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Gebrauchtwagenkauf Schritt für Schritt

Lesezeit 6 Min.

  1. Suche
  2. Besichtigung
  3. Kauf
  4. Versicherung
  5. Überführung
  6. Zulassung

1. Schritt: Auto suchen

Gebrauchtwagen suchenNeben Ihren persönlichen Vorlieben – etwa hinsichtlich einer bestimmten Automarke – ist der Einsatzzweck wichtig. Eingrenzen sollten Sie auch das Fahrzeugalter und die Motorart. Eine wesentliche Frage ist auch: Was darf der Pkw maximal kosten?

Je detaillierter Sie die Anforderungen definieren, desto stärker schränken Sie die Zahl der in Frage kommenden Gebrauchtwagen ein.

Diese finden Sie zum Beispiel auf Gebrauchtwagenbörsen im Internet und bei Autohäusern in Ihrer Umgebung.

Worauf sollte ich achten?

  • Wie viel Platz soll der neue Wagen bieten?
  • Für welche Einsatzzwecke ist der Pkw gedacht (Alltagsauto, Zweitwagen)?
  • Fahre ich eher Lang- oder Kurzstrecke (Diesel oder Benziner)?
  • Brauche ich bestimmte Extras (z.B. Klimaanlage, Anhängerkupplung, niedrige Ladekante)?
  • Wie alt soll der Pkw maximal sein?

So grenzen Sie die Auswahl auf wenige Pkw-Modelle ein.

Kauf von Privat oder Kfz-Händler?

Die Suche über Gebrauchtwagen-Plattformen im Internet können Sie nach Marke, Modell, Preis, Farbe, PS-Zahl, Alter, Kilometer, Standort des Fahrzeuges und weiteren Faktoren filtern und verfeinern. Auf großen Portalen wie autoscout24.de und mobile.de inserieren sowohl Privatpersonen als auch Händler ihre Autos.

Ortsansässige Pkw-Händler bieten den Vorteil, infrage kommende Fahrzeuge ohne Umstände zu begutachten und Probe zu fahren.

Das Durchstöbern der Verkaufsanzeigen im Ortsblatt verspricht hingegen heutzutage meist keinen großen Erfolg mehr.

2. Schritt: Auto besichtigen

Gebrauchtwagen besichtigenBesichtigen Sie mehrere Gebrauchte des gleichen Typs. CHECK24 empfiehlt das Vier-Augen-Prinzip. Am besten ist ein Kfz-Experte dabei.

Die Fahrzeugunterlagen sollten möglichst vollständig sein. Nehmen Sie den Wagen gründlich unter die Lupe. Fragen sollte der Verkäufer plausibel beantworten können.

Ob der Pkw einwandfrei funktioniert und Ihnen das Fahrverhalten zusagt, zeigt eine Probefahrt.

Sind alle Dokumente vorhanden?

Die Fahrzeughistorie sollte lückenlos nachvollziehbar sein. Lassen Sie sich deshalb die Fahrzeugdokumente zeigen:

  • Fahrzeugpapiere (Zulassungsbescheinigung I und II)
  • Service-Heft mit Reparaturrechnungen
  • TÜV- und HU-Bescheinigungen

Aus den Service-Belegen geht hervor, ob der auf dem Tacho angezeigte Kilometerstand stimmt. Auch ein „Wartungsstau” – etwa ein überfälliger Zahnriemenwechsel – fällt so auf.

Vergleichen Sie die in den Papieren angegebene Fahrzeug-Identifikationsnummer (Vehicle Identification Number VIN) mit jener am Fahrzeug. Sie finden den Zahlen-Buchstaben-Code je nach Modell entweder im Motorraum oder auf einem Schild im Bereich der Windschutzscheibe.

Wie sieht das Auto aus?

Auf welche Macken Sie bei einem bestimmten Automodell achten sollten, können Sie anhand von Testberichten herausfinden. Am besten machen Sie sich vor der Besichtigung eine Checkliste.

Auch als Auto-Laie können Sie die Begutachtung selbst vornehmen. Vorschäden können Sie etwa an abweichenden Spaltmaßen und unterschiedlichen Lacktönen erkennen. Gespachtelte Stellen entlarven Sie mit einem Magneten, den Sie ans Blech der Karosserie halten.

Stutzig sollten Sie bei einem blitzblanken Motorraum werden. Wurde kurz vor der Besichtigung eine Motorwäsche gemacht, um einen undichten Motor zu kaschieren? Fragen Sie in diesem Fall kritisch beim Verkäufer nach.

Schauen Sie, soweit möglich, auch unter den Wagen. Grobe Mängel wie zerrissene Achsmanschetten, Öl am Unterboden, Rostlöcher oder ein kaputter Auspuff sind leicht aufzuspüren.

Der Innenraum sollte dem Alter und Kilometerstand des Autos entsprechen.

  • Wie sehen Lenkrad, Pedalgummis, Kupplungshebel und Sitzbezüge aus?
  • Passen die Abnutzungsspuren zu den Angaben?

Wie fährt sich das Auto?

Machen Sie die Probefahrt, wenn möglich, ohne den Verkäufer. Dann werden Sie nicht abgelenkt.

Achten Sie darauf:

  • Zieht der Motor?
  • Greifen die Bremsen?
  • Ist die Lenkung ohne Spiel?
  • Funktionieren alle Systeme einwandfrei?
  • Sind Teile lose, gebrochen, klappert etwas, hören Sie sonst merkwürdige Fahrzeuggeräusche?

Eine unabhängige Expertenmeinung zum Zustand des Fahrzeuges können Sie bei einer Prüforganisation (z.B. KÜS, TÜV, DEKRA) oder einer zertifizierten Kfz-Werkstatt einholen. Die Gebühr für die technische Bewertung beträgt rund 100 Euro.

Auch diese Eindrücke sind wichtig:

  • Wie ist die Rundumsicht?
  • Sitzen Sie bequem?
  • Fühlen Sie sich sicher?
  • Kommen Sie gut mit den Instrumenten zurecht?

3. Schritt: Auto kaufen

Gebrauchtwagen kaufenSagt Ihnen ein Gebrauchtwagen zu, geht es in die Preisverhandlung. Ein finanzieller Spielraum ist fast immer vorhanden.

Lassen Sie sich bei der Kaufentscheidung Zeit. Weitere Kaufinteressenten oder der nur heute gültige Spezialpreis sollten Sie nicht in Bedrängnis bringen.

Sind Sie sich mit dem Verkäufer einig, werden alle Details im Kaufvertrag festgehalten. Unterschiede gibt es hier vor allem bei den Garantie- und Gewährleistungspflichten des Verkäufers.

Wo finde ich einen Kaufvertrag?

Einen Kfz-Kaufvertrag zum Ausdrucken finden Sie bei CHECK24. Sie benötigen zwei Exemplare: eines für sich, das andere für den Verkäufer.

Sie bezahlen und bekommen dafür das Auto, die Fahrzeugpapiere (Zulassungsbescheinigung Teil I und II) sowie alle weiteren Unterlagen und Fahrzeugschlüssel.

Bekomme ich Garantie?

Beim Gebrauchtwagenkauf kommt es darauf an, ob Sie den Pkw von einer Privatperson oder einem Selbstständigen/Gewerbetreibenden/Händler erwerben.

Beim Kauf von privat kaufen Sie das Auto wie gesehen. Eine Gewährleistung oder Garantie gibt es nicht.

Ein Händler hingegen haftet für zwölf Monate nach dem Kaufdatum im Rahmen der Sachmängelhaftung für einen nicht von Ihnen selbst verursachten Mangel am Pkw. Diese gesetzliche Gewährleistung kann vertraglich um eine Garantie erweitert beziehungsweise verlängert werden.

Bei einem jungen Gebrauchten besteht oft noch eine Herstellergarantie. Bei Kia beispielsweise beträgt diese grundsätzlich sieben Jahre ab der Erstzulassung.

4. Schritt: Auto versichern

Gebrauchtwagen versichernFür die Anmeldung oder Ummeldung des Gebrauchtwagens auf Ihren Namen bei der Zulassungsstelle Ihres Wohnortes müssen Sie sich zuvor um die Kfz-Versicherung für das Fahrzeug kümmern.

Bei der Wahl der Kfz-Versicherungsgesellschaft sind Sie frei, da es sich für Sie um eine Neuanmeldung handelt.

Profitieren Sie von günstigen Angeboten im Kfz-Versicherungsvergleich von CHECK24. Alle Tarife können Sie gleich online abschließen.

Welche Kfz-Versicherung brauche ich?

Die Kfz-Haftpflicht ist Vorschrift. Erweiterten Schutz bieten eine Teilkasko- oder Vollkaskoversicherung.

Was ist die eVB-Nummer?

Die elektronische Versicherungsbestätigungsnummer (eVB-Nummer) ist bei der Zulassung der Nachweis, dass das Auto versichert ist. Den siebenstelligen Code erhalten Sie vom Kfz-Versicherer nach Abschluss des Vertrages umgehend übermittelt - per SMS oder E-Mail.

5. Schritt: Auto überführen

Gebrauchtwagen überführenSteht der Gebrauchtwagen in der Nähe, können Sie ihn direkt zulassen.

Muss der Pkw zu Ihnen nach Hause überführt werden, gibt es mehrere Möglichkeiten:

  1. auf eigener Achse (nur erlaubt mit gültiger HU und gültigem Kennzeichen am Auto)
  2. mit Überführungskennzeichen/Kurzzeitkennzeichen
  3. auf einem Hänger

6. Schritt: Auto zulassen

Gebrauchtwagen zulassenKaufen Sie das gebrauchte Fahrzeug über ein Autohaus oder bei einem Kfz-Händler, übernimmt oftmals der Verkäufer die Anmeldung des Autos gegen einen entsprechenden Unkostenbeitrag.

Wenn Sie die Zulassung selbst erledigen, erfahren Sie hier alles Wissenswertes für den erfolgreichen Gang auf die Zulassungsstelle.

Wo finde ich die Zulassungsstelle?

Lassen Sie den Pkw selbst zu, müssen Sie sich an die richtige Zulassungsbehörde wenden. Für die An- oder Ummeldung eines Autos ist die jeweilige Zulassungsbehörde Ihres (Erst-)Wohnsitzes zuständig.

Welche Behörde die Zulassung vornimmt, ist nicht bundeseinheitlich geregelt. Die Zulassung ist unter anderem angesiedelt beim:

  • Ordnungsamt
  • Landratsamt
  • Bürgerbüro
  • Kreisverwaltungsreferat

Beachten Sie, dass der Andrang auf Zulassungsstellen meist recht hoch und deshalb mit längeren Wartezeiten zu rechnen ist.

Termin reservieren

Zahlreiche Zulassungsbehörden bieten eine Online-Terminreservierung an.

Welche Unterlagen brauche ich?

  • Ihren Personalausweis oder Reisepass mit Meldebestätigung
  • Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief), Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein)
  • Nachweis einer gültigen Hauptuntersuchung
  • eVB-Nummer
  • bei abgemeldeten Fahrzeugen eine Abmelde- oder Stilllegebescheinigung
  • Kennzeichen

Zulassungsservice

Sie können auch einen Zulassungsservice mit den Formalitäten beauftragen. In der Regel ist das Auto dann innerhalb eines Werktages auf Ihren Namen zugelassen. Wenn Sie sich für diese Variante entscheiden, stellen Sie dem Dienstleister eine schriftliche Vollmacht aus.

Was kostet die Zulassung?

Die Gebühren für die An-/Ummeldung eines Gebrauchtwagens betragen etwa:

Stand April 2019
Vorgang Kosten
Neuzulassung (abgemeldetes Fahrzeug) 25 €
Ummeldung innerhalb des Zulassungsbezirkes 20 €
Ummeldung aus einem anderen Zulassungsbezirk 20 €

Wie und wo bekomme ich Kennzeichen?

Kennzeichen fertigen Schilderdienste an. Meist gibt es mindestens einen Betrieb direkt bei der Zulassungsstelle.

Wenn Sie Nummernschilder online bestellen, reservieren Sie sich vorher ein Wunschkennzeichen(Service kostet 5 Euro). Das hat den Vorteil, dass Sie die Kennzeichen zur Anmeldung gleich dabei haben und die Zulassungsplakette sofort aufgeklebt werden kann.

Ansonsten wird Ihnen bei der Zulassung eine freie Kombination zugeteilt. Sie besorgen daraufhin die Kennzeichen und kommen mit diesen noch einmal für die Plakette zurück.

Sind diese Informationen hilfreich?

Hinweis: Trotz gewissenhafter Recherche kann die Richtigkeit und Aktualität der Angaben nicht garantiert werden.