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Impfschäden in der Unfallversicherung

Die Impfung gegen das Coronavirus hat begonnen. Schwere, gesundheitliche Schäden nach einer Impfung sind selten. Wir erklären, ob die private Unfallversicherung leistet, falls es im Einzelfall dennoch zu einem Impfschaden kommen sollte.

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Die Impfung gegen das Coronavirus

Coronavirus mit KörperzelleDie Impfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 hat weltweit begonnen – auch in Deutschland. In der EU haben derzeit insgesamt vier Impfstoffe eine bedingte Zulassung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA erhalten. Neben einem Impfstoff des Unternehmens Biontech/Pfizer ist ein Mittel des amerikanischen Herstellers Moderna zugelassen. Zudem gibt es Impfstoffe der Produzenten Astrazeneca und Johnson & Johnson.

Bei den Mitteln von Biontech/Pfizer und Moderna handelt es sich um neuartige mRNA-Impfstoffe. Diese enthalten in Form von mRNA-Molekülen die Bauanleitung für ein winziges Teil des Virus – und zwar die Stacheln, die außen an der Hülle des Coronavirus sitzen (Spike-Protein). Damit sollen die körpereigenen Zellen das Virusprotein herstellen und so das Immunsystem trainieren. In das Erbgut des Menschen gelangt das mRNA dabei nicht.

Bei den Vektor-Impfstoffen wird das Genmaterial zur Herstellung des Spike-Proteins in ein harmloses Virus eingesetzt. Dieses Vektorvirus vermehrt sich im Körper nicht und führt auch zu keiner Erkrankung. Das Genmaterial gelangt in die körpereigenen Zellen und lässt diese das Spike-Protein herstellen. Dies löst dann eine Immunreaktion des Körpers aus.

Für die private Unfallversicherung stellt sich die Frage: Leistet die Versicherung auch dann, wenn eine Impfung im Einzelfall zu einem Impfschaden führen sollte?
 

Übersicht: In der EU zugelassene Impfstoffe

* Wirksamkeit laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI). Stand: 05/2021.
Hersteller Impfstoff-
name
Wirk-
prinzip
Wirk­samkeit
Biontech / Pfizer Comirnaty mRNA 95 %
Moderna Covid-19 Vaccine
Moderna
mRNA 95 %
Astrazeneca Vaxzevria Vektor bis zu
80 %
Johnson & Johnson Covid-19 Vaccine
Janssen
Vektor 65 %

Impfschäden und Impfreaktionen

Nach einer Impfung kann es üblicherweise zu Impfreaktionen kommen. Das sind typische, in der Regel harmlose und vorüber­gehende Beschwerden wie etwa Rötungen, Schwellungen oder Schmerzen an der Einstichstelle. Diese Reaktionen sind Folge der erwünschten Immunreaktion des Körpers und klingen meist nach wenigen Tagen vollständig ab.

In sehr seltenen Fällen kann es zu schwerwiegenden Impfkomplikationen kommen. Diese Komplikationen gehen über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinaus und müssen vom Arzt an das Gesundheitsamt gemeldet werden.

Kommt es zu schweren gesundheitlichen Komplikationen, spricht man von einem Impfschaden. Laut dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) müssen die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen dabei über eine übliche Impfreaktion hinausgehen. Auch die Infektion eines Dritten nach einer Impfung mit einem Lebendimpfstoff gilt als Impfschaden.

Impfschaden nach dem Infektionsschutzgesetz (§ 2 IfSG)

Die gesundheitliche und wirtschaftliche Folge einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung durch die Schutzimpfung; ein Impfschaden liegt auch vor, wenn mit vermehrungsfähigen Erregern geimpft wurde und eine andere als die geimpfte Person geschädigt wurde.

Wer nach einer öffentlich empfohlenen Schutzimpfung einen solchen Impfschaden erleiden sollte, hat Anspruch auf eine Entschädigung nach dem Bundesversorgungsgesetz. Dies ist im Infektionsschutzgesetz geregelt (§ 60 IfSG). Hierzu müssen Betroffene einen Antrag beim Versorgungsamt ihres Bundeslandes stellen.

Das Risiko eines Impfschadens

Arzt gibt älterem Patienten eine ImpfungDass es nach einer Schutzimpfung zu schwerwiegenden gesundheitlichen Komplikationen kommt, ist äußerst selten.

Auch die bisherigen Erfahrungen mit den neuartigen Corona-Impfstoffen deuten darauf hin, dass diese grundsätzlich gut vertragen werden. Einige Probanden klagten während der Testphase über leichte Impfreaktionen wie Müdigkeit, Kopf- und Gelenkschmerzen, Fieber oder Rötungen an der Einstichstelle. In seltenen Fällen kam es auch zu stark geschwollenen Lymphknoten in der Achselhöhle (Risiko von rund 1:20.000).

Menschen mit Allergien auf einen Bestandteil der Vakzine waren von den Tests ausgeschlossen worden. Nach der Zulassung ist es in einzelnen Fällen zu einer allergischen Reaktion auf den Biontech-Impfstoff gekommen. Betroffen waren davon aber überwiegend Menschen, die eine Neigung zu starken allergischen Reaktionen hatten.

Hinweise auf Nebenwirkungen von Astrazeneca

Beim Astrazeneca-Impfstoff ist es in einzelnen Fällen zu sehr seltenen Hirnvenen-Thrombosen (Sinusvenen-Thrombosen) gekommen. Dadurch wurde in einzelnen Ländern wie Deutschland die Impfung mit dem Mittel für einige Zeit pausiert. Die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (Stiko) empfiehlt den Impfstoff ohne Einschränkungen jetzt nur noch für Personen ab 60 Jahren. Ob die Komplikationen tatsächlich von der Impfung verursacht wurden, ist allerdings noch nicht geklärt.

Nach Einschätzung von EMA und WHO gilt Astrazeneca nach wie vor als sicher und wirksam. Beide Behörden sehen kein altersspezifisches Risiko und raten bestimmten Altersgruppen daher auch nicht von einer Impfung ab.

Welche seltenen, eventuell schweren Impfschäden darüber hinaus auftreten könnten, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Es besteht daher ein Restrisiko, dessen Höhe sich erst in einigen Monaten genauer beziffern lassen wird, wenn Millionen von Menschen geimpft worden sind. Da das Coronavirus zu schweren Krankheitsverläufen bis hin zum Tod führen kann, überwiegt der Nutzen einer Impfung aber deutlich das vorhandene Restrisiko – gerade für Risikogruppen.

Risiko und Nutzen bei der Masern-Impfung

Für die Masernimpfung kann man Risiko und Nutzen einer Impfung recht genau beziffern. So beträgt das Risiko, dass es nach einer Impfung zu einer Gehirnentzündung kommt, nur 1:1.000.000. Erkrankt man an Masern, liegt das Risiko für eine solche Entzündung dagegen bei 1:1.000. Es ist also rund tausendmal so hoch.

Leistet die Unfallversicherung bei Impfschäden?

Sollte man tatsächlich nach einer Impfung eine gesundheitliche Komplikation erleiden, leisten gute Unfallversicherungen auch für einen solchen Impfschaden. Ob die Versicherung zahlt, hängt dabei vom jeweiligen Tarif ab.

Deckt der Tarif Impfschäden ab, zahlt die private Unfallversicherung, falls es zu dauerhaften Gesundheitsschäden kommt. Der Impfschaden wird dann als Unfall gewertet. Zu welcher Komplikation es dabei genau nach einer Impfung kommt, spielt keine Rolle. Entscheidend ist, dass der Gesundheitsschaden nachweislich durch die Impfung verursacht wurde.

Wie hoch die Leistung der Versicherung ausfällt, hängt neben der vereinbarten Versicherungssumme vom Grad der gesundheitlichen Beeinträchtigung – dem Invaliditätsgrad – ab.

Definition eines Unfalls

In der Unfallversicherung beschreibt man einen Unfall nach der PAUKE-Formel. Ein Unfall ist demnach ein Plötzlich von Außen Unfreiwillig auf den Körper einwirkendes Ereignis, das zu gesundheitlichen Schäden führt. Ohne eine gesonderte Klausel erfüllt eine Schutzimpfung diese Kriterien nicht: Sie erfolgt weder plötzlich noch unfreiwillig und wirkt zudem von innen.

Allerdings kommt es auf die genauen Versicherungsbedingungen an, ob die Unfallversicherung auch Impfschäden nach einer Corona-Impfung abdeckt. Viele Tarife beschränken den Schutz auf ganz bestimmte Schutzimpfungen – zum Beispiel gegen Cholera oder Masern. In den Bedingungen ist dann aufgelistet, für welche Schutzimpfungen der Versicherungsschutz gilt. Ist eine Impfung nicht aufgeführt, wie etwa die neue Corona-Impfung, gibt es auch keinen Schutz.

Damit auch Corona-Impfungen vom Versicherungsschutz abgedeckt sind, sollte der Tarif keine vordefinierte Liste von Infektionskrankheiten beinhalten.

Erkrankung an Covid-19 meist nicht versichert

Eine Erkrankung nach der Infektion mit dem Coronavirus ist nur in Ausnahmefällen versichert. Zwar bieten gute Tarife auch einen Schutz bei Infektionen. Diese sind jedoch – wie bei vielen Klauseln zu Impfschäden – in der Regel aufgeführt und beschränken sich auf bislang bekannte Krankheitsbilder wie FMSE, Gelbfieber, Diphtherie oder Windpocken.

Tarifcheck mit CHECK24

Ob eine private Unfallversicherung für Impfschäden leistet, können Sie im Online-Vergleich der Unfallversicherung von CHECK24 ganz einfach überprüfen. Im Detail-Vergleich wird für jeden Tarif angezeigt, ob er diesen Leistungsbaustein beinhaltet.

Ob der Schutz auf bestimmte Schutzimpfungen beschränkt ist oder auch bei einer Corona-Impfung greifen würde, lässt sich in den Versicherungsbedingungen nachlesen. Haben Sie noch weitere Fragen zu Impfschäden oder anderen Leistungen eines Tarifs? Unsere Experten für die Unfallversicherung helfen Ihnen gerne weiter – rufen Sie uns ganz einfach an oder kontaktieren Sie uns per E-Mail.

Nicht nur aus Angst vor einem Impfschaden eine Police abschließen

Nur wegen der Angst vor einem Corona-Impfschaden sollte keiner eine Unfallversicherung abschließen. Hier sollten Verbraucher sich von Versicherern oder Beratern nicht unnötig ängstigen lassen. Das Risiko dafür ist äußerst gering.

Wer sich vor schweren Erkrankungen fürchtet, sollte zudem über den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung nachdenken. Sie sichert das Einkommen ab, falls man seinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kann – egal, ob nach einem Impfschaden, einer Krankheit oder einem Unfall.


Diese Tarife decken eine Corona-Impfung ab (CHECK24-Vergleich)

* Ab einem Invaliditätsgrad von 20 %.

Stand: 09.04.2021
Tarif Leistung bei
Corona-Impfung
Basler Silber
Basler Gold
Barmenia Basis
Bayerische Unfall-Police OPTIMAL Prestige
Bayerische Unfall-Police OPTIMAL Komfort
die Bayrische Komfort    *
die Bayrische Prestige
GOTHAER Basis
GOTHAER Plus
GOTHAER Premium
HanseMerkur SmartPremium
HKD (Haftpflichtkasse) Einfach Besser Komfort
HKD (Haftpflichtkasse) Einfach Komplett Komfort
HKD (Haftpflichtkasse) Einfach Komplett Premium Plus
Interrisk XXL Maxi
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VHV Smart

Wartezeiten beachten

Einige Tarife leisten für Impfschäden erst nach einer Wartezeit. Erst nach Ablauf dieser Frist – häufig drei Monate – gilt dann der Versicherungsschutz für Impfschäden.

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