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Naturgefahrenreport 2016: Sturm-, Hagel- und Starkregenschäden kosten Versicherer knapp 2,6 Milliarden Euro

München, 6.10.2016 | 10:23 | che

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat am Donnerstag seinen alljährlichen Naturgefahrenreport veröffentlicht. Insgesamt 2,6 Milliarden Euro mussten deutsche Versicherer für Sturm, Hagel- und Starkregenschäden leisten. Das bedeutet einen Anstieg von rund 600 Millionen Euro gegenüber 2014. Ein einziger Sturm war für ein Drittel aller Schäden verantwortlich.

Ein Baum ist durch einen Sturm auf ein Gebäude gestürztSturm- und Hagelschäden haben 2015 drastisch zugenommen.
Für 1,9 Milliarden Euro kamen Wohngebäude- und Hausratversicherer auf. Dabei verursachten Stürme und Hagelschauer Schäden in Höhe von 1,8 Milliarden Euro, Elementargefahren wie Hochwasser etwa 100 Millionen Euro. Die restlichen Schäden in Höhe von knapp 700 Millionen Euro wurden von den Kfz-Versicherern übernommen.

In der Schadensbilanz der Sachversicherer waren vor allem Stürme, bei den Kfz-Versicherern Hagelschäden für die hohen Schadenssummen verantwortlich. Allein der Wintersturm „Niklas“ verursachte Gebäudeschäden in Höhe von 750 Millionen Euro. Insgesamt stieg die Gesamtzahl der Sturm- und Hagelschäden gegenüber dem Jahr 2014 um 75 Prozent an.

Wohngebäudeversicherer allein leisten 1,24 Milliarden Euro

Insbesondere in den Monaten April und Juli kamen deutsche Wohngebäudeversicherer für Schäden auf, die durch Sturm und Hagel verursacht wurden. Die Schadensbilanz der beiden Monate belief sich auf rund 525 Millionen Euro. Aber auch in den anderen Monaten wurden Schäden in Millionenhöhe beglichen.

Wohngebäudeversicherung: Monatliche Schadenregulierung 2015 für Sturm/Hagel in Millionen Euro
Quelle: GDV, Naturgefahrenreport 2016 (*Zeitpunkt der Schadensmeldung entscheidend)

Risiko durch Naturgefahren hat in den letzten Jahren zugenommen – Tendenz steigend

2016 belaufen sich die Schäden durch die Unwetterserie im Frühjahr bereits auf 1,2 Milliarden Euro – und das Jahr ist noch nicht zu Ende. Durch den Klimawandel werden die Naturkatastrophen weiter zunehmen. Eine im Juli veröffentlichte Klima-Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) prognostiziert einen Anstieg allein von Hochwasserschäden auf durchschnittlich 2,5 Milliarden Euro jährlich – Sturmschäden noch nicht mitgerechnet.

Steigende Schäden seien jedoch kein Naturgesetz, so Alexander Erdland, Präsident des GDV. „Wir müssen alle Möglichkeiten nutzen, damit Menschen und ihr Hab und Gut nicht zu Schaden kommen. Verstärkte Information, zielgerichtete Prävention und individueller Versicherungsschutz sind dafür unerlässlich.“ Das Klimaschutzabkommen von Paris sei außerdem ein wichtiger Schritt, um den Klimawandel zu stoppen, so Erdland weiter.

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