Sparen Sie Zeit und übernehmen Sie Daten aus Ihrem Kundenkonto.
Neuer Kunde? Starten Sie hier.
Meine Listen
Merkzettel
Ihr Merkzettel ist leer.
Warenkorb Shopping
Ihr Warenkorb ist leer.
089 - 24 24 11 66 Hilfe und Kontakt
Ihre persönliche Energieberatung
089 - 24 24 11 66
Montag - Sonntag von 8:00 - 22:00 Uhr
Kontaktieren Sie uns gerne per E-Mail.
energie@check24.de

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Alles rund um das Elektroauto

02.08.2019

Diesel-Skandal, Abgasaffäre, Feinstaubausstoß – der gute Ruf von klassischen Benzinern und Dieselautos wurde in den letzten Monaten durch etliche Skandale und Studien erheblich geschädigt. Elektroautos als umweltfreundliche Alternative erfahren hingegen einen immer größeren Boom.

Doch sind sie wirklich so schonend für die Umwelt? Wir haben uns die Ökobilanz der E-Autos einmal genauer angesehen und geprüft, ob sich aus ökologischer Sicht die Investition in elektronisch betriebene Fahrzeuge wirklich lohnt.

Elektroautos als umweltfreundliche Alternative zu Diesel und Benziner?

Elektroautos werden oft als Lösung angeführt für die Klimaprobleme, die durch den Autoverkehr entstehen. Auch die Politik sieht in der zunehmenden Integration von Elektroautos in den Straßenverkehr eine Möglichkeit, die CO2-Emissionen und die Belastung durch Feinstaub zu reduzieren. Die Bundeskanzlerin forderte vor rund zehn Jahren, dass bis zum Jahr 2020 eine Million Elektroautos auf den deutschen Straßen rollen sollten. Dieses durchaus ehrgeizige Regierungsziel musste Merkel jedoch nun revidieren, da der Anteil an Elektroautos in Deutschland, trotz Prämie, aktuell erst bei geringen 0,7 Prozent liegt. Die Umsetzung des geplanten Vorhabens scheint somit äußerst unrealistisch.

Dennoch gibt es gute Gründe, weshalb sich immer mehr Autofahrer für die Anschaffung eines E-Autos entscheiden. Der Ruf, der diesen vorauseilt, ist dabei meist kaufentscheidend: Während Dieselautos als größte Verschmutzer im Straßenverkehr zählen, gelten Elektroautos, die mit Autostrom aus ökologischer Herkunft betrieben werden, als saubere und vor allem umweltschonende Alternative. Aber ist das positive Image der Elektrofahrzeuge wirklich gerechtfertigt? Sind sie tatsächlich umweltfreundlicher als Fahrzeuge mit klassischen Verbrennungsmotoren? Um Aussagen über die Ökobilanz eines Elektroautos treffen zu können, müssen mehrere Faktoren berücksichtigt werden, wie die Produktion und die Strombereitstellung.

Vorfahrt für das E-Auto: Vorteile, die für eine Anschaffung sprechen

Autofahren ohne Emissionen: Betrachtet man ausschließlich die Nutzungsphase von Elektroautos scheinen diese unseren Straßenverkehr zu revolutionieren. So werden sie sogar vom Kraftfahrtbundesamt als durchweg saubere und schadstofffreie Möglichkeit eingestuft, sich mit dem Pkw fortzubewegen – ganz ohne dabei klimaschädliche Treibhausgase oder giftige Stickstoffoxide in die Luft abzugeben. Zudem sind sie im Betriebszustand äußerst leise, sodass sie die innerstädtische Geräuschbelastung nicht noch zusätzlich steigern. Auf der Straße stoßen Elektroautos zwar keine Abgase aus, Kohlendioxid entsteht aber trotzdem bei ihrem Betrieb: Der Strom, der die E-Autos antreibt stammt wiederrum aus Atom-, Wasser- und Kohlekraftwerken und wird nur teilweise durch erneuerbare Energien gewonnen.

Ein aktueller Vorteil, der sich bei dem Kauf eines E-Autos ergibt, besteht darin, dass diese im Straßenverkehr teils bevorzugt behandelt werden. So gibt es mancherorts Bus- und Taxispuren, die auch von Elektroautos genutzt werden dürfen. Auf zahlreichen kostenpflichtigen Parkplätzen in deutschen Städten ist zudem das Parken umsonst, wenn Sie ein E-Auto fahren.

Wo kann ich unterwegs mein Elektroauto aufladen?

Ladestation Elektroauto

In vielen Fällen ist es immer noch am günstigsten, wenn Sie Ihr Elektroauto an einer öffentlichen Ladestation tanken. Wir haben Ihnen zusammengefasst, wie Sie Stromtankstellen finden und welche Ladekarten am besten sind. Immer mehr Anbieter bieten eine Smartphone-App an inklusive Ladekarte, die den Lade- und Bezahlvorgang vereinfachen sollen. In der App wird teilweise auch bereits vor der Ladung der mögliche Preis angezeigt. Aktuell ist der Markt rund um die Ladekarten für Elektroautos sehr unübersichtlich. Die unterschiedlichen Anbieter haben individuelle Vorgehensweisen und es fehlt nach wie vor eine einheitliche Preispolitik.

 

Wo finde ich die nächste öffentliche Ladesäule?

Um die nächste Ladesäule zu finden, können Sie sich Ladesäulenkarten verschiedener Anbieter herunterladen. Bekannte Apps sind unter anderem: Lemnet, Plugsurfing.com, lade.info oder Plugfinder. Viele Übersichtskarten können Sie direkt in das Navigationssystem Ihres Elektroautos importieren. Das interaktive Stromtankstellenverzeichnis goingelectric.de ermittelt noch zusätzlich, wo Sie zum Beispiel gratis tanken oder kostenlos parken können.

 

Wie viele Ladesäulen gibt es?

Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) gibt es in Deutschland bereits 20.700 Ladesäulen, mit denen über 430.000 Elektroautos geladen werden könnten. Die Stromnetze könnten bis zu 13 Millionen Elektroautos bundesweit mit Autostrom versorgen. Obwohl die Infrastruktur für die Elektromobilität schon gut ausgebaut ist, sind aktuell nur etwa 215.000 Elektroautos in Deutschland gemeldet.

 

Wie schalte ich eine Ladesäule frei, um mein Elektroauto zu laden?

Um eine öffentliche Ladesäule freizuschalten, brauchen Sie in den meisten Fällen eine Ladekarte. Es gibt verschiedene Anbieter von Ladekarten. Immer mehr Anbieter bieten auch digitale Lösungen wie Smartphone-Apps an, um den Lade- und Bezahlvorgang zu erleichtern. Flatrate-Angebote und Pauschalpreise sind mittlerweile fast ganz vom Markt verschwunden, da die Anbieter von Ladesäulen seit April 2019 dazu verpflichtet sind, dass die genaue Strommenge, die getankt wurde, einsehbar sein muss.

 

Welche Ladekarte brauche ich?

Es gibt sehr viele verschiedene Anbieter von Ladekarten für Ladestationen von Elektroautos. Es ist nicht auf den ersten Blick erkennbar, für welche Stromtankstellen die Ladekarte gültig ist und ob man auch deutschland- oder sogar europaweit tanken kann. In der folgenden Tabelle finden Sie wichtige Tipps für Ladekarten zusammengefasst.

Ladekarten-Systeme in der Übersicht
Art der Ladekarte Anbieter und Funktionsweise Vorteile
Kostenlose Ladekarte Beim örtlichen Stromanbieter/ Geltungsbereich: Stadtgebiet oder Region

Günstige Preise für Kunden des örtlichen Versorgers

Ladekarte eines Ladeverbund-Netzwerks Netzwerk von Stadtwerken oder Netzbetreibern Große Reichweite der Ladekarte/ Zugang zu über 100.000 Ladesäulen europaweit
Smartphone-App statt Ladekarte Ladesäule wird über App und QR-Code freigeschalten Zugang ohne Ladekarte/ bargeldloses Bezahlen

Verbrauch und Reichweite von Elektroautos

Größere und schwerere Fahrzeuge haben tendenziell natürlich einen höheren Stromverbrauch. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Elektromodellen was Reichweite und Verbrauch anbelangt, sind aktuell noch sehr groß. Die höchste Reichweite hat zurzeit noch nicht unbedingt das energieeffizientes Fahrzeug sondern wird vor allem durch große Batteriekapazitä̈t erreicht. Deshalb scheiden die Tesla-Modelle mit einer Reichweite von 451 Kilometer laut dem ADAC Ecotest im Vergleich zur Konkurrenz am besten ab. Die von ADAC ermittelten Reichweiten variieren bei den verschiedenen Modellen zwischen 112 und 451 Kilometer. Die Fahrezeuge verbrauchen dabei zwischen 14,7 kWh und 28,1 kWh pro 100 Kilometer.

Ein kritischer Blick hinter die Fassade: Die Ökobilanz von E-Autos

Studien, die sich auf die Umweltfreundlichkeit von E-Autos beziehen, kommen hinsichtlich der Ökobilanz zu widersprüchlichen Ergebnissen. In die Analysen wurde der gesamte Lebensweg, von der Produktion über die Nutzungsdauer bis hin zur Entsorgung, miteinbezogen. Eine Studie des deutschen Umweltbundesamtes für Mensch und Umwelt kommt zu der Erkenntnis, dass Elektroautos in ihrer Ökobilanz besser abschneiden als Autos mit Verbrennungsmotoren. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine vergleichbare Studie, die im Auftrag des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft in Österreich durchgeführt wurde. Auch hier fiel die Ökobilanz bei der Betrachtung des gesamten Lebenszyklus bei Elektroautos im Vergleich zu Autos mit Verbrennungsmotoren besser aus.

Laut einer Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg haben E-Autos eine ähnliche Klimabilanz wie Autos mit Verbrennungsmotor, da sie in ihrer Produktion deutlich mehr Energie benötigen: Bei der Herstellung ihrer hochkomplexen Akkumulatoren, entstehen Tonnen von Treibhausgasen, die freigesetzt werden und somit eine große Belastung für unseren Planeten bedeuten – etwa vergleichbar mit den Schadstoffen, die ein herkömmlicher Verbrennungsmotor binnen acht Jahren im Verkehr ausstößt. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher aus Schweden, die anhand einer Metastudie, die im 2017 veröffentlicht wurde, eine negative Klimabilanz hinsichtlich der Produktion feststellen konnten.

Die Studien sind sich weitgehend darin einig, dass die Klimabilanz für die Produktion bei Elektroautos eher negativ ausfällt, allerdings hat das Elektroauto basierend auf den Ergebnissen einer ICCT-Studie spätestens nach drei Jahren Nutzungsdauer den Diesel oder Benziner in seiner Klimabilanz überholt.

Umweltschädliche Lithium-Batterien im Elektroauto

Die Batterien für E-Autos sind aus mehreren Gründen äußerst bedenklich. Neben dem wasserintensiven Abbau von Lithium wird bei ihrer Produktion zudem auf den Rohstoff Cobalt zurückgegriffen. Auch diese Ressource ist nur begrenzt verfügbar, sodass ihr Abbau sich äußerst aufwendig gestaltet – auf Kosten der Natur. Viele der Rohstoffe stammen zudem aus China oder der Demokratischen Republik Kongo, wo bei der Förderung nicht nur Menschenrechte verletzt werden, sondern auch die Umwelt durch die Verschmutzung von Flüssen und Böden zunehmend zerstört wird.

Ein weiteres Problem, das Sie bedenken müssen, wenn Sie mit dem Gedanken spielen, sich ein E-Auto anzuschaffen, ist die Frage, wohin im Anschluss mit der Batterie? Lithium kann bisher nicht recycelt werden. Viele Wissenschaftler und Experten arbeiten zwar an einer Möglichkeit, die Akkus von Elektroautos wiederzuverwenden, doch so weit ist die Forschung bisher noch nicht. Es muss sich zukünftig also noch einiges in der Batterietechnik ändern, damit ein umweltfreundliches Recyclingverfahren umgesetzt werden kann.

Strom-Mix beim E-Auto Betrieb: Ökostrom ist Bedingung

Während ihrer Nutzungsdauer gelten Elektroautos zwar als schadstofffrei, Kohlendioxid wird aber indirekt dennoch bei ihrem Betrieb produziert: So stammt der Strom, der die E-Autos antreibt, teilweise aus Atom-, Wasser- und Kohlekraftwerken, die Energie weder ressourcenschonend noch klimaneutral gewinnen und zudem teils durchaus gefährlich für unsere Gesundheit sind. Vor allem das für die Energieerzeugung genutzte Schwermetall Uran ist aufgrund seiner Strahlung hierbei mehr als bedenklich und wirft immer wieder die Frage nach geeigneten Lagerorten für den anfallenden Atommüll auf.

Studien, die sich rein auf die Nutzungsdauer von elektronisch betriebenen Fahrzeugen fokussiert haben, wie eine Studie des deutschen Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, zeigen, dass der Treibhausgasausstoß bei der Berücksichtigung des deutschen Strommix, vergleichsweise geringer ausfallen. Zum selben Ergebnis kamen Wissenschaftler der Universität Brüssel in einer Studie zur Nachhaltigkeit der Elektromobilität im Straßenverkehr, die im Auftrag des Nachhaltigkeits-Instituts Transport & Environment (T&E) durchgeführt wurde. Wie viel geringer der Emissionsausstoß eines Elektroautos gegenüber einem Auto mit Verbrennungsmotor ausfällt, richtet sich laut der Studie nach dem Strommix eines jeweiligen Landes.

Steigt der Anteil erneuerbarer Energien in Zukunft an und nimmt im Gegenzug die klimabelastende Energiegewinnung in Atom-, Wasser- sowie Kohlekraftwerken ab, wird auch der Betrieb der Elektroautos bald schon deutlich umweltfreundlicher. Je mehr Ökostrom von Elektroautos genutzt wird, umso besser ist schließlich auch deren Ökobilanz.

Vor- und Nachteile von Elektrofahrzeugen im Überblick

Vorteile

  • Elektrofahrzeuge fahren emissionsfrei
  • Geringe Lautstärke
  • Energieeffizientes Fahren
  • Teilweise bevorzugte Behandlung im Straßenverkehr und mancherorts gebührenfreies Parken

Nachteile

  • Umweltbelastende und knappe Rohstoffe beim Herstellungsprozess notwendig
  • Das Lithium in den Akkus kann bisher nicht recycelt werden
  • Negative Ökobilanz beim Herstellungsprozess

Fazit: E-Motoren können zur Zukunft der Mobilität werden

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass bei Elektrofahrzeugen insbesondere während der Nutzungsdauer ihr umweltfreundliches Potenzial zur Geltung kommt. Im Stadtverkehr sind E-Autos aus Klimasicht bereits heute die deutlich überlegenere Alternative aufgrund ihrer hohen Energieeffizienz, da beim Bremsen Energie in die Batterie zurückfließt. Damit elektrobetriebene Fahrzeuge in Zukunft im gesamten Straßenverkehr umweltfreundlicher im Vergleich zu Autos mit Verbrennungsmotoren sind, benötigen wir deutlich mehr Ökostrom aus regenerativen Quellen, wie zum Beispiel durch Wasser- und Windkraftanlagen.

Beim Produktionsprozess von Elektrofahrzeugen zeigt sich dagegen eher eine negative Bilanz im Vergleich zu Autos mit Verbrennungsmotoren. Besonders der Einsatz von umweltbelastenden Materialien in der Herstellungsphase ist hier mit ein Hauptproblem. Die Politik und die Autohersteller müssen sich um Alternativen zu Cobalt und Lithium sowie um neue Methoden des Recyclings bemühen.
Findet die Energiewende wie geplant statt und läuft die Produktion von E-Autos in Zukunft mit erneuerbaren Energien und mit rohstoffeffizienten Produktionsweisen, können die Elektromodelle zu der umweltfreundlichen Alternative im gesamten Straßenverkehr werden, für die sie jetzt schon gehalten werden.

Falls Sie nicht dazu bereit sind auf ein Elektroauto umzusteigen, können Sie auch von Zuhause aus etwas für die Umwelt tun und beispielsweise zu einem Ökostromtarif wechseln.


CHECK24 Energieexpertin Johanna Röttig Johanna Röttig
CHECK24 Energieexpertin
Kundenbewertungen
CHECK24 Energievergleich
4.8 / 5
16.552 Bewertungen
(letzte 12 Monate)