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Gebrauchtwagenkauf Schritt für Schritt

  1. Suche
  2. Besichtigung
  3. Kauf
  4. Versicherung
  5. Überführung
  6. Zulassung

1. Schritt: Auto suchen

Gebrauchtwagen suchenNeben Ihren persönlichen Vorlieben – etwa hinsichtlich einer bestimmten Automarke – spielt der vorrangige Einsatzzweck eine entscheidende Rolle. Eingrenzen sollten Sie auch das Fahrzeugalter und die Motorart.

Je detaillierter Sie die Anforderungen definieren, desto stärker schränken Sie natürlich auch die Zahl der in Frage kommenden Gebrauchtwagen ein.

Diese finden Sie zum Beispiel auf Gebrauchtwagenbörsen im Internet und bei Autohäusern in Ihrer Umgebung.

Worauf sollte ich achten?

  • Wie viel Platz soll der neue Wagen bieten?
  • Für welche Einsatzzwecke ist der Pkw gedacht (Alltagsauto, Zweitwagen)?
  • Fahre ich eher Lang- oder Kurzstrecke (Diesel oder Benziner)?
  • Brauche ich bestimmte Extras (z.B. Klimaanlage, Anhängerkupplung, niedrige Ladekante)?
  • Wie alt soll der Pkw maximal sein?

So grenzen Sie die Auswahl auf wenige Pkw-Modelle ein.

Kauf von Privat oder Kfz-Händler?

Die Suche über Gebrauchtwagen-Plattformen im Internet können Sie nach Marke, Modell, Preis, Farbe, PS-Zahl, Alter, Kilometer, Standort des Fahrzeugs und weiteren Faktoren filtern und verfeinern. Auf großen Portalen wie autoscout24.de und mobile.de inserieren sowohl Privatpersonen als auch Händler ihre Autos.

Ortsansässige Pkw-Händler bieten den Vorteil, infrage kommende Fahrzeuge ohne Umstände zu begutachten und Probe zu fahren.

Das Durchstöbern der Verkaufsanzeigen im Ortsblatt verspricht hingegen heutzutage meist keinen großen Erfolg mehr.

2. Schritt: Auto besichtigen

Gebrauchtwagen besichtigenBesichtigen Sie mehrere Gebrauchte des gleichen Typs. CHECK24 empfiehlt das Vier-Augen-Prinzip. Am besten ist ein Kfz-Experte dabei.

Die Fahrzeugunterlagen sollten möglichst vollständig sein. Nehmen Sie den Wagen gründlich unter die Lupe. Fragen sollte der Verkäufer plausibel beantworten können.

Ob der Pkw einwandfrei funktioniert und Ihnen das Fahrverhalten zusagt, zeigt eine Probefahrt.

Habe ich alle Dokumente?

Die Fahrzeughistorie sollte lückenlos nachvollziehbar sein. Lassen Sie sich deshalb die Fahrzeugdokumentation zeigen:

  • Fahrzeugpapiere (Zulassungsbescheinigung I und II)
  • Service-Heft Reparaturrechnungen
  • TÜV- und HU-Bescheinigungen

Aus den Service-Belegen geht auch hervor, ob der auf dem Tacho angezeigte Kilometerstand stimmt. Auch ein etwaiger „Wartungsstau” – etwa ein überfälliger Zahnriemenwechsel – fällt so auf.

Vergleichen Sie die in den Papieren angegebene Fahrzeug-Identifikationsnummer (Vehicle Identification Number VIN) mit jener am Fahrzeug. Sie finden den Zahlen-Buchstaben-Code je nach Modell entweder im Motorraum oder auf einem Schild im Bereich der Windschutzscheibe.

Wie sieht das Auto aus?

Auf welche Macken Sie bei einem bestimmten Automodell achten sollten, können Sie anhand von Testberichten herausfinden. Am besten machen Sie sich im Vorfeld der Besichtigung eine kurze Checkliste.

Auch als Auto-Laie können Sie die Begutachtung selbst vornehmen – bei Tageslicht, versteht sich. Vorschäden können Sie an abweichenden Spaltmaßen, unterschiedlichen Lacktönen oder Dellen an den Felgen leicht selbst erkennen. Gespachtelte Stellen entlarven Sie mit einem Magneten, den Sie ans Blech der Karosserie halten.

Stutzig sollten Sie bei einem blitzblanken Motorraum werden. Wurde kurz vor der Besichtigung eine Motorwäsche gemacht, um z.B. einen Verlust von Betriebsstoffen zu kaschieren? Fragen Sie hier ruhig kritisch beim Verkäufer nach.

Schauen Sie, soweit möglich, auch unter den Wagen. Grobe Mängel wie zerrissene Achsmanschetten, Öl am Unterboden, Rostlöcher in den Schwellern oder ein kaputter Auspuff sind leicht aufzuspüren.

Der Innenraum sollte dem Alter und Kilometerstand des Autos entsprechen.

  • Wie sehen Lenkrad, Pedalgummis, Kupplungshebel und Sitzbezüge aus?
  • Passen die Abnutzungsspuren zu den Angaben?

Wie fährt sich das Auto?

Bei einer Probefahrt bekommen Sie ein Gefühl für den Wagen. Machen Sie die Probefahrt, wenn möglich, ohne den Verkäufer. Dann werden Sie nicht abgelenkt.

Nehmen Sie sich Zeit und fahren Sie sowohl innerorts als auch Landstraße und Schnellstraße/Autobahn. So erleben Sie das Fahrverhalten des Autos in alltäglichen Verkehrssituationen.

Achten Sie auf diese objektiven Eindrücke:

  • Zieht der Motor?
  • Greifen die Bremsen?
  • Gibt die Lenkung ausreichend Rückmeldung?
  • Funktionieren alle Systeme einwandfrei?
  • Sind Teile lose, gebrochen, klappert etwas, hören Sie sonst merkwürdige Fahrzeuggeräusche?

Sie sollen sich lange an dem Gebrauchten erfreuen und bei der Fahrt wohlfühlen. Deshalb sind auch subjektive Eindrücke wichtig:

  • Wie ist die Rundumsicht?
  • Sitzen Sie bequem?
  • Fühlen Sie sich sicher?
  • Kommen Sie gut mit den Instrumenten zurecht?

Wie ist der technische Zustand?

Eine unabhängige Expertenmeinung zum Zustand des Fahrzeuges können Sie bei einer Prüforganisation (z.B. KÜS, TÜV, DEKRA) oder einer zertifizierten Kfz-Werkstatt einholen. Die Gebühr für die technische Bewertung beträgt rund 100 Euro.

3. Schritt: Auto kaufen

Gebrauchtwagen kaufenSagt Ihnen ein bestimmter Gebrauchtwagen zu, können Sie in die Preisverhandlung gehen.

Egal, ob der Pkw von einer Privatperson oder einem Händler verkauft wird: Ein finanzieller Spielraum ist fast immer vorhanden.

Sind Sie sich mit dem Verkäufer einig, werden alle Details im Kaufvertrag festgehalten. Unterschiede gibt es hier vor allem bei den Garantie- und Gewährleistungspflichten des Verkäufers.

Kann ich den Preis verhandeln?

Bei der Besichtigung und Probefahrt entdeckte Mängel können sich bei der Verhandlung mit dem Verkäufer preismindernd auswirken.

Versuchen Sie außerdem, weitere Extras und Rabatte herauszuholen.

Beispiele sind:

  • Satz zusätzliche Reifen/Felgen
  • Dachbox/Fahrradträger
  • erste Inspektion inklusive Öl- und Pollenfilterwechsel
  • Verlängerung der Gewährleistung auf eine zweijährige Garantie
  • kostenlose Zulassung und Überführung

Lassen Sie sich bei der Kaufentscheidung Zeit. Weitere Kaufinteressenten oder der Spezialpreis, der nur heute gilt, sollten Sie nicht in Bedrängnis bringen.

Wo finde ich Kaufverträge?

Einen passenden Kfz-Kaufvertrag zum Ausdrucken finden Sie bei CHECK24. Sie benötigen zwei Exemplare: eines für sich, das andere für den Verkäufer.

Sind Sie sich handelseinig geworden, gilt folgende Regel: Geld nur gegen Fahrzeugpapiere (Zulassungsbescheinigung Teil I und II) sowie alle weiteren Unterlagen und die Aushändigung aller Fahrzeugschlüssel.

Bekomme ich Garantie?

Beim Gebrauchtwagenkauf kommt es darauf an, ob Sie den Pkw von einer Privatperson oder einem Selbstständigen/Gewerbetreibenden/Händler erwerben.

Beim Kauf von privat kaufen Sie das Auto wie gesehen. Eine Gewährleistung oder Garantie gibt es nicht.

Ein Händler hingegen haftet für zwölf Monate nach dem Kaufdatum im Rahmen der Sachmängelhaftung für einen nicht von Ihnen selbst verursachten Mangel am Pkw. Diese gesetzliche Gewährleistung kann vertraglich um eine Garantie erweitert/verlängert werden.

Bei einem jungen Gebrauchten besteht oft noch eine Herstellergarantie. Bei Kia beispielsweise beträgt diese grundsätzlich sieben Jahre ab der Erstzulassung.

Autohersteller bieten meist auch eine Verlängerung ihrer Garantiefristen an. Es kann sich für Sie als Käufer also lohnen, beim Verkäufer danach zu fragen und eine Garantieverlängerung zu vereinbaren.

Vorsicht: Diese muss/sollte der Verkäufer noch vor dem Verkauf an Sie beim Hersteller beantragen. Bei einigen Autobauern ist eine solche Garantieverlängerung auch nur für den Erstbesitzer möglich.

4. Schritt: Auto versichern

Gebrauchtwagen versichernFür die Anmeldung/Ummeldung des Gebrauchtwagens auf Ihren Namen bei der Zulassungsstelle Ihres Wohnortes müssen Sie sich zuvor um die Kfz-Versicherung für das Fahrzeug kümmern.

Bei der Wahl der Kfz-Versicherungsgesellschaft sind Sie ganz frei, da es sich für Sie um eine Neuanmeldung handelt.

Profitieren Sie hier von günstigen Angeboten im Kfz-Versicherungsvergleich von CHECK24. Alle Tarife können Sie gleich online abschließen.

Welche Kfz-Versicherung brauche ich?

Die Kfz-Haftpflicht ist Vorschrift. Erweiterten Schutz bieten eine:

  • Teilkaskoversicherung

Diese deckt Schäden am Pkw ab, die nicht durch Ihr Verschulden entstehen.

  • Vollkaskoversicherung

Diese empfiehlt sich bei jungen oder teuren Gebrauchtwagen. In der Vollkasko ist die Teilkasko immer mit enthalten. Darüber hinaus sind selbst verschuldete Schäden am versicherten Pkw, Vandalismusschäden sowie Schäden infolge von Verkehrsunfallfluchten Unbekannter versichert.

Was ist die eVB-Nummer?

Die elektronische Versicherungsbestätigungsnummer benötigen Sie für die Zulassung.

Die eVB-Nummer ist für die Zulassungsbehörde der Nachweis, dass für das Auto die gesetzlich vorgeschriebene Kfz-Haftpflichtversicherung besteht. Den siebenstelligen Code erhalten Sie vom Kfz-Versicherer nach Abschluss des Vertrages umgehend übermittelt - per SMS oder E-Mail.

5. Schritt: Auto überführen

Gebrauchtwagen überführenSteht der Gebrauchtwagen in der Nähe, können Sie ihn direkt zulassen.

Muss der Pkw zu Ihnen nach Hause überführt werden, gibt es mehrere Möglichkeiten:

  1. auf eigener Achse (nur erlaubt mit gültiger HU, gültigem Kennzeichen und Zustimmung des Vorbesitzers)
  2. per Hänger
  3. mit Überführungskennzeichen/Kurzzeitkennzeichen

6. Schritt: Auto zulassen

Gebrauchtwagen zulassenFür die Anmeldung oder Ummeldung eines gebrauchten Autos ist immer die jeweilige Zulassungsbehörde Ihres (Erst-)Wohnsitzes zuständig.

Kaufen Sie das gebrauchte Fahrzeug über ein Autohaus oder beim einem Kfz-Händler, übernimmt der Verkäufer oftmals den gesamten Prozess der Anmeldung des Autos gegen einen entsprechenden Unkostenbeitrag.

Wenn Sie die Zulassung selbst erledigen, erfahren Sie im Folgenden alles Wissenswertes für den erfolgreichen Gang auf die Zulassungsstelle.

Wo finde ich die Zulassungsstelle?

Lassen Sie den Pkw selbst zu, müssen Sie sich an die richtige Zulassungsbehörde wenden. Für die An- oder Ummeldung eines Autos ist die jeweilige Zulassungsbehörde Ihres (Erst-)Wohnsitzes zuständig.

Welche Behörde die Zulassung vornimmt, ist nicht bundeseinheitlich geregelt. Die Zulassung ist unter anderem angegliedert beim:

  • Ordnungsamt
  • Landratsamt
  • Bürgerbüro
  • Kreisverwaltungsreferat

Beachten Sie, dass der Andrang auf Zulassungsstellen meist recht hoch und deshalb mit längeren Wartezeiten zu rechnen ist. Sie ziehen dort eine Nummer und müssen warten, bis diese aufgerufen wird und Ihr Anliegen am Schalter bearbeitet wird.

Zahlreiche Zulassungsbehörden bieten mittlerweile eine Online-Terminreservierung an. Dieser Service ist kostenlos. Wenn Sie sich rechtzeitig um einen Termin kümmern, können Sie die Zulassung im Normalfall ohne Wartezeit zu Ihrem Wunschtermin (im Rahmen der Öffnungszeiten) erledigen.

Welche Unterlagen brauche ich?

  • Ihren Personalausweis oder Reisepass mit Meldebestätigung
  • Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief), Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein)
  • Nachweis einer gültigen Hauptuntersuchung
  • eVB-Nummer
  • gegebenenfalls eine Feinstaubplakette
  • bei abgemeldeten Fahrzeugen eine Abmelde- oder Stilllegebescheinigung
  • Kennzeichen

Sie können auch einen Zulassungsservice mit den Formalitäten beauftragen. In der Regel ist das Auto dann innerhalb eines Werktages auf Ihren Namen zugelassen. Wenn Sie sich für diese Variante entscheiden, müssen Sie dem Dienstleister eine schriftliche Vollmacht ausstellen.

Was kostet mich die Zulassung?

Die Gebühren für die An-/Ummeldung eines Gebrauchtwagens betragen zirka:

Stand April 2017
Vorgang Kosten
Neuzulassung (abgemeldetes Fahrzeug) 25 €
Umschreibung innerhalb des Zulassungsbezirkes 20 €
Umschreibung aus einem anderen Zulassungsbezirk 20 €

 

Wie und wo bekomme ich Kennzeichen?

Ihre Pkw-Kennzeichenkennung nach dem Ortskürzel (z.B. „M” für München) können Sie selbst wählen, sofern die Kombination noch frei ist (mehr dazu auf der Seite zum Wunschkennzeichen).

Ist Ihnen die Kennung vorab bekannt, können Sie die beiden benötigten Kennzeichen fürs Auto bereits vor dem Zulassungstermin bei einem Schilderdienst vor Ort anfertigen lassen. Entsprechende Angebote gibt es auch online, der Versand erfolgt in aller Regel innerhalb von 24 Stunden nach der Bestellung.

Haben Sie keine Wunschkennung, wird Ihnen beim Zulassungsvorgang bei der Behörde eine freie Kombination zugeteilt.

Erkundigen Sie sich vorher, ob in der Nähe der Zulassungsstelle ein Schilderdienst ist. Die Zulassungsplakette fürs Nummernschild wird Ihnen bei der Zulassungsstelle nämlich nicht ausgehändigt. Diese darf nur ein Mitarbeiter aufkleben.

Alternativ können Sie auch die bisherigen Kfz-Kennzeichen des Gebrauchtwagens übernehmen. Das gilt inzwischen deutschlandweit. Damit sparen Sie sich die Kosten für die Anfertigung neuer Kennzeichen.

Hinweis: Trotz gewissenhafter Recherche kann die Richtigkeit und Aktualität der Angaben nicht garantiert werden.