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Zusatzbeitrag: Viele Kassen halten den Beitrag 2020 stabil

München, 19.12.2019 | 17:18 | mst

Viele Krankenkassen halten ihren Zusatzbeitrag im nächsten Jahr stabil. Rücklagen der Kassen helfen dabei, die steigenden Kosten abzufedern. Spätestens 2021 drohen jedoch Beitragserhöhungen auf breiter Front.

Ein Stethoskop liegt auf einigen 50 Euro Scheinen.Stethoskop auf Geldscheinen: Ihren Zusatzbeitrag halten viele Kassen im nächsten Jahr stabil.
Viele gesetzliche Krankenkassen werden den Zusatzbeitrag im nächsten Jahr nicht erhöhen. So hat die Barmer am Mittwoch mitgeteilt, dass sie ihren Beitragssatz mit einem Zusatzbeitrag von 1,1 Prozent zum vierten Mal in Folge stabil hält.
 
Auch Kassen wie die DAK-Gesundheit (Zusatzbeitrag von 1,5 Prozent), IKK Classic (1,0 Prozent), Audi BKK (0,7 Prozent), BKK firmus (0,44 Prozent), KKH (1,5 Prozent) und die Viactiv Krankenkasse (1,2 Prozent) verändern ihren Zusatzbeitrag nicht. Sämtliche Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) wollen ihren Beitragssatz ebenfalls nicht anpassen.

Nur wenige Kassen haben höhere Beiträge angekündigt

Bislang haben nur einzelne Betriebskrankenkassen kleinere Erhöhungen angekündigt. So erhöht die BKK RWE ihren Zusatzbeitrag auf 1,4 Prozent (plus 0,30 Prozent), die BKK ZF & Partner auf 1,5 Prozent (plus 0,4 Prozent) und die Energie BKK auf 1,46 Prozent (plus 0,36 Prozent).
 
Eine Senkung des Zusatzbeitrags hat für nächstes Jahr derzeit keine Kasse geplant. Die Techniker Krankenkasse (TK) will Ende dieser Woche über ihren Zusatzbeitrag entscheiden.

Durchschnittlicher Zusatzbeitrag von 1,1 Prozent

Das Bundesgesundheitsministerium hatte im Oktober den durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 0,9 auf 1,1 Prozent angehoben. Dies ist allerdings nur eine statistische Größe. Jede Kasse legt den Beitrag abhängig von ihrer finanziellen Lage selbst fest.
 
Einige beschlossene Gesetzesänderungen führen zu höheren Kosten der Kassen – etwa die neu eingeführten Terminservice-Stellen. Allerdings hat sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zum Ziel gesetzt, dass die Kassen ihre angesparten Rücklagen bis auf maximal eine Monatsausgabe abbauen sollen. Dies verhindert ansonsten notwendige Beitragserhöhungen. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Beiträge spätestens 2021 auf breiter Front steigen werden.

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