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Welche Leistungen der privaten Unfallversicherung sind für mich wichtig?

Laut der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) erleiden in der Bundesrepublik Deutschland Hochrechnungen zufolge rund acht Millionen Menschen pro Jahr einen Unfall. Mehr als 70 Prozent der Unfälle ereignen sich während der Freizeit und sind daher nicht über den gesetzlichen Unfallschutz abgesichert.

Ein schwerer Unfall kann anhaltende gesundheitliche Folgen nach sich ziehen, wodurch große finanzielle Belastungen entstehen können. Um sich gegen die finanziellen Folgen einer unfallbedingten Invalidität abzusichern, bietet die private Unfallversicherung folgende Leistungen:

Invaliditätsleistung

❯ Grundsumme: Die Grundsumme, auch als Versicherungs- oder Invaliditätssumme bezeichnet, legt die Berechnungsgrundlage für die Invaliditätsleistung fest. Unsere Experten empfehlen als Grundsumme mindestens das Zwei- bis Dreifache des Bruttogehalts.

❯ Progressionsfaktor: Abhängig vom Invaliditätsgrad, der in der Gliedertaxe des Versicherers festgelegt ist, erhalten Sie einen bestimmten Anteil der Grundsumme. Diese einmalige Geldzahlung können Sie beliebig verwenden, beispielsweise um Ihre Wohnung umzubauen oder eine Erholungsreise zu bezahlen. Die Invaliditätsgrade summieren sich auf maximal 100 Prozent.

Wer beispielsweise einen Sehverlust auf einem Auge erleidet, erhält meist 50 Prozent der Versicherungssumme. Ist zudem die Funktionsfähigkeit des Daumens (20 Prozent) vollständig eingeschränkt, erhöht sich der Invaliditätsgrad auf 70 Prozent. Es ist immer empfehlenswert eine Progression zu vereinbaren. Dadurch erhöht sich die Auszahlung bei einer Invalidität deutlich.

❯ Monatliche Unfallrente: Eine Unfallrente kann optional vereinbart werden. Die meisten Unfallversicherer zahlen ab einem Invaliditätsgrad von 50 Prozent die Unfallrente lebenslang aus. Die Höhe der Unfallrente kann der Versicherungsnehmer selbst bestimmen.

❯ Todesfallsumme: Kommt der Versicherte bei einem Unfall zu Tode, erhalten die Hinterbliebenen die vereinbarte Todesfallleistung. Zudem besteht ein Leistungsanspruch, wenn die versicherte Person innerhalb eines Jahres an den Folgen einer Unfallverletzung verstirbt. Die Todesfallleistung sollte so gewählt werden, dass sie auf jeden Fall die Beerdigungskosten abdeckt.

❯ Krankenhaustagegeld: Der Versicherungsnehmer kann für den Fall eines unfallbedingten Krankenhausaufenthalts ein Krankenhaustagegeld vereinbaren. Die vereinbarte Summe wird für jeden Tag ausbezahlt, den Sie wegen eines Unfalls im Krankenhaus verbringen müssen. Damit können Sie zum Beispiel die Krankenhausgebühr oder die Unterbringungs- und Reisekosten für Familienmitglieder bezahlen.

Wenn Sie keinen Basistarif, sondern einen leistungsstärkeren Tarif wählen, gilt oftmals ein erweiterter Unfallbegriff, sodass auch in folgenden Fällen ein Versicherungsschutz besteht:

  • Unfälle im alkoholisierten Zustand – solange der Blutpromillegehalt eine bestimmte Grenze nicht übersteigt (zum Beispiel 1,1 Promille)
  • Gesundheitsschäden durch Infektionen (zum Beispiel Wundinfektionen oder eine Blutvergiftung)
  • Gesundheitsschäden durch eine erhöhte Kraftanstrengung – zum Beispiel Meniskusschäden, Knochen-, Bauch- oder Unterleibsbrüche.
  • Gesundheitsschäden durch Eigenbewegungen – ausgenommen sind Bandscheiben, Kopf, Lunge, Herz sowie Blutungen der inneren Organe

Mögliche Zusatzleistungen der privaten Unfallversicherung

❯ Such-, Rettungs- und Bergungskosten: Unfallversicherer übernehmen diese unfallbedingten Kosten bis zu einer gewissen Höchstgrenze – manche sogar in unbegrenzter Höhe.
❯ Kosmetische Operationen: Auch die Kosten für unfallbedingte kosmetische Operationen oder sogar Zahnersatz können je nach Tarif bis zu einer bestimmten Höhe vom Versicherungsschutz abgedeckt sein.
❯ Überführungskosten: Ereignet sich ein Unfalltod im Ausland, übernimmt der Versicherer die Kosten für die Überführung ins Heimatland.

Tipp: Viele Versicherungsgesellschaften bieten Familientarife und Kinderunfallversicherungen an. Zudem werden meist auch für Beamte, Senioren und Beschäftigte im öffentlichen Dienst rabattierte Tarife angeboten.

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