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Zahnfüllung

Beschädigte Zähne können häufig mit einer Zahnfüllung repariert werden. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten – von der klassischen Amalgamfüllung bis zum Keramik-Inlay.

  1. Wann Füllungen eingesetzt werden
  2. Welche Formen von Füllungen gibt es?
  3. Wie die Behandlung abläuft
  4. Schmerzen nach der Zahnfüllung
  5. Haltbarkeit der verschiedenen Füllungen
  6. Wann welche Füllung eingesetzt wird
  7. Kosten und Kostenübernahme der Krankenkassen

Wann Füllungen eingesetzt werden

Eine Zahnfüllung wird nötig, wenn ein Zahn beschädigt ist, aber noch genügend Zahnsubstanz vorhanden ist, sodass eine Zahnkrone noch nicht erforderlich ist. Löcher in Zähnen werden meist durch Karies hervorgerufen. Karies entsteht, wenn sich Zahnbelag (Plaque) auf den Zähnen ansiedelt und nicht regelmäßig entfernt wird. Die im Zahnbelag enthaltenen Bakterien wandeln den Zucker aus der Nahrung in Säure um und greifen so die Zahnsubstanz an. Aber auch Unfälle am Zahn oder ein verstärkter Abrieb können dazu führen, dass eine Füllung eingesetzt werden muss.

Wurden Zähne durch Karies beschädigt, sollte die angegriffene Substanz so schnell wie möglich entfernt werden, um eine weitere Ausbreitung der Infektion zu verhindern. Zahnfüllungen ersetzen die entfernte Zahnsubstanz und sorgen dafür, dass keine Bakterien in den Zahn eindringen können. Zudem soll die Ästhetik im Mund dadurch wiederhergestellt werden.

Das Ziel einer Füllung ist es, so viel gesunde Zahnsubstanz wie möglich zu erhalten. Welche Art der Zahnfüllung verwendet wird, hängt unter anderem davon ab, wo sich der entsprechende Zahn befindet, wie stark die Beschädigung ist und welche ästhetischen Ansprüche der Patient hat.

Welche Formen von Füllungen gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen plastischen Füllungen und Einlagefüllungen. Plastische Zahnfüllungen sind die klassischen Füllungen, die der Zahnarzt in einer Behandlung einsetzt. Das verwendete Material ist formbar und härtet im Zahn aus. Einlagefüllungen werden dagegen im Dentallabor passgenau angefertigt und anschließend eingesetzt. Sie gehören zum Zahnersatz.

Einlagefüllungen werden auch Inlays oder Onlays genannt, je nachdem, ob sie ein Loch im Zahn füllen (Inlay) oder vor allem die beschädigte Oberfläche eines Zahns ersetzen (Onlay).

Zahnfüllungen können aus verschiedenen Materialien bestehen. Am häufigsten werden Kunststoff, Keramik und nach wie vor Amalgam verwendet.

Amalgam

Amalgam ist der älteste Werkstoff unter den plastischen Füllungen. Es besteht aus einer Mischung mehrerer Metalle (Silber, Quecksilber, Kupfer und Zinn). Wegen seiner guten Formbarkeit und Langlebigkeit wird der Stoff nach wie vor im Seitenzahnbereich eingesetzt. Die silberne Farbe ist allerdings sehr auffällig, weshalb Amalgam im Frontzahnbereich nicht mehr verwendet wird. 

Aufgrund des enthaltenen Quecksilbers steht der Einsatz von Amalgam zudem immer wieder in der Kritik. Da eine gesundheitsschädigende Wirkung bisher nicht nachgewiesen werden konnte, gilt Amalgam generell zwar als unbedenklich. Dennoch wurde seine Verwendung bei Schwangeren und Kindern eingeschränkt. Künftig soll der Einsatz auch aus Gründen des Umweltschutzes noch weiter reduziert werden.

Kunststoff (Komposit)

Kompositfüllungen verdrängen den Einsatz von Amalgam immer mehr. Sie gehören wie Amalgamfüllungen zu den plastischen Zahnfüllungen und bestehen aus Kunststoff sowie kleinen Quartz- und Glasteilchen. Aufgrund ihres zahnfarbenen Äußeren haben sie vor allem einen optischen Vorteil. Zudem ist das Material formstabil und relativ günstig.

Keramik

Eine Alternative zum Kunststoff sind Einlagefüllungen aus Keramik. In- und Onlays bestehen mittlerweile meistens aus Keramik. Solche Füllungen haben viele Vorteile: Sie sind langlebig, sehr belastbar und optisch kaum von natürlichen Zähnen zu unterscheiden. Gleichzeitig sind sie allerdings teurer als Kompositfüllungen.

Gold

Einlagefüllungen können auch aus Gold sein. Die Vorteile von Zahngold sind, dass es sehr langlebig ist und in der Regel gut vertragen wird. Allerdings sind Goldinlays auch teurer als plastische Zahnfüllungen und aufgrund ihrer auffälligen Farbe nicht für den Frontzahnbereich geeignet.

Zement

Füllungen aus Zement sind meist Übergangslösungen. Es handelt sich dabei um Glasionomerzement, der speziell für die Zahnmedizin entwickelt wurde. Er kommt in der Regel für Provisorien zum Einsatz, etwa bei kariösen Milchzähnen.

Wie die Behandlung abläuft

Im ersten Schritt wird der Zahn vollständig von Karies befreit und gereinigt. Um die Karies zu entfernen, kommt der Bohrer zum Einsatz. Das geschieht unter lokaler Betäubung. Das somit entstandene kariesfreie Loch wird Kavität genannt.

Je nachdem, ob eine plastische Füllung oder eine Einlagefüllung eingesetzt wird, weicht der weitere Behandlungsverlauf ab.

Kompositfüllung

Bei der Kunststofffüllung muss der Zahn absolut trocken sein. Dafür werden meist Watterollen oder ein sogenannter Kofferdam – ein Spanngummi, der den Zahn vom restlichen Gebiss abschirmt – verwendet.

Bevor die Füllung eingesetzt werden kann, muss die Kavität mit etwas Säure aufgeraut werden. Danach wird ein spezieller Kleber angebracht.

Adhäsivtechnik

Die Klebemethode, mit der die Kompositfüllung im Zahn angebracht wird, nennt man Adhäsivtechnik. Sie kommt oft auch beim Befestigen von Veneers oder Zahnkronen zum Einsatz.

Die Zahnfüllung selbst wird meist in mehreren Schichten eingearbeitet, da der Stoff beim Aushärten etwas schrumpft. Jede Schicht wird einzeln mit einem speziellen blauen Licht ausgehärtet. Schließlich wird die Füllung an der Oberfläche mit feinen Schleifern angepasst und geglättet. Die Füllung kann in einer einzigen Sitzung angebracht werden.

Amalgamfüllung

Damit eine Amalgamfüllung richtig hält, muss mehr Zahnsubstanz abgetragen werden als bei der Kompositfüllung. Zunächst wird die Kavität außerdem mit einer Isolierschicht unterfüttert. Da Amalgam Wärme- und Kältereize besonders gut weiterleitet, wird die Zahnsubstanz durch eine solche Schicht geschützt.

Anschließend wird der Füllstoff eingesetzt. Das Amalgam härtet innerhalb weniger Minuten von selbst aus.

Einlagefüllung

Beim Einsatz von In- oder Onlays sind zwei Zahnarztsitzungen nötig. Nachdem die Karies entfernt wurde, nimmt der Zahnarzt eine Abformung des präparierten Zahns vor. So kann der Zahntechniker das Inlay oder Onlay im Dentallabor passgenau anfertigen. Bis die Einlagefüllung fertig ist, erhält der Patient in der Regel ein Provisorium. In einer zweiten Sitzung kann die Zahnfüllung schließlich eingesetzt und bei Bedarf noch angepasst werden.

Schmerzen nach der Zahnfüllung

Nach dem Einsetzen einer Zahnfüllung können Schmerzen am Zahn auftreten, vor allem wenn größere Teile des Zahns von der Karies angegriffen wurden. Eine leichte Kühlung der betroffenen Stelle kann hier etwas Abhilfe schaffen. Neben Schmerzen verspüren Patienten oft auch eine Überempfindlichkeit auf zu heißes oder zu kaltes Essen.

Wenn die Schmerzen mehrere Tage oder sogar Wochen anhalten, sollte der Zahnarzt aufgesucht werden. Gerade pochende Schmerzen oder ein anhaltendes Druckgefühl können Anzeichen von Entzündungen sein. Auch zu hohe Zahnfüllungen können Schmerzen auslösen, da der Zahn beim Kauen überbelastet wird.

In seltenen Fällen können die Füllstoffe auch allergische Reaktionen hervorrufen, die sich ebenfalls schmerzhaft äußern. Dann muss der Zahn mit einem alternativen Material erneut gefüllt werden.

Haltbarkeit der verschiedenen Füllungen

Je nach Material, Lage und Größe sind Zahnfüllungen unterschiedlich lange haltbar. Gleichzeitig kommt es aber auch auf die richtige Mundhygiene an. Gerade am Übergang von der Füllung zum Zahn ist das Risiko eines erneuten Kariesbefalls besonders hoch.

Die Haltbarkeit von Kompositfüllungen beträgt rund acht Jahre. Bei einer Amalgamfüllung können Patienten mit zehn Jahren rechnen. Inlays aus Gold oder Keramik halten meist am längsten – bei guter Pflege rund 15 Jahre.

Wann welche Füllung eingesetzt wird

Welche Füllvariante genau eingesetzt wird, hängt zunächst von der Größe der Beschädigung ab. So ist Kunststoff etwa nur für kleinere Löcher geeignet. Inlays und Onlays werden eingesetzt, wenn die Löcher im Zahn bereits größer sind, eine Krone aber noch nicht nötig ist.

Bei bestimmten Befunden sind auch mehrere Varianten möglich. Hier kommt es darauf an, welchen ästhetischen Anspruch der Patient an seine Zahnfüllung hat und ob er bereit ist, dafür Zuzahlungen zu leisten.

Kosten und Kostenübernahme der Krankenkassen

Die günstigste Füllvariante ist Amalgam. Patienten erhalten die Kosten dafür vollständig von ihrer Krankenkasse erstattet.

Im sichtbaren Frontzahnbereich – dazu gehören die Schneide- und Eckzähne beider Kieferhälften – bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für Kompositfüllungen. Im Backenzahnbereich übernehmen sie Kunststofffüllungen nur, wenn der Einsatz von Amalgam aus medizinischen Gründen nicht möglich ist. Das ist etwa der Fall, wenn der Patient nachweislich an einer Allergie gegen Amalgam oder einer schweren Niereninsuffizienz leidet.

Einlagefüllungen gehören dagegen nicht zum Leistungsspektrum der Krankenkassen. Entscheidet sich ein Patient – etwa im Backenzahnbereich – für ein hochwertiges Inlay, übernimmt die Krankenkasse die Kosten, die für eine Amalgamfüllung angefallen wären. Den Rest muss der Patient selbst übernehmen – es sei denn, er hat mit einer privaten Zahnzusatzversicherung vorgesorgt. Diese zahlt je nach gewähltem Tarif einen festgelegten Betrag dazu.

Beispiel: Ein Backenzahn wurde von Karies angegriffen. Das Loch kann sowohl mit einer Komposit- oder Amalgamfüllung als auch mit einem Inlay behandelt werden. Eine Amalgamfüllung wird vollständig von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt. Bei der zahnfarbenen Kompositfüllung muss der Patient einen Aufschlag zahlen. Das hochwertige Keramik-Inlay kostet noch mehr. In jedem Fall übernimmt die Krankenkasse lediglich die Kosten, die für eine Füllung mit Amalgam anfallen würden.

beispielhafte Werte, gerundet
 

Kosten

Kassenleistung

Eigenanteil Patient

Amalgamfüllung

45 Euro

45 Euro

-

Kompositfüllung

120 Euro

45 Euro

75 Euro

Keramikinlay

1.000 Euro

45 Euro

955 Euro

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