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Nachhaltige Energieversorgung: Was ist Ökostrom?

Nachhaltigkeit spielt für viele Verbraucher eine wichtige Rolle. Nicht nur bei Ernährung oder Kleidung kann man bewusst zu nachhaltigen Produkten greifen – auch bei der Energieversorgung hat man die Möglichkeit, durch einen Wechsel zu einem Ökostromtarif Ressourcen zu schonen.

Doch was genau bedeutet eigentlich Ökostrom? Der Begriff ist gesetzlich nicht definiert. Üblicherweise handelt es sich um elektrische Energie, die aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt wird, beispielsweise aus Wind- und Wasserkraft, Sonnenenergie und Biomasse. Weil bei der Stromerzeugung keine fossilen Energieträger benutzt werden, entstehen keine CO2-Emissionen - mit Ausnahme der Biomasse. Diese Energieträger wie Holz oder Biogas verbrennen aber dennoch CO2-neutral, weil sie in den natürlichen Kohlenstoffkreislauf eingebunden sind und nur so viel CO2 freisetzen, wie die Pflanzen während ihres Wachstums aufgenommen haben. Manche Ökostromanbieter und manche Ökostromsiegel erlauben allerdings auch einen gewissen Anteil von Strom aus besonders sauberen und effizienten Gas-Heizkraftwerken. Diese setzen zwar noch klimaschädliches CO2 frei - allerdings würde das Gas zu Heizzwecken ohnehin verbrannt. Weil die Stromerzeugung nur ein Nebenprodukt ist, entstehen dadurch keine zusätzlichen Emissionen, außerdem sind moderne Gaskraftwerke sparsamer und effizienter als andere konventionelle Kraftwerke.

Wie viel Ökostrom wird in Deutschland produziert?

Deutscher Strommix: Stromerzeugung in Deutschland

Der Anteil der erneuerbaren Energien am deutschen Strommix steigt. Aktuell liegt der Anteil der erneuerbaren Energien an der Bruttostromerzeugung bei 33 Prozent. Aus welchen Quellen Strom erzeugt wurde, ist an der Steckdose nicht zu erkennen. Verbraucher, die einen Ökostromtarif wählen, beziehen ihre elektrische Energie weiterhin über das normale Stromnetz, in das alle verschiedenen Kraftwerksarten einspeisen. Physikalisch gesehen erhalten daher auch alle Stromverbraucher denselben Strommix.

Die Umwelt gewinnt dennoch, wenn ein Kunde einen Ökotarif wählt: Denn für seinen Verbrauch muss der Stromanbieter Ökostrom ins Netz einspeisen. Wenn also mehr Verbraucher grünen Strom bestellen, steigt dessen Anteil im Netz und wir benötigen weniger Strom aus fossilen Energiequellen oder Kernkraftwerken. So konnte der Anteil der erneuerbaren Energien am deutschen Strommix in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt werden.

Ökostrom: Welche Quellen gibt es?

Fast ein Drittel des in Deutschland erzeugten Stroms stammt mittlerweile aus erneuerbaren Energiequellen. Den größten Anteil haben dabei Windkraftanlagen. 36 Prozent unseres Ökostroms wird in Windkraftanlagen erzeugt. Hinzu kommen die Windräder vor Deutschlands Küsten, die rund sieben Prozent unseres Ökostroms stellen – Tendenz steigend.

Aus Biomasse stammen 24, aus Solarenergie 20 Prozent unseres Ökostroms. Wasserkraftanlagen stellen 11 Prozent des grünen Stroms. Auch der Hausmüll zählt als erneuerbare Energiequelle, denn durch die Verbrennung von Abfällen entstehen immerhin drei Prozent unseres Grünstroms.

Mit nachhaltigem Ökostrom die Energiewende voranbringen

Wer dazu beitragen möchte, dass der Ökostromanteil am deutschen Strommix weiter steigt, sollte einen Ökostromanbieter wählen, der auch in neue grüne Erzeugungsanlagen investiert. Solche nachhaltigen Ökostrom-Angebote erkennt man an Gütezeichen wie dem „Grüner Strom Label“ oder dem „ok-power-Label“. Sie werden von unabhängigen Vereinen vergeben und verlangen neben der Stromerzeugung aus regenerativen Energiequellen, dass der Stromanbieter den Bau neuer Ökokraftwerke voranbringt. Im Stromrechner können Nutzer gezielt nach nachhaltigem Ökostrom suchen und so die Energiewende aktiv unterstützen.

Ökostrom ist dabei nicht teurer als herkömmlicher Strom. Eine aktuelle Auswertung von CHECK24 in den 50 größten deutschen Städten hat ergeben, dass nachhaltiger Ökostrom im Schnitt 20 Prozent günstiger ist als die örtliche Grundversorgung.

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