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Schlechte Zähne

Schlechte Zähne sind nicht nur ein optisches Problem. Sie beeinflussen das Selbstvertrauen und können Auslöser für Erkrankungen außerhalb des Mundraums sein. Für schlechte Zähne gibt es verschiedene Ursachen: Angefangen von genetischer Veranlagung bis hin zu unbehandelten, chronischen Entzündungen an Zähnen und Zahnfleisch.

Wie schlechte Zähne die Gesundheit beeinflussen

Schon Paracelsus erkannte, dass an „jedem Zahn” ein „ganzer Mensch hängt”. Zähne sind mehr als Kauwerkzeuge und Sprachhilfsmittel. Während sich ihre eigentliche Funktion auf den Mundraum beschränkt, hat die Zahngesundheit Einfluss auf den gesamten Organismus. Schlechte Zähne gelten als Ursache für eine Vielzahl von Erkrankungen abseits von Mund und Kiefer – sowohl physisch als auch psychisch.

Schlechte Zähne sind Auslöser für Schmerzen, Entzündungen und Mundgeruch. Sie nehmen nicht nur Einfluss auf die Nahrungsaufnahme und das Kauen. Schlechte Zähne können im Laufe der Zeit zu einem ganzheitlichen, medizinischen Problem werden. Die Zähne stehen mit dem Organismus sowie der Psyche über Blut- und Nervenbahnen zur Reizweiterleitung in unmittelbarer Verbindung. Damit haben alle Bereiche sowohl direkten als auch indirekten Einfluss aufeinander.

Ein Mann mit schmerzverzerrtem Gesicht steht beim Zähneputzen vor dem Spiegel.Erkrankt ein Zahn, hat das Auswirkungen auf bestimmte Organe und Organsysteme. Handelt es sich um eine Entzündung, kann diese sich auf andere Bereiche ausweiten und den Körper insgesamt schwächen. Beeinträchtigen schlechte Zähne das Kiefergelenk, können die dort entstehenden Probleme Kopf-, Nacken- oder Rückenschmerzen auslösen. Bei einigen Betroffenen entstehen durch die enge, anatomische Nachbarschaft zum Hörorgan Ohrgeräusche, ein sogenannter Tinnitus.

Die Chinesische Medizin hatte bereits vor rund 4.000 Jahren den Einfluss schlechter Zähne auf den Organismus beschrieben. Dabei geht die Naturheilkunde davon aus, dass bestimmte, körperliche Symptome auf eine Zahnerkrankung hinweisen. Jeder Zahn besitzt eine Nerven-Verbindung zu einem Organ oder Körperteil, welches als Signalgeber für schlechte Zähne wirkt. Erkrankungen der Schneidezähne wirken sich beispielsweise auf Harnwege und Schilddrüse aus. Schlechte Backenzähne können sich durch Probleme im Magen- und Darmbereich äußern.

Je früher schlechte Zähne behandelt werden, desto eher sinkt das Risiko für Begleit- oder Folgeerkrankungen.

Ursachen

Typische Zahnerkrankungen wie Karies oder Parodontitis, die einen einzelnen Zahn oder Zahnbereich betreffen, sind kein Indiz für allgemein schlechte Zähne. Ein Problem entsteht, wenn Zahnerkrankungen oder Entzündungen unerkannt bleiben oder nicht beziehungsweise zu spät behandelt werden. Dann können sich anfänglich lokale Defekte auf benachbarte Zähne und sogar den gesamten Mundraum ausbreiten. Es entsteht ein regelrechter Kreislauf aus Ursache und Wirkung.

Am häufigsten führen Bakterien im Mund zu schlechten Zähnen. Bei regelmäßiger und nachhaltiger Mundhygiene sind Bakterien nützlich für die erste Aufspaltung von Nahrungsbestandteilen beim Essen. Verzichtet man allerdings auf Zähneputzen oder Zahnreinigung, können sich die Bakterien im Mund vermehren. Auf den Zähnen und in den Zahnzwischenräumen entsteht Zahnbelag (Plaque), der mit entstehenden Säuren sowohl den Zahnschmelz als auch das Zahnfleisch angreift.

Schließlich kommt es zur Bildung von Zahnstein, Zahnfäule, Zahnfleischentzündungen sowie Entzündungen am Zahnhalte-Apparat des Kiefers. Der Zustand schlechter Zähne verschlimmert sich, wenn nicht rechtzeitig eingegriffen wird. Schlechte Zähne sind also eine Folge mangelhafter Mundhygiene, fehlender Zahnreinigung sowie ausbleibender zahnärztlicher Kontrollen.

Ein Verzicht auf den Zahnarztbesuch hat nicht immer mit Faulheit oder fehlendem Verständnis für die Notwendigkeit zu tun. Viele Menschen leiden an einer Zahnarztphobie. Die Ängste sind so stark, dass Betroffene eher Schmerzen und gesundheitliche Belastungen ertragen als den Weg in die Zahnarztpraxis zu wagen. Allein das Bewusstsein, an der psychisch belastenden Situation etwas ändern zu können, ist der erste Schritt zu einem Leben ohne Angst.

Gesundheitliche Folgen

Die Zahnwurzel hat engen Kontakt zu Nerven und Blutgefäßen. Bei schlechten Zähnen aufgrund einer chronischen Zahnfleischentzündung können Bakterien auf diese Weise in den Blutkreislauf gelangen. Die Medizin spricht in diesem Fall von einer „verschleppten Entzündung”: Eine zunächst lokale und behandelbare Erkrankung am Zahn breitet sich im Körper aus.

Ein Plastikherz und ein Stethoskop liegen auf einem EKG-Ausdruck.Die Erreger, ausgelöst durch schlechte Zähne, können das Herz-Kreislauf-System beeinflussen, indem sie Entzündungen an den Gefäßwänden verursachen. Aus diesen zunächst kleinen Defekten kann sich eine Verengung bilden. Bleibt diese unerkannt, kommt es zum Gefäßverschluss und damit zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall. Auch die Lungenfunktion kann durch Bakterien erheblich beeinträchtigt werden. Daraus kann eine Lungenentzündung entstehen.

Das Immunsystem ist nicht nur für die körpereigene Abwehr zuständig. Es besitzt einen engen Bezug zur Gefühlswelt und zum emotionalen Befinden. Schlechte Zähne können als chronische Belastung die Psyche beeinflussen. Zudem nehmen die entstehenden Bakterien Einfluss auf den zerebralen Stoffwechsel und damit die Leistung des Gehirns.

Schlechte Zähne erzeugen nicht nur Schmerzen im Mundraum. Vor allem die Auswirkungen auf das Kiefergelenk, beispielsweise durch ein verändertes Kauverhalten aufgrund von Schonung, können Schmerzzustände auslösen, die in den Kopf, den Nacken, den Rücken bis zu den Knien führen. Auch Migräne ist eine Folge schlechter Zähne.

Weitere gesundheitliche Folgen schlechter Zähne sind Erkrankungen der Harnwege, Erektionsprobleme sowie – im Falle einer Schwangerschaft – Risiken für das ungeborene Kind.

Tipps gegen schlechte Zähne

  • Regelmäßige Besuche und Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt sind der beste Schutz vor schlechten Zähnen. Der Zahnarzt kontrolliert den Zustand der Zähne, kann Erkrankungen frühzeitig erkennen und behandeln. Empfohlen werden zwei Kontrolltermine pro Jahr.
  • Eine vernünftige Zahn- und Mundhygiene schützt vor schlechten Zähnen. Dazu gehört: Morgens und abends die Zähne mindestens zwei Minuten lang putzen. Zahnseide hilft bei der Reinigung der Zahnzwischenräume von Plaque. Nach dem Essen sollten Sie mit dem Zähneputzen mindestens 30 Minuten warten. Bis dahin übernimmt der Speichel die Spülung des Mundraums sowie die Versorgung des Zahnschmelzes mit wichtigen Mineralien.
  • Verwenden Sie zum Zähneputzen fluoridhaltige Zahncreme. Fluorid ist in den in Pasten und Cremes enthaltenen Mengen völlig unbedenklich, schützt aber vor schlechten Zähnen. Auf Zahnpasten, die den Zahn angeblich aufhellen, sollten Sie hingegen verzichten. Sie enthalten Bestandteile, die den Zahnschmelz angreifen.
  • Für das Zähneputzen sollten Sie eine weiche bis mittlere Bürstenhärte wählen. So schonen Sie das Zahnfleisch, vermeiden Verletzungen und somit schlechte Zähne. Denken Sie auch daran, die Zahnbürste nach spätestens drei Monaten zu wechseln.
  • Beim Zähneputzen sollten Sie an den Innenflächen beginnen, erst anschließend geht es auf die Außenflächen. Zudem ist es wichtig, vom Zahnfleisch in Richtung Zähne zu putzen („von Rot nach Weiß“).
  • Nach dem Zähneputzen wirkt eine Mundspülung dem Risiko schlechter Zähne entgegen. Wählen Sie am besten Produkte ohne chemische Zusätze, dafür mit Kräutern oder dem Stoff Xylit.
  • Wenn unterwegs keine Zahnbürste oder Mundspülung vorhanden ist, beugen zuckerfreie Kaugummis der Entstehung schlechter Zähne vor. Sie regen die Speichelproduktion an, die sowohl für die natürliche Mundreinigung, die Neutralisation entstandener Säuren als auch den Aufbau von Zahnschmelz wichtig ist.
  • Die Ursache schlechter Zähne liegt nicht nur am Zahn selbst. Auch die Zunge trägt eine Vielzahl von Bakterien. Diese lassen sich mit einer Zungenbürste oder – noch einfacher – mit der harten Kante eines Teelöffels vorsichtig abschaben und entfernen.
  • Drei rote Äpfel liegen neben Zahnarztutensilien.Eine zahngesunde Ernährung verhindert die Entstehung schlechter Zähne zusätzlich. Reduzieren Sie zu süße oder zu saure Lebensmittel, und putzen Sie nach dem Verzehr solcher Mittel die Zähne. Knackiges Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte regen die Speichelproduktion an und kräftigen Kaumuskulatur und Zahnfleisch.
  • Die Vitamine A, C und D schützen vor schlechten Zähnen. Sie sind vor allem in Paprika, Spinat, Leber, Fisch und Eiern enthalten.
  • Die Mineralstoffe Calcium und Magnesium unterstützen den Aufbau von Knochen und Zähnen. Während Calcium in Milch, Milchprodukten und Eiern steckt, sind Nüsse und Vollkornlebensmittel überaus reich an Magnesium.

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