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Kinderinvaliditätsversicherung

Eine Krankheit oder ein Unfall im Kindesalter können lebenslange gesundheitliche Beeinträchtigungen nach sich ziehen. Schlimmstenfalls können die Betroffenen keine Berufsausbildung abschließen und später nicht selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen. Mit einer Kinderinvaliditätsversicherung können Eltern sicherstellen, dass ihre Kinder finanziell abgesichert sind.

Die Versicherung springt ein, wenn das Kind aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit schwerbehindert wird. In Deutschland haben laut dem Statistischen Bundesamt rund 152.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren eine Schwerbehinderung (Invaliditätsgrad 50 Prozent und mehr) – jedes Jahr kommen über 14.000 Fälle dazu.

Über 60 Prozent der Fälle von Schwerbehinderungen bei Kindern und Jugendlichen sind auf eine Krankheit zurückzuführen. Im Versicherungsumfang der Invaliditätsversicherung für Kinder sind üblicherweise unter anderem diese Arten von Unfällen und Krankheiten enthalten:

  • Unfälle in der Freizeit oder beim Sportunterricht
  • Verkehrsunfälle
  • Verbrennungen und Verbrühungen
  • Vergiftungen mit Folgeschäden
  • Krebserkrankungen (zum Beispiel Leukämie)
  • Kinderlähmung (Polio)
  • Hepatitis
  • Epilepsie
  • Diabetes
  • allergische Erkrankungen (beispielsweise Bronchialasthma)
  • Multiple Sklerose
  • Hirnhautentzündung (etwa nach einem Zeckenbiss)
  • Nieren-Erkrankungen, die eine Dialyse erfordern

Wichtig: Je nach Tarif können bestimmte Auslöser von Schwerbehinderungen vom Versicherungsschutz ausgenommen sein – zum Beispiel Psychosen, Neurosen sowie Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen.

Demgegenüber dürfen Behinderungen infolge angeborener Krankheiten nicht mehr vom Schutz der Kinderinvaliditätsversicherung ausgeschlossen werden, sofern die Eltern nichts von der angeborenen Krankheit wussten. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden (Aktenzeichen IV ZR 252/06).

Leistungen der Kinderinvaliditätsversicherung

Die Kinderinvaliditätsversicherung leistet in der Regel, wenn das Versorgungsamt einen Grad der Behinderung von 50 Prozent oder mehr bescheinigt. Dabei wird die Auszahlungssumme – im Unterschied zur privaten Unfallversicherung – nicht prozentual an den Grad der Invalidität angepasst, sondern in voller Höhe ausbezahlt.

Beim Abschluss einer Kinderinvaliditätsversicherung kann gewählt werden, ob im Versicherungsfall eine monatliche Rente, eine einmalige Kapitalzahlung oder beides geleistet werden soll.

Tarife mit einer einmaligen Auszahlung sind oft günstiger. Der Vorteil hierbei ist, dass der Versicherer den einmal ausbezahlten Betrag nicht zurückfordert, sollte das Kind den Schwerbehindertenstatus – etwa nach einer erfolgreichen Krebsbehandlung – wieder verlieren. Die Zahlung der monatlichen Rente würde in diesem Fall beendet werden.

Der Vorteil der Invaliditätsrente ist jedoch, dass diese bei Bedarf auch lebenslang jeden Monat ausbezahlt wird. Einem dauerhaft Schwerbehinderten ist somit ein Grundeinkommen sicher, auch wenn seine Eltern irgendwann nicht mehr für ihn sorgen können.

Leistungsstarke Tarife beinhalten zudem ein Reha-Management. Betroffene erhalten dann professionelle Unterstützung – nicht nur bei der medizinischen, sondern auch bei der schulischen/beruflichen und sozialen Rehabilitation.

Wissenswertes zum Abschluss

Die Kinderinvaliditätsversicherung sollte möglichst früh abgeschlossen werden. Denn wenn eine Entwicklungsstörung oder ein Krankheitsverdacht beim Kind auftritt, ist unter Umständen kein Abschluss mehr möglich.

Je nach Gesellschaft kann die Versicherung bereits nach ein paar Lebenswochen oder -monaten abgeschlossen werden. Die Vertragslaufzeit endet meist mit dem 18. Geburtstag, abhängig vom Anbieter ist aber auch ein anderes Alter möglich. Im Erwachsenenalter ist dann die Absicherung über eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu empfehlen.

Tipp: Kann aus finanziellen oder gesundheitlichen Gründen keine Kinderinvaliditätsversicherung abgeschlossen werden, ist eine Kinderunfallversicherung eine gute Alternative. Diese schützt das versicherte Kind bei Unfällen aller Art. Dies ist wichtig, da sich der Großteil der Unfälle in der Freizeit und zu Hause ereignet – dort besteht kein Schutz über die gesetzliche Unfallversicherung.