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Belegte Zunge

Eine belegte Zunge ist meistens harmlos und durch einfaches Zähneputzen zu beheben. Manchmal kann sie aber auf eine Erkrankung hindeuten. Wir zeigen Ihnen, welche Formen von Zungenbelag es gibt und welche Ursachen diese haben können.

Entstehung von nicht krankhaftem Zungenbelag

Eine belegte Zunge kann ganz ohne Erkrankung entstehen, wenn sich Zellen, Bakterien, Schleim oder Nahrungsreste auf der rauen Zungenoberfläche ablagern. Normalerweise sorgt die Reibung beim Kauen dafür, dass sich die Ablagerungen lösen. Bei einer Ernährung mit überwiegend weicher Nahrung oder bei einer krankheitsbedingten Kaubeeinträchtigung fehlt die nötige Reibung jedoch, sodass sich ein sichtbarer Belag auf der Zunge bildet.

Im Alter tritt dieser Zungenbelag ebenfalls häufiger auf. Tägliche Mundhygiene sollte den Zungenbelag aber entfernen. Diese Art von Zungenbelag ist dünn und leicht weißlich. Bestimmte Nahrungsmittel wie etwa Heidelbeeren oder Kaffee und Tee können den Belag jedoch auch entsprechend einfärben.

Darüber hinaus kann eine mangelnde Mundhygiene zu Zungenbelag führen. Dann kann der Belag etwas dicker sein und häufig auch Mundgeruch verursachen.

Wie sieht eine belegte Zunge aus?

Detailaufnahme Rachen mit weiß belegter ZungeJe nach Ursache kann Zungenbelag unterschiedlich aussehen. Er kann weiß, grau, gelb, braun oder schwarz gefärbt sein. Außerdem kann die Zunge stark gerötet sein. Die Dicke und die Ausbreitung des Zungenbelags können ebenfalls variieren. Meistens sind eher die hinteren Bereiche der Zungenoberfläche betroffen. Mancher Zungenbelag lässt sich leicht abschaben, während anderer durch Reibung nicht zu beseitigen ist. Auch die Beschaffenheit des Zungenbelags kann verschieden sein. So kann er etwa schmierig oder krustig sein oder sogar wie feine Haare auf der Zunge aussehen.

Weißer Zungenbelag – mögliche Ursachen

Weißer Zungenbelag kommt in der oben beschriebenen, nicht krankhaften Form ziemlich häufig vor. Daneben kann eine weiß belegte Zunge aber auch auf eine Erkrankung hindeuten. Weißer Zungenbelag tritt beispielsweise bei einer Entzündung des Zahnhalteapparats auf, der Parodontitis. Erkältungskrankheiten und Fieber können ebenfalls zu einem weißlichen Zungenbelag führen.

Darüber hinaus können Pilze der Gattung Candida eine Infektion verursachen, die sich durch Mundsoor äußert. Dabei handelt es sich um einen leicht abstreifbaren, weißen Zungenbelag, der meist deutlich auf der Zungenoberfläche zu sehen ist. Unter diesem Belag ist die Zunge gerötet.

Bei manchen Erkrankungen kann eine weißlich belegte Zunge auch nur im Anfangsstadium auftreten und sich im weiteren Verlauf der Erkrankung verändern. So entwickelt sich bei Scharlach aus einer schmierig-weiß belegten Zunge die typische „Himbeerzunge” mit starker Rötung.

Welche krankhaften Ursachen Zungenbelag haben kann

   Weißer Zungenbelag Grauer Zungenbelag Gelber Zungenbelag Brauner bis schwarzer Zungenbelag Rote Zunge

Parodontitis

Magenschleimhaut­entzündung

Vergiftung

Mundspülung mit
Chlorhexidin

Scharlach

Erkältungs­krankheiten
und Fieber

Magen-
geschwür

Mundspülung mit
Chlorhexidin

Infektion durch Bakterien
oder Pilze

Kawasaki-­Syndrom

Mundsoor

Diphtherie

Beeinträchtigung der
Darm- oder Leberfunktion

Mangel an Vitamin B3

Entzündung der Zunge

Scharlach im
Anfangsstadium

Typhus

Erstinfektion mit
Herpes-simplex-Virus

Lebererkrankung

 

 

Cholera

Landkartenzunge
(Lingua geographica)

Rauchen, Nebenwirkungen von
Antibiotika oder Kortikosteroiden

 

Grauer Zungenbelag – mögliche Ursachen

Eine grau belegte Zunge kann mit Erkrankungen des Magens zusammenhängen. Vor allem bei einer Magenschleimhautentzündung oder einem Magengeschwür kann grauer Zungenbelag entstehen. Weitere Ursachen einer grau belegten Zunge können Infektionskrankheiten wie Diphtherie, Typhus oder Cholera sein. Bei Diphtherie ist der Belag hellgrau und bedeckt eine leicht blutende Zungenoberfläche. Außerdem riecht der Zungenbelag süßlich. Die belegte Zunge bei einer Erkrankung an Typhus oder Cholera ist hingegen dunkler. Die Färbung kann von grau bis schwarz reichen.

Gelber Zungenbelag – mögliche Ursachen

Hinter einer gelb belegten Zunge kann eine Vergiftung durch verschiedene Substanzen stecken. Auch ein übermäßiger Gebrauch einer Mundspüllösung mit dem Wirkstoff Chlorhexidin kann eine gelbliche Verfärbung der Zunge bewirken. Ebenso kann ein gelber Zungenbelag ein Anzeichen für eine Erkrankung sein, die den Darm oder die Leber beeinträchtigt. Eine weitere Ursache für eine weißlich bis gelblich belegte Zunge kann die erste Infektion mit Herpes-simplex-Viren sein. Eine eher harmlose Erklärung für einen gelben Zungenbelag ist eine Landkartenzunge (Lingua geographica). Dabei handelt es sich um eine Veränderung der Zungenoberfläche, die durch Entzündungen ausgelöst wird. Im Randbereich der Zunge bildet sich ein weißlich-gelber Belag und an wechselnden Stellen treten Rötungen auf.

Brauner bis schwarzer Zungenbelag – mögliche Ursachen

Die möglichen Ursachen für einen braunen oder schwarzen Zungenbelag sind vielfältig. Die übermäßige Verwendung einer Mundspülung mit Chlorhexidin kann über eine gelbliche Verfärbung der Zunge hinausgehen und diese braun oder sogar schwarz färben. Eine Infektion durch Bakterien oder Pilze, ein Mangel an Vitamin B3 oder Lebererkrankungen können aber ebenfalls zu einem dunklen Belag führen. Nebenwirkungen von Antibiotika oder Kortikosteroiden sowie starkes Rauchen können eine schwarze Haarzunge verursachen.

Auf der Zunge befinden sich dann fadenförmige Erhebungen, die für die Wahrnehmung mechanischer Reize verantwortlich sind. Bei der schwarzen Haarzunge sind diese Fadenpapillen verlängert, sodass sie wie Haare auf der Zunge wirken. Hinzu kommen sehr dunkle Verfärbungen der Zunge, die bräunlich bis schwarz sein können.

Roter Zungenbelag – mögliche Ursachen

Die „Himbeerzunge” bei Scharlach ist eine sehr bekannte Form einer rot verfärbten Zunge. Entzündungsreaktionen verursachen dabei die starke Rötung. Teilweise können sich noch Reste eines weißlichen Zungenbelags auf der roten Zunge befinden, der zu Beginn der Erkrankung vorherrschend ist. Ebenfalls zu einer starken Rötung der Zunge führt das Kawasaki-Syndrom. Bei dieser Gefäßerkrankung können Entzündungen in verschiedenen Bereichen des Körpers auftreten. Besonders typisch ist jedoch die auch als „Erdbeerzunge” bezeichnete Zungenverfärbung. Eine Rötung kann aber grundsätzlich durch jede Entzündung der Zunge entstehen.

Maßnahmen bei einer belegten Zunge

Ein dünner, leicht weißlicher Zungenbelag lässt sich durch eine gesteigerte Mundhygiene entfernen.

Ursachen des Belags abklären

Bei allen anderen Formen eines Zungenbelags gilt es, die Ursache herauszufinden und zu beheben. Bei einer zugrundeliegenden Erkrankung ist ein Besuch beim Arzt oder Zahnarzt unbedingt erforderlich!


Für eine verbesserte Mundhygiene sollten nicht nur die Zähne, sondern im Anschluss auch die Zunge gereinigt werden.

Zunge reinigen, Mundwasser und Rohkost

Wer auf die Bürste setzt, kann mit dieser zunächst vorsichtig über die Zunge streichen, um den Belag zu lockern. Anschließend kommt der auf vielen Rückseiten von Zahnbürsten vorhandene Zungenreiniger zum Einsatz: Eine aufgeraute Gummifläche, die Beläge entfernt. Schließlich den Mund mit Wasser oder einer medizinischen Mundspülung ausspülen.

Die Mundhygiene mittels elektrischer Zahnbürste oder Ultraschallbürste sollte durch eine spezielle Zungenbürste ergänzt werden. Der Rand eines einfachen Teelöffels leistet bei der Reinigung einer belegten Zunge ebenfalls gute Dienste.

Am Ende der Zahn- und Zungenreinigung sollten Sie ein sanft wirkendes Mundwasser benutzen. Dieses spült nicht nur den Mundraum aus, es pflegt auch die Schleimhäute. Im Handel gibt es fertige Mischungen mit den Inhaltsstoffen Myrrhe, Thymian oder Salbei. Dass diese die Zungenoberfläche ebenfalls verfärben können, ist eine völlig normale Begleiterscheinung.

Eine Ernährung mit frischer Rohkost – beispielsweise Karotten, Äpfel oder Paprika – schützt auf natürliche Weise vor einer belegten Zunge und ist zudem überaus gesund.

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