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Zahnverfärbung

Zahnverfärbung verleidet vielen das unbeschwerte Lächeln. Bei gelben Zähnen, dunklen Schattierungen oder Flecken auf oder an den Zähnen handelt es sich oft um ein rein ästhetisches Problem. Hervorgerufen wird die Zahnverfärbung zum Beispiel durch Genussmittel wie Kaffee oder Nikotin. Manchmal kann eine Zahnverfärbung aber auch Zeichen einer Erkrankung sein.

1. Welche Formen von Zahnverfärbung gibt es?

Kaum ein Gebiss ist von Natur aus strahlend weiß. Ausschlaggebend für die Farbe eines Zahns ist das in seinem Inneren liegende Dentin. Die darin enthaltenen Calcium- und Phosphatmineralien schimmern durch den Zahnschmelz hindurch und verleihen den Zähnen ihre individuelle natürliche Farbe. Unterstützt wird die Farbwahrnehmung durch Lichteinflüsse.

Eine Zahnverfärbung beeinflusst die natürliche Farbgebung. Die Zahnmedizin unterscheidet die extrinsische und intrinsische Zahnverfärbung.

Bei der extrinsischen Zahnverfärbung handelt es sich um die typische Verfärbungsart, hervorgerufen durch Bestandteile des Speichels, Zahnbelag (Plaque), aber auch durch Genussmittel wie Kaffee, Nikotin oder Rotwein sowie Medikamente. Sogar Mundspüllösungen können mit bestimmten Inhaltsstoffen wie beispielsweise Chlorhexidin eine Zahnverfärbung verursachen.

Anders ist es bei der intrinsischen Zahnverfärbung. Sie entsteht nicht auf dem Zahn, sondern im Inneren des Zahnschmelzes oder des Dentins. Eine intrinsische Zahnverfärbung ist Folge physiologischer Störungen während der Zahnentwicklung – zum Beispiel durch einen gestörten Stoffwechsel oder Verletzungen.

2. Ursachen

Die Farbe der Zähne ist abhängig von der individuellen Veranlagung. Mit zunehmendem Alter werden die Zähne immer gelber. Grund dafür sind der dünner werdende Zahnschmelz und das dadurch stärker durchschimmernde Dentin.

Hand hält eine ZigaretteDas in Tabakwaren enthaltene Nikotin gilt als eine der Hauptursachen für Zahnverfärbung. Hinzu kommen Kaffee, Tee und Rotwein, die ebenfalls ihre optischen Spuren auf der Zahnoberfläche hinterlassen.

Durch eine unzureichende oder unregelmäßige Mundhygiene, vor allem bedingt durch mangelhaftes Zähneputzen, können Plaque und Zahnstein entstehen. Beides führt auf Dauer zu Zahnverfärbung.

Auch Medikamente gelten als Auslöser für Zahnverfärbung. Vor allem Antibiotika, die während der Zahnentwicklung eingenommen werden, lassen eine meist gelb-braune Zahnverfärbung entstehen. Ebenso erzeugen Mundwasser und Mundspüllösungen mit dem Inhaltsstoff Chlorhexidin oder Zinnfluorid eine unschöne Zahnverfärbung.

Schließlich können bestimmte Gewürze wie Kurkuma oder auch Fruchtsäfte eine Zahnverfärbung verursachen.

3. Zahnpasten für weißere Zähne

Die Produktpalette von Zahnpasten für weißere Zähne oder mit Weißmacher-Effekt ist vielfältig. Die Hersteller versprechen überraschende Effekte. Die Mehrzahl konnte bei einer Untersuchung von Ökotest allerdings keine wissenschaftlich belastbaren Studien für ihre Wirksamkeit vorweisen. Auf den Packungen fehlten in den meisten Fällen Hinweise darauf, dass das Ergebnis der möglichen Aufhellung von der natürlichen Farbe der Zähne abhängt.

Insgesamt fiel das Testergebnis nicht sehr überzeugend aus: Von 94 untersuchten Zahnpasten mit Whitening-Effekt erhielten lediglich 16 das Prädikat „empfehlenswert“.

Grund waren Inhaltsstoffe, die aggressiv auf Zahnfleisch und Mundschleimhaut wirken und den Zahnschmelz angreifen. Bedenklich war auch der hohe Gehalt an Zink sowie Plastik-Mikropartikeln, welche die Zahnverfärbung regelrecht herausscheuern sollen (abrasive Wirkung) und zudem die Umwelt belasten. Viele der Zahnpasten enthielten kein oder zu wenig Fluorid.

Allgemein gilt: Gehen Sie mit Zahnpasten für weißere Zähne – wenn überhaupt – sehr sparsam um. Achten Sie auf die Inhaltsstoffe und fragen Sie vorab Ihren Zahnarzt.

4. Bleaching

Zur Hälfte verfärbtes GebissDie einfachste Möglichkeit, Zahnverfärbungen vorzubeugen, ist die regelmäßige und gründliche Zahnpflege. Dazu gehört neben dem Zähneputzen auch die Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide. Auf diese Weise wird ein dauerhafter Zahnbelag vermieden.

Bei bestehender Zahnverfärbung gilt als weit verbreitete Maßnahme das Bleaching. Zum Einsatz kommen hier Peroxide, die sowohl den Zahnschmelz als auch das Dentin durchdringen und enthaltene Farbpartikel durchsichtig machen.

Bleaching ist vor allem eine Modeerscheinung. Strahlend weiße Zähne gelten für viele Menschen als Schönheitsideal. Viele Menschen mit Zahnverfärbung sehen das Problem daher als Makel an, das sich auch auf Selbstvertrauen und Psyche auswirkt. Nicht zuletzt kann eine intrinsische (oder endogene) Zahnverfärbung medizinisch behandlungswürdig sein. Auch in diesen Fällen hilft Bleaching.

Unterschieden wird zwischen dem Home-Bleaching und dem professionellen Bleaching (Chairside-Bleaching oder In-Office-Bleaching), das in einer Zahnarztpraxis durchgeführt wird. In den Produkten für die Anwendung zu Hause, die es in Drogerien und Apotheken gibt, sind vergleichsweise geringe Mengen an Peroxiden enthalten.

Zu beachten ist, dass es sich bei den mitgelieferten Folien um Standardanfertigungen handelt, die sich kaum den individuellen anatomischen Gegebenheiten von Ober- und Unterkiefer anpassen. Die mitgelieferten Gele unterscheiden sich außerdem von denen, die in Zahnarztpraxen verwendet werden: Professionelle Gele greifen das Zahnfleisch nicht so stark an.

5. Zahnverfärbung ärztlich behandeln lassen

Eine professionelle, ärztliche Hilfe bei Zahnverfärbung sollte dann erfolgen, wenn die Zahnverfärbung plötzlich auftritt und Ursachen durch Genussmittel ausgeschlossen werden können.

Neben dem Bleaching ist eine professionelle Zahnreinigung (PZR) empfehlenswert. Weniger aggressiv, dafür kostenintensiver, sind Veneers (Verblendschalen) oder Kronen.

In jedem Fall erfolgt zunächst eine ausführliche Anamnese, um der Ursache der Zahnverfärbung auf die Spur zu kommen. Dabei geht es auch um mögliche, frühere Zahnbehandlungen. Ergänzend kann eine Röntgenuntersuchung der Zähne erfolgen.

6. Besondere Auslöser

Eine Zahnverfärbung kann auch erblich bedingt sein. Bei einer kongenitalen erythropoetischen Porphyrie kommt es zu einer verstärkten Bildung des Farbstoffs Uroporphyrin. Dieser lagert sich in Knochen und Zähnen ab. Die Zahnverfärbung erscheint braun-rötlich, der Arzt spricht von einer Erythrodontie.

Handelt es sich um eine eher grün-bläuliche Zahnverfärbung, könnte eine Rhesus-Unverträglichkeit die Ursache sein. Diese Chlorodontie ist eine Erkrankung während der Schwangerschaft. Mütterliche Antikörper richten sich gegen das (Rhesus-)Antigen des werdenden Kindes und zerstören die roten Blutkörperchen. Das so entstehende Bilirubin lagert sich als Farbstoff im Dentin des Kindes ab. Im Normalverfall verschwindet die Zahnverfärbung mit Bildung des weiteren Zahnschmelzes.

Ein Überschuss an Bilirubin und eine entsprechende Zahnverfärbung des Milchgebisses können auch auf einen Verschluss des Gallengangs hindeuten.

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