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Zusatzbeitrag 2018: Techniker Krankenkasse will Zusatzbeitrag senken

München, 21.11.2017 | 10:48 | mst

Die Techniker Krankenkasse will den Zusatzbeitrag leicht senken. Der TK-Chef Jens Baas kritisierte in einem Interview gleichzeitig, dass es in Deutschland zu viele Fachärzte gäbe. Das Problem will er durch einheitliche Honorare lösen.
 

Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenasse (Quelle: TK)Der TK-Chef Jens Baas will den Zusatzbeitrag leicht senken. Foto: Techniker Krankenkasse
Die Techniker Krankenkasse (TK) will ihren Zusatzbeitrag im nächsten Jahr leicht senken. Der Zusatzbeitrag der TK werde auf keinen Fall steigen, sagte der Vorstandsvorsitzende der TK Jens Baas der Rheinischen Post. Er hoffe, dass die Krankenkasse ihn um 0,1 Prozentpunkte auf 0,9 Prozent senken könne. „Damit wären wir weiter günstiger als der Durchschnitt der Kassen“, sagte Baas.
 

TK-Chef geht von langfristig steigenden Beiträgen aus

Der TK-Chef erklärte, dass eine Absenkung um 0,1 Prozentpunkte seine Kasse 190 Millionen Euro kosten würde. Auch die Ausgaben würden weiter steigen. Gleichzeitig würden die Krankenkassen derzeit von der guten Konjunktur profitieren. Baas geht jedoch davon aus, dass langfristig die Zusatzbeiträge aller Kassen kräftig steigen werden.
 
Die Selbstverwaltung der TK will am 20. Dezember entscheiden, welchen Zusatzbeitrag sie 2018 verlangt. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag aller Kassen wird im nächsten Jahr von 1,1 auf 1,0 Prozent sinken. Diesen Richtwert hatte das Bundesgesundheitsministerium im Oktober beschlossen.
 

Baas: Es gibt zu viele Fachärzte in Deutschland

Baas sagte der Rheinischen Post zudem, dass die Ärzte in Deutschland falsch verteilt wären. „Wir haben zu wenig Hausärzte und zu viele Fachärzte. Und die Fachärzte gehen bevorzugt dahin, wo es viele Privatpatienten gibt“, erklärte Baas der Zeitung.
 
Um das Problem zu lösen, sollten niedergelassene Ärzte für Privatpatienten nicht mehr Honorar erhalten als für Kassenpatienten. Um Nachteile für die Ärzte auszugleichen, sollten die Krankenkassen rund fünf Milliarden Euro zusätzlich zahlen.

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