, die ohne diese Finanzierung nicht realisiert worden wären. Wird in einer Fabrik die Energieeffizienz gesteigert, so wird nur dann CO2 gespart, wenn nicht ohnehin eine Modernisierung geplant war. Sonst verpufft der Klima-Effekt. Abgewickelt wird diese Art der CO2-Vermeidung über Zertifikate, die der Gasanbieter bei Projektträgern kauft, zum Beispiel im Rahmen des Clean Development Mechanism (CDM) des Kyoto-Protokolls. Sie gelten jeweils für eine bestimmte CO2-Menge.

Vertrauen ist gut, Kontrolle besser: Zertifikate und Gütesiegel

Bei Ökostrom sind sie gang und gäbe, bei Ökogas hingegen noch kaum verbreitet: Zertifikate und Gütesiegel unabhängiger Institutionen, die dokumentieren, dass der Anbieter seine Umweltversprechen auch einhält. Das liegt vor allem daran, dass der Gasmarkt später liberalisiert wurde als der Stromsektor. Ökogas-Kunden müssen sich daher stärker auf die Angaben und die Glaubwürdigkeit des Versorgers verlassen. Dennoch gibt es inzwischen einige Öko-Zertifikate - zumindest für Klimagas.

Klimatarife

Klimatarife unterstützen Projekte zur CO2-Vermeidung
und entlasten so die Umwelt.

So wurde für Klimatarife vom WWF und anderen Umweltorganisationen ein Gold Standard entwickelt. Er garantiert neben der CO2-Vermeidung auch die Einhaltung weiterer Kriterien. So sollen beispielsweise durch die unterstützen Projekte keine Arbeitsplätze vernichtet werden. Die Einhaltung der Kriterien wird durch unabhängige Prüfer überwacht. Auch der Verified Carbon Standard überwacht Klimatarife und sichert ein klimaneutrales Gasprodukt, stellt aber keine derart strengen sozialen Ansprüche an die Projekte wie der Gold Standard.

Die verschiedenen Prüforganisationen des TÜV zertifizieren ebenfalls Ökogas. Allerdings steht nicht jedes TÜV-Ökolabel für ein klimaneutrales Gasprodukt, es sind beispielsweise auch Gütesiegel für einen klimaneutralen Gastransport erhältlich. Das Gas selbst verbrennt dann aber nicht CO2-frei. VER+ (Verified Emission Reduction) heißt ein Standard, den der TÜV SÜD für CO2-Minderungsprojekte entwickelt hat und der - ähnlich wie der Verified Carbon Standard - klimaneutrales Gas sichert. Zudem vergibt der TÜV auch Gütesiegel für Biogas-Tarife.

So kommt das saubere Gas ins Haus

Erdgasanteil Ökogas

Der Gasanbieter verspricht Ökogas, am Gasanschluss muss bei einem Wechsel in einen grünen Tarif aber nichts geändert werden. Das heißt, es strömt weiter dasselbe Gas aus der Leitung wie vorher. Wie passt das zusammen? 

Ganz einfach: Es ändert sich die Einspeisung. Wenn ein Kunde Ökogas bestellt, landet mehr Ökogas im Netz. Der einzelne Kunde erhält zwar dieselbe Gasmischung wie zuvor. Er sorgt aber dafür, dass sein Anbieter in Höhe seines Verbrauchs Ökogas kaufen und in das Gasnetz einspeisen muss. Gleichzeitig verringert sich die Menge an konventionellem Erdgas und die weltweiten CO2-Emissionen sinken - und zwar um exakt so viel, wie dem Verbrauch des Ökogas-Kunden entspricht. Jeder Kunde, der Ökogas bezieht, leistet also einen Beitrag zum Klimaschutz.

Bislang werden 44 Prozent der Gebäude in Deutschland mit Gas beheizt, davon jedoch nur 17 Prozent mit Ökogas. Hier ist also noch viel Luft nach oben!

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