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Heizen mit der Wärmepumpe

04.09.2019

Der Anteil an Wärmepumpen in Deutschland steigt: 2019 wurden in 43 Prozent der Neubauten Wärmepumpen verbaut. Damit nimmt die Wärmepumpe hinter Gas-Brennwertgeräten Platz 2 unter den beliebtesten Heizungssystemen in Neubauten ein. Wärmepumpen sind energieeffizient, umweltfreundlich und haben geringe Betriebskosten. Wenn auch Sie sich für eine Wärmepumpe interessieren, erfahren Sie hier, was Sie beachten müssen und wie Sie einen günstigen Tarif für Wärmepumpenstrom finden.

Was kostet eine Wärmepumpe?

Luftwärmepumpen kosten je nach Ausstattung und Aufstellungsort zwischen 10.000 bis 14.000 Euro. Hinzu kommen Installationskosten von 500 bis 2.000 Euro aus. Aufgrund des höheren Stromverbrauchs sind die Betriebskosten in Höhe von rund 1.000 Euro anzusetzen. Erdwärmepumpen kosten zwischen 8.000 und 12.000 Euro. Besonders hoch sind hier die Installationskosten, die zwischen 3.000 und 13.000 Euro liegen können. Dafür liegen die Betriebskosten der Erdwärmepumpe nur zwischen 400 und 500 Euro pro Jahr. Wasserwärmepumpen kosten in der Anschaffung zwischen 8.000 und 16.000 Euro. Die Erschließungskosten können 5.000 bis 9.000 Euro betragen. Die jährlichen Betriebskosten liegen zwischen 500 bis 800 Euro.

Vorteile der Wärmepumpe

Vorteile einer Wärmepumpe auf einen Blick:

  • Klimafreundliches und effizientes Heizen
  • Geringere monatliche Heizkosten
  • Geringe Wartungskosten
  • Eine Wärmepumpe kann auch zum Kühlen genutzt werden

Geringe Betriebskosten der Wärmepumpe

Der große Vorteil einer Wärmepumpe liegt auf der Hand: Luftwärmepumpen und Erdwärmepumpen nutzen die Energie aus der Luft, aus dem Boden oder aus dem Wasser. Um diese Energie in Wärme umzuwandeln, wird zwar Strom benötigt, die Wärmepumpe kommt also nicht ganz ohne zugeführte Energie aus. Das Verhältnis an zugeführter Energie zur Umgebungsenergie liegt ungefähr bei eins zu vier. Das heißt, im Vergleich zu anderen Heizsystemen muss man für eine Wärmepumpe sehr wenig Energie zukaufen. Man kann also mit einer Wärmepumpe viel Energie sparen. Ein weiterer Pluspunkt: Eine Wärmepumpe ist nahezu wartungsfrei. Das heißt, auch die Wartungskosten sind viel geringer als bei anderen Heizarten.

Heiz- und Kühlsystem in einem

Sie hätten auch gern eine Klimaanlage, doch scheuen den hohen Energieverbrauch? Eine Wärmepumpe bietet den Vorteil, dass mit ihr auch gekühlt werden kann - sie ist also Heizung und Kühlsystem in Einem.

Wärmepumpen sind energieeffizient

Seit September 2015 müssen auch Heizgeräte und Warmwasserbereitung mit dem EU-Effizienzlabel gekennzeichnet werden. Dieses kennen Verbraucher bereits von Geräten wie Kühlschränken, Waschmaschinen oder Staubsaugern. An diesen Energielabeln wird sichtbar: In Sachen Energieeffizienz liegt die Wärmepumpe an der Spitze – nur sie erreicht die höchsten Effizienzklassen A+++ bzw. A++.


Eine Wärmepumpe ist gut fürs Klima

Gleichzeitig ist die Wärmepumpe eine der klimafreundlichsten Arten zu heizen. Denn die Wärmepumpe benötigt keine fossilen Brennstoffe – insbesondere, wenn sie mit Ökostrom betrieben wird. Damit ist sie CO2-arm, im Gegensatz etwa zu Öl- oder Gasheizungen.

Wärmepumpe: energieeffizientes Heizen

Lohnt sich für mich die Anschaffung einer Wärmepumpe?

Eine Wärmepumpe reduziert die laufenden Energiekosten, da sie weitaus weniger Strom verbraucht als etwa eine Nachtspeicherheizung oder eine Öl- oder Gasheizung. Auch in einem Passivhaus kann eine Wärmepumpe zum Einsatz kommen. Natürlich müssen die Einsparungen mit den Anschaffungskosten ins Verhältnis gesetzt werden. Nicht für jeden lohnt sich eine Wärmepumpe, dies hängt von vielen Faktoren ab.


Hilft bei der Frage nach der Wirtschaftlichkeit: Die Jahresarbeitszahl

Als eine recht gute Methode zu prüfen, ob die Anschaffung einer Wärmepumpe wirtschaftlich ist, hat sich die Berechnung der Jahresarbeitszahl bewährt. Diese Zahl gibt das Verhältnis zwischen benötigter Energie und produzierter Heizwärme an. Für die Berechnung der Jahresarbeitszahl werden die Werte über einen Zeitraum von einem Jahr berücksichtigt. Sie ist also mehr als nur eine Momentaufnahme.

Fachmann zu Rate ziehen

Es empfiehlt sich, die Abschätzung der Wirtschaftlichkeit mit einem Fachmann zu besprechen. Dieser kann Sie ausführlich über verschiedenste Faktoren aufklären, die die Wärmepumpe beeinflussen können und mit Ihnen gemeinsam überlegen, ob und welcher Typ von Wärmepumpe für Ihr Zuhause infrage kommt.

Diese Fragen sollten vor Anschaffung einer Wärmepumpe geklärt werden

Wie sind Ihre finanziellen Möglichkeiten?

Wärmepumpentypen unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich der Anschaffungskosten. Wenn Ihnen mehr Startkapital zur Verfügung steht, kann es sich lohnen, in eine teurere Pumpe zu investieren, die sich jedoch durch eine höhere Energieeffizienz auszeichnet und bei der die Wartungskosten geringer ausfallen.

Wo kann die Wärmepumpe aufgestellt werden?

Auch der Platz, der Ihnen für die Aufstellung Ihrer Wärmepumpe zur Verfügung steht, spielt eine Rolle. Denn gerade die beliebten Luftwärmepumpen sind sehr groß und können bis zu 300 Kilogramm schwer sein. Das heißt, es muss nicht nur ausreichend Platz zur Verfügung stehen, auch der Zugang muss gegeben sein. Denn die Wärmepumpe zur Innenaufstellung wird vom Hersteller montiert geliefert und kann nicht erst am Aufstellungsort zusammengebaut werden.

Zudem muss der Aufstellraum weitere Voraussetzungen erfüllen, etwa ein solides Fundament aufweisen und so angelegt sein, dass überirdische Luftein- und Auslässe sowie ein Kondensatablauf verlegt werden können. Darüber hinaus sollte es in dem Raum nicht zu warm werden. Gibt es in Ihrem Zuhause keinen geeigneten Raum für die Aufstellung einer Wärmepumpe, ist auch eine Außenaufstellung oder eine gesplittete Aufstellung möglich.

Alternative zur Aufstellung im Keller: Die Außenaufstellung

Gerade wenn es sich nicht um einen Neubau handelt, wird die Wärmepumpe oftmals im Freien aufgestellt. Auch hier müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden. So ist auch im Außenbereich ein stabiles Fundament unabdingbar für die Wärmepumpe. Zu beachten ist, dass die Kosten für die Außenaufstellung etwas über den Kosten für die Innenaufstellung liegen. Die Kosten steigen mit zunehmendem Abstand der Pumpe zum Haus. Wenn die Wärmepumpe draußen aufgestellt wird, müssen Leitungen für das Kältemittel verlegt werden. Die Leitungen sind wärmeisoliert und werden etwa einen Meter unter der Erde verlegt.

Gesplittete Aufstellung

Eine dritte Möglichkeit ist die Aufsplittung der Wärmepumpe. Das heißt, ein Teil wird drinnen, ein anderer draußen aufgestellt. Beide Einheiten sind durch die Kältemittelleitungen verbunden. Split-Wärmepumpen sind in der Regel kostengünstiger als Kompaktwärmepumpen und lassen sich leichter montieren. Die Jahresarbeitszahl von Splitwärmepumpen ist jedoch in der Regel geringer. Je länger die Kältemittelleitung ist, desto geringer ist die Effizienz der Wärmepumpe. Deshalb ist es von Vorteil, die Außeneinheit möglichst nah am Haus aufzustellen.

Welche Heizungsart möchten Sie mit Ihrer Wärmepumpe verbinden?

Wie soll die Wärme, die Ihre Wärmepumpe erzeugt, abgegeben werden? Bevorzugen Sie Fußbodenheizungen oder klassische Heizkörper? Experten empfehlen meist die Verbindung mit einer großflächigen Heizung, also klassischerweise einer Fußbodenheizung. Auch Wand- oder Deckenheizungen sind gut geeignet. Der Hintergrund ist, dass Wärmepumpen umso effizienter sind, je niedriger die benötigte Vorlauftemperatur ist. Und diese ist bei Flächenheizungen sehr gering.
Dennoch: Auch die Verwendung klassischer Heizungen ist möglich. Wenn Sie beispielsweise moderne Heizkörper besitzen, können diese mit der Wärmepumpe verbunden werden. Das heißt, Sie müssen Ihre Heizkörper nicht unbedingt austauschen, um effizient mit einer Wärmepumpe zu heizen.
Nach all diesen Vorüberlegungen folgt die entscheidende Frage: Welche Art von Wärmepumpe ist für Sie die beste Lösung? Im nächsten Teil unseres Wärmepumpen-Ratgebers stellen wir Ihnen die verschiedenen Wärmepumpenarten vor.

Funktionsweise der Wärmepumpe

Wärmepumpe: Der Wärmepumpenkreislauf

Die Wärmepumpe nutzt Umgebungswärme zum Heizen, zum Beispiel die Erdwärme. Bei der Wärmepumpentechnik wird das Prinzip des Kühlschranks umgedreht: Ein Kühlschrank leitet Wärme von innen nach außen, eine Wärmepumpe von außen nach innen. Die Umgebungswärme wird in die Wärmepumpe eingeführt. Über einen Wärmetauscher, den sogenannten Verdampfer, wird sie auf ein Kältemittel übertragen. Ein Kompressor verdichtet das Kältemittel, das sich dabei stark erhitzt. Die so entstandene Wärme wird über einen zweiten Wärmetauscher, den sogenannten Verflüssiger, an das Heizsystem abgegeben. Dabei kühlt das Kältemittel ab und wird flüssig. Schließlich strömt das Kältemittel über ein Expansionsventil zurück zum Verdampfer. Hier beginnt der Prozess von vorne.

Fördermöglichkeiten für die Wärmepumpe

Wer seine Heizung in einem Altbau durch eine Wärmepumpe ersetzen möchte, wird vom Staat bei den Kosten unterstützt. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gewährt Zuschüsse von mindestens 1.500 Euro für eine Luftwärmepumpe und mindestens 4.500 Euro für eine Erdwärmepumpe. Die exakte Höhe des Zuschusses hängt von der Leistung Ihrer Wärmepumpe und der Jahresarbeitszahl ab. In Neubauten werden Wärmepumpen seit 01.01.2021 nicht mehr gefördert. Hier sind nur noch Förderungen im Rahmen eines  KfW-Programms für energieeffizientes Bauen und Sanieren möglich. Die sogenannte Innovationsförderung entfällt. Darüber hinaus gibt es je nach Bundesland verschiedene Förderprogramme für Wärmepumpen. Anlaufstelle ist jeweils die Landesförderbank. In unserem Ratgeber Energieeffizient bauen und sanieren erhalten Sie mehr Informationen zu Fördermöglichkeiten für Wärmepumpen.

Wärmepumpe: Angebot einholen und prüfen

Die Installation Ihrer Wärmepumpe

Sind alle Fragen zu Wirtschaftlichkeit und Machbarkeit geklärt, kann es endlich losgehen. Am besten holen Sie Angebote von mehreren Fachbetrieben ein und vergleichen sie. Wichtig ist immer, dass Sie mit dem Experten zusammen einen Ortstermin vereinbaren, denn nur so kann eine realistische Einschätzung erfolgen.

Haben Sie den Wärmepumpenpartner Ihres Vertrauens gefunden, folgt die Erschließung der Wärmepumpe, die Erstellung des Fundaments und weitere Schritte wie etwa die Errichtung eines Kanalsystems. Ist die Wärmepumpe schließlich installiert, muss unbedingt eine exakte Konfiguration durch den Experten erfolgen. Nur so ist die optimale Effizienz garantiert.

Zu guter Letzt: Heizstromtarif abschließen

Damit die Betriebskosten Ihrer Wärmepumpe möglichst gering ausfallen, sollten Sie einen speziellen Heizstromtarif abschließen. Inzwischen haben viele Stromversorger die gesonderten Tarife für Wärmepumpen im Angebot. Mit ihnen lässt sich kräftig sparen. Einen Überblick über die an Ihrem Wohnort verfügbaren Wärmestromtarife erhalten Sie mit dem CHECK24-Heizstromvergleich.

Wichtige Daten für den Tarifvergleich

Haben Sie die fehlenden Angaben ergänzt, sehen Sie die möglichen Tarifangebote für Wärmestrom. Jetzt können Sie sich in aller Ruhe Ihr Wunschangebot heraussuchen. Anschließend bietet es sich an, direkt online zu wechseln, denn es fehlen nur wenige Angaben und Klicks. Ergänzen Sie die nötigen persönlichen Angaben – den Rest übernimmt üblicherweise der neue Anbieter für Sie. Daneben kann auch das richtige Heizverhalten die Heizkosten noch einmal deutlich senken. Tipps finden Sie in unserem Ratgeber Heizkosten sparen.

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