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Veneers

Mit Veneers lassen sich die Zähne verblenden, um oberflächliche Schäden zu verdecken. Wir erklären, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen, wie die Behandlung abläuft und welche Komplikationen auftreten können.

  1. Was sind Veneers?
  2. Wann benötigt man Veneers?
  3. Wann sollten Veneers nicht eingesetzt werden?
  4. Was kosten Veneers?
  5. Welche Varianten von Veneers gibt es?
  6. Die Behandlung beim Zahnarzt
  7. Welche Komplikationen können auftreten?

Was sind Veneers?

Veneers sind hauchdünne Schalen, mit denen die Zähne verblendet werden können. Meist bestehen sie aus Keramik. Sie können jedoch auch aus kostengünstigem Kunststoff angefertigt werden.

Sie sind meist nur 0,5 Millimeter dick, teilweise noch dünner. In der Regel verwendet man sie, um Frontzähne zu verschönern. Streng genommen sind Veneers kein Zahnersatz, da sie keine Zahnsubstanz ersetzen. Das zeigt allein der englische Begriff „Veneer“, der übersetzt Furnier oder Fassade bedeutet.

Wann benötigt man Veneers?

Veneers - Infografik
Ein Veneer verblendet den Zahn.
 

Der Zahnarzt wird Veneers einsetzen, um oberflächliche Schäden an den vorderen Zähnen zu verblenden. Dabei kann es sich um Verfärbungen bei Rauchern, Risse, ungleichmäßige Abstände oder leichte Fehlstellungen handeln. Auch zu kurze Zähne können so behandelt werden – etwa sogenannte Zapfenzähne, die sich nicht richtig ausgebildet haben. Die Veneers können zudem offenliegende Zahnhälse abdecken, wenn sich das Zahnfleisch an einer Stelle zurückgebildet hat. Anders als bei einer Krone muss der Zahnarzt bei Veneers nur wenig natürliche Zahnsubstanz abschleifen. Im Vergleich zur Krone muss nur ein Viertel bis zur Hälfte der Substanz abgetragen werden, bei speziellen Non-Prep-Veneers sogar überhaupt nichts.

Mehr als nur eine Verschönerung

Auch wenn Veneers vor allem eingesetzt werden, um die Zähne optisch zu verschönern, ist es doch ein Eingriff, der gut überlegt sein sollte. Beim Einsetzen wird keine oder nur wenig Zahnsubstanz abgeschliffen. Sollen die Keramikschalen jedoch später entfernt werden, geht auf jeden Fall natürliche Zahnsubstanz verloren, da sie mit dem Zahnschmelz fest verklebt sind.

Achtung vor Billigangeboten! Der Eingriff sollte fachgerecht von einem erfahrenen Zahnarzt vorgenommen werden, um Schäden möglichst auszuschließen.

Wann sollten Veneers nicht eingesetzt werden?

Veneers sollten vor allem nicht bei Patienten eingesetzt werden, die unter nächtlichem Zähneknirschen (Bruxismus) leiden. Auch für Menschen, die beim Kauen zum Pressen neigen, sind sie meist nicht geeignet.

In diesen Fällen besteht die Gefahr, dass sich die dünnen Schalen ablösen oder brechen.

Was kosten Veneers?

Veneers sind kein Zahnersatz, sondern gelten als optische Verschönerung. Daher übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten hierfür nur in Ausnahmefällen. Wünscht ein Kassenpatient Veneers, muss er sie meist komplett aus eigener Tasche bezahlen. Wie viel ein Veneer kostet, hängt vom jeweiligen Aufwand der Behandlung und dem verwendeten Material ab. Da die Anfertigung recht aufwändig ist, sind die Kosten höher als bei einer Krone. In der Regel muss man mit Kosten von mehreren hundert Euro pro Stück rechnen.

Beispiel – Kosten für ein Veneer

Ein Schneidezahn ist verkürzt und soll mit einem Veneer verblendet werden. Da es sich um keinen Zahnersatz handelt, zahlt die Krankenkasse keinen Festzuschuss.

Beispielhafte Werte, gerundet.

Honorar Zahnarzt

335 Euro

Kosten für Material und Labor

381 Euro

Leistung der Krankenkasse

Eigenanteil Patient

716 Euro

Der Patient muss die Gesamtkosten von 716 Euro für die Behandlung komplett alleine aufbringen. Seine Ausgaben kann er mit einer privaten Zahnzusatzversicherung senken. Sehr gute Tarife erstatten 90 oder sogar 100 Prozent der Kosten, wenn die Behandlung medizinisch notwendig ist.

Übernimmt der Tarif beispielsweise 90 Prozent, müsste er lediglich knapp 72 Euro selbst zahlen. Sollen Veneers nur aus rein kosmetischen Gründen eingesetzt werden, zahlt allerdings auch eine private Versicherung die Kosten nicht.

Welche Varianten von Veneers gibt es?

Man unterscheidet Veneers danach, wie dick die Schale ist. Es gibt mittlerweile Veneers, die extrem dünn sind. Diese Non-Prep-Veneers lassen sich direkt auf den Zahn kleben, ohne dass dieser erst beschliffen werden müsste. Sie können auch auf anderem Zahnersatz befestigt werden – etwa auf einer Füllung oder Zahnkrone. Lumineers sind der Markenname für bestimmte Non-Prep-Veneers eines amerikanischen Herstellers.

Für Prep-Veneers, die etwas dicker sind, muss der Zahn hingegen nach wie vor beschliffen werden.

Die Behandlung beim Zahnarzt

Je nachdem wie dick die verwendeten Verblendschalen sind, muss der Zahn zunächst beschliffen werden. Sind die Schalen sehr dünn, ist dies meist nicht notwendig.

Damit ein Zahntechniker das Veneer im Labor in Handarbeit anfertigen kann, wird zunächst die genaue Farbe bestimmt und ein Abdruck vom Gebiss genommen. Dabei werden immer Abformungen von Ober- und Unterkiefer angefertigt, damit das Veneer genau auf die anderen Zähne abgestimmt werden kann.

Nach dem Abdruck wird die Keramikschale dann individuell hergestellt. Dabei stimmt der Techniker die Farbe der Keramik auf die natürliche Zahnfarbe des Patienten ab.

Musste der Zahn beschliffen werden, wird der Zahnarzt bei Bedarf ein Provisorium aus Kunststoff einsetzen, bis das Veneer fertig ist. Sobald das Veneer aus dem Labor eingetroffen ist, setzt es der Zahnarzt ein. Das Veneer wird dabei mit einem Spezialkleber am Zahn festgeklebt.

Lebensdauer von Veneers

Veneers halten im Durchschnitt zehn bis 15 Jahre. Bei guter Mundpflege und regelmäßiger Nachkontrolle können die Schalen noch länger im Mund bleiben. Allerdings ist die Pflege entscheidend, denn Kariesbakterien können in den Raum zwischen Veneer und Zahn gelangen. Der Zahnarzt sollte den Patienten daher über die richtige Pflegetechnik aufklären.

Welche Komplikationen können auftreten?

Das Veneer muss genau eingepasst werden. Ist die Verschalung zu dick oder sitzt es nicht richtig, kann das Zahnfleisch chronisch gereizt werden. Zudem kann es zu Schwierigkeiten beim Kauen führen, wenn die Schale nicht genau auf den Gegenkiefer abgestimmt ist. Wird das Veneer nicht fachgerecht verklebt, können Klebereste am Zahn zu Entzündungen führen.

In diesen Fällen muss der Zahnarzt das Veneer überprüfen und bei Bedarf neu einsetzen.

Wird der Zahn für ein Prep-Veneer beschliffen, kann es zu einer erhöhten Temperaturempfindlichkeit auf heiße oder kalte Speisen und Getränke kommen. Bei Non-Prep-Veneers besteht diese Gefahr nicht.

Ein Keramik-Veneer kann brechen oder sich in seltenen Fällen auch ablösen. Dann muss der Zahnarzt es wieder verkleben oder neu anfertigen lassen.

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