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Fragen und Antworten Schufa beim Girokonto - was Verbraucher wissen sollten

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Ein Girokonto wird immer auch in der Schufa vermerkt. So weit, so gewöhnlich. Doch warum fragen Banken bei der Beantragung bei der Schufa an, wie lange stehen Einträge in der Akte und welchen Einfluss hat ein Girokonto auf die Bonität? Wir beantworten diese Fragen und erklären den Sonderfall Basiskonto.
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Was passiert vor und nach einer Girokontoeröffnung bei der Schufa? Foto: Stockwerk/Fotolia

Wer einen Kredit aufnimmt, erhält einen Schufa-Eintrag. Das wissen viele Verbraucher. Doch auch bei der Beantragung eines Girokontos fragen Banken bei der Auskunftei nach der Bonität und teilen ihr anschließend die erfolgreiche Eröffnung mit. Wir erklären, warum das passiert und beantworten auch die Fragen, die Kunden unseren Girokonto-Beratern häufig stellen: Welche Einträge vermerkt die Schufa bei der Girokontoeröffnung und wie lange bleiben diese in der Akte stehen? Außerdem erläutern wir den Einfluss von Girokonten auf den Bonitätsscore bei der Schufa und welche Sonderrolle das Basiskonto hat.

Warum fragen Banken den Schufa-Score überhaupt ab?

Wenn Verbraucher ein Girokonto eröffnen, erhalten sie in den meisten Fällen einen Dispokredit. Wie hoch der verfügbare Kreditrahmen ist, hängt vom Einkommen und der Bonität des Kunden ab. Der Kontoinhaber erhält durch den Dispokredit die Möglichkeit, seinen Kontostand zu überziehen und Geld auszugeben, das er in dem Moment nicht besitzt. In diesem Fall geht die Bank ein Risiko ein, dass sie möglicherweise das geliehene Geld nicht zurückerhält.

Dieses Risiko will die Bank verringern und informiert sich deshalb vorher bei der Schufa über den neuen Kunden. Ist der Kunde in der Vergangenheit seinen Zahlungsverpflichtungen fristgerecht nachgekommen? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass er in Zukunft ein vertrauenswürdiger Kunde ist? Die Bank ist in diesem Fall berechtigt, die Informationen einzuholen, weil sie ein Ausfallrisiko trägt, wenn sie Kunden einen Dispokredit einräumt. Die Schufa schützt laut eigener Aussage dadurch die Banken vor Verlusten und den Verbraucher vor Überschuldung. Wichtig zu wissen: Die Schufa entscheidet nicht darüber, ob Verbraucher das Girokonto erfolgreich eröffnen können, sondern immer die jeweilige Bank. Der Schufa-Score dient ihr dabei lediglich als Entscheidungshilfe.

Die Bank könnte mit der Information über einen niedrigen Score beispielsweise wie folgt umgehen: Der Kunde erhält das Girokonto, ihm wird aber nur ein geringeres Kreditlimit gewährt. Eine andere Möglichkeit ist, dass die Bank dem Kunden keine Kreditkarte ausgibt.

Was gilt für die Sonderfälle Basiskonto und Guthabenkonto?

Wer ein sogenanntes Basis- oder Jedermann-Konto beantragt, muss bestimmte Bedingungen erfüllen. Unter anderem hat er nur Anspruch auf das Basiskonto, wenn er nicht bereits ein Zahlungskonto mit grundlegenden Funktionen führt. Banken müssen aus diesem Grund bei der Schufa nachfragen, ob bereits ein Zahlungskonto für den Kunden gespeichert ist. Sowohl Anfrage als auch Meldungen zu Basiskonten beeinflussen den persönlichen Schufa-Score nicht. Anfragen werden für ein Jahr gespeichert. Das Basiskonto selbst ist in der Akte so lange vermerkt, bis der Kontoinhaber es kündigt und die Bank den Eintrag löschen lässt.

Neben dem Basiskonto, auf das jeder einen Rechtsanspruch hat, gibt es weitere Konten, die als sogenanntes Guthabenkonto geführt werden. Zum Beispiel spezielle Konten für Jugendliche. Solche Konten eröffnen Banken in der Regel, ohne vorher die Bonität bei der Schufa abzufragen. In wenigen Einzelfällen geht die Bank auch bei einem Guthabenkonto ein gewisses Kreditrisiko ein, zum Beispiel wenn sie Kunden bei der Girocard einen kleinen Disporahmen in Höhe von 200 Euro gewährt oder Kontoführungsgebühren verlangt. In diesen Ausnahmefällen fragt das Institut die Schufa an.

Welche Daten erhalten Banken, wenn sie anfragen?

Branchenscore: Die Schufa ordnet jedes Unternehmen einer bestimmten Branche zu. So erfahren Banken nur den branchenspezifischen Score, den die Auskunftei für Banken erstellt hat. Mobilfunkanbieter oder Energieunternehmen erhalten beispielsweise ebenfalls jeweils einen branchenspezifischen Score. Die Banken erhalten bei ihrem Branchenscore die Punktzahl, Ratingstufe, Erfüllungswahrscheinlichkeit beziehungsweise Risikoquote des Verbrauchers.

Negativmerkmale wie eine nicht länger als drei Jahre zurückliegende Privatinsolvenz/Restschuldbefreiung

Kreditanfragen, die in den vergangenen zehn Tagen vorgenommen wurden

Wie kommt der Schufa-Score zustande?

Die Schufa erhält die Daten für die Scoreberechnung von Unternehmen, bei denen ein Verbraucher Kunde ist, sowie aus öffentlichen Verzeichnissen und amtlichen Bekanntmachungen. Zu den Vertragspartnern der Schufa gehören Banken, Sparkassen, Genossenschaftsbanken, Kreditkarten- und Leasingunternehmen. Zusätzlich liefern unter anderem Versandhändler, Energieversorger, Telekommunikationsunternehmen der Schufa Daten über ihre Kunden. Anhand dieser Daten berechnet die Schufa für jeden Verbraucher einen sogenannten Basisscore und verschiedene Branchenscores. Fragt eine Bank bei der Schufa an, erhält sie nur Informationen über den Bankenscore des Verbrauchers. Beim Abschluss eines Mobilfunkvertrags hingegen würde der Anbieter nur Auskunft über den Telekommunikationsscore erhalten.

Ausgehend vom Scorewert kalkuliert die Schufa für jeden Verbraucher eine Erfüllungswahrscheinlichkeit. Verbraucher bieten ein „sehr geringes Risiko“, die Zahlung nicht zu erfüllen, wenn die Schufa sie zwischen 97,5 und 100 Prozent einstuft. Zwischen 95 und 97,5 Prozent haben Verbraucher ein „geringes bis überschaubares Risiko“, zwischen 90 und 95 Prozent ein „zufriedenstellendes bis erhöhtes Risiko“ und unter 90 Prozent ein „deutlich erhöhtes bis hohes Risiko“, die noch zu zahlende Summe nicht zu begleichen. Die Banken schätzen die Werte jeweils individuell nach ihren eigenen Kriterien ein.

Welche Daten erfasst die Schufa bei der Eröffnung eines Girokontos?

Hat der Kunde erfolgreich das Girokonto eröffnet, hinterlegen Banken diese Information bei der Schufa. In der Akte stehen anschließend das Datum des Eintrags, die Bank, die Kontonummer und gegebenenfalls eine dazugehörige Kreditkarte. Je nach Bank ist auch die Höhe des bewilligten Dispokredits vermerkt.

Welchen Einfluss haben diese Daten auf den Bonitätscore?

Die Frage lässt sich nicht abschließend beantworten. Wenn Kunden in ihrer Schufa-Akte ein Girokonto haben, wirkt sich das auf den Score in der Regel nicht negativ aus. Unklar ist jedoch, ob sich bereits zwei zeitgleich laufende Girokonten negativ auf den Bonitätscore auswirken. Die Schufa legt ihre Formel zur Ermittlung der Scores von Verbrauchern nämlich nicht offen. Dies bemängelten vor einem Jahr die Initiatoren des Projekts „Open Schufa“. Journalisten von Spiegel und Bayerischem Rundfunk werteten nach einem öffentlichen Aufruf Schufa-Auskünfte von rund 2.000 Verbrauchern anonym aus. Ein Ergebnis der nicht repräsentativen Untersuchung war, dass Bankkunden mit mehreren Girokonten in der Rückzahlwahrscheinlichkeit tendenziell schlechter eingestuft wurden als andere Verbraucher.

Eine mögliche Begründung dafür könnte die potenzielle Nutzung des Dispokredits sein. Wenn ein Verbraucher mehrere Girokonten führt, stehen ihm nicht selten auch mehrere Dispokredite zur Verfügung. Er könnte beispielsweise Bank A 2.000 Euro durch den Dispokredit schulden, bei Bank B sein Konto mit 3.500 Euro überzogen haben. Ob der Verbraucher tatsächlich seine Konten überzieht, weiß die Schufa nicht. Auf Nachfrage von CHECK24 heißt es von der Auskunftei, dass die Banken keine Informationen über genutzte Dispokredite melden. Allerdings: Zahlt ein Kunde nach zweimaliger Mahnung der Bank die Summe des Dispokredits bis zur angegebenen Frist nicht, macht die Bank eine sogenannte „fällige und mehrfach angemahnte Forderung“ geltend, die sie der Schufa mitteilt. Diese Forderung wiederum beeinflusst die Bonitätsbewertung negativ.

Kennt die Schufa meinen Kontostand?

Wer als Verbraucher hin und wieder mit dem Kontostand im Minus ist, muss keinen negativen Eintrag fürchten. Denn die Schufa hat laut eigener Aussage keine Informationen über Kontostand und Vermögen der Verbraucher. Überziehen Bankkunden jedoch langfristig ihren Dispo und bezahlen trotz Aufforderung der Bank nicht, müssen sie mit einem negativen Eintrag rechnen.

Von einem negativen Eintrag sind die wenigsten Verbraucher betroffen. Die Schufa teilt auf ihrer Webseite mit, dass sie von mehr als 90 Prozent der bei ihnen gespeicherten Verbraucher nur positive Vertragsinformationen vorliegen habe. Eine Garantie für eine hohe Erfüllungswahrscheinlichkeit ist das nicht. Journalisten fanden im Datensatz des Open-Schufa-Projektes heraus, dass zwölf Prozent der Kunden ausschließlich positive Einträge hatten und trotzdem nur ein „zufriedenstellendes bis erhöhtes“ oder sogar „hohes Risiko“ im Schufa-Basisscore haben. In einem konkreten Fall aus dem Datensatz verweigerte die Bank dem Verbraucher ein höheres Kreditkartenlimit für den USA-Urlaub, obwohl die Schufa lediglich drei positive Einträge, nämlich drei Girokonten, in seiner Akte vermerkt hatte.

Wie lange steht das Girokonto in der Akte?

Solange der Kunde das Girokonto führt, steht der Eintrag als laufende Vertragsbeziehung in der Akte. Wechselt der Kunde sein Girokonto, meldet seine ehemalige Bank, dass sie sein Konto aufgelöst hat. Stattdessen wird dann das neue Konto eingetragen. Verbraucher sollten regelmäßig ihre Auskunft anfordern, um zu prüfen, ob alle Daten korrekt sind. Abgelaufene oder falsche Einträge können sie bei der Schufa telefonisch löschen lassen. Verbraucher mit einem kostenpflichten Kundenkonto bei der Schufa können in ihrem Kundenkonto die Auskunftei online beauftragen, die Akte zu bereinigen.

Wie erfahre ich, was die Schufa über mich weiß?

Seit Mai 2018 gilt die Datenschutzgesetzverordnung (DSGVO). Die DSGVO schreibt vor, dass Verbraucher jederzeit eine kostenlose Selbstauskunft beantragen können. Zuvor war das nur einmal pro Jahr möglich. Wenn Verbraucher alle paar Wochen eine Auskunft verlangen, bringt ihnen das wenig. Die Schufa berechnet den Basisscore eines Verbrauchers offenbar nur einmal pro Quartal, wie aus der Selbstauskunft hervorgeht.

Welche Daten verarbeitet die Schufa und wie lange stehen diese in der Akte?

Personendaten wie zum Beispiel Name, Geburtsdatum und -ort, Anschrift sowie frühere Anschriften
Zeitpunkt der Löschung: Frühere Anschriften werden taggenau drei Jahre gespeichert. Danach prüft die Schufa, ob eine weitere Speicherung sinnvoll ist. Fällt das Urteil positiv aus, werden die früheren Anschriften für weitere drei Jahre gespeichert, ansonsten löscht die Schufa die Daten.

Angaben über Anfragen, zum Beispiel Girokonto, Versandhandel, Telekommunikationskonto
Sonderfall Anfragen zu Kreditkonditionen: Die Anfrage zu Kreditkonditionen sind scoreneutral und nur der Verbraucher kann sie in seiner Akte sehen.
Zeitpunkt der Löschung: taggenau zwölf Monate

Informationen, wenn Verbraucher ohne Störung Konten führen, wie zum Beispiel Girokonto, Kreditkarte, Mobilfunkvertrag oder Energiekonto
Zeitpunkt der Löschung: Unmittelbar nach Bekanntgabe der Beendigung

✓ In Ausnahmefällen, wenn keinerlei Informationen über die angefragte Person vorliegen, greift die Schufa auf sogenannte Geodaten zurück. Die Schufa bewertet den Verbraucher in diesem Fall aufgrund von Daten seiner Wohngegend. Wenn der Nachbar seine Zahlungsgeschäfte pflichtgemäß erledigte, wirkt sich das positiv auf den angefragten Verbraucher aus. Wer in einer weniger guten Gegend wohnt, könnte im Gegensatz dazu negativ eingestuft werden.

Kritik am Geoscoring

Das sogenannte Geoscoring kritisierten Verbraucherschützer und Journalisten beim Open-Schufa-Projekt. Ein Kritikpunkt: Verbraucher erhalten beispielsweise kein Girokonto, obwohl die Schufa keine oder nur wenig Daten über ihn hat. Sie entscheide über ein für den Verbraucher wichtiges Ereignis und stütze diese Entscheidung lediglich auf statistisch geschätzte Werte, die auf einem intransparenten Algorithmus basieren, monieren Verbraucherschützer.

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